Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova

24.02.2017  |  Text: Amadeus Thüner  |   Bilder: Katya Krasnova
Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova
Im Überall zwischen hier und dort – Tätowiererin Katya Krasnova
Alle Bilder »
Auf ihren Guest Spots bringt die gebürtige ukrainische Tätowiererin Katya Krasnova ihre leicht bekleideten Damen in romantischer Pose und mit Katzendarstellungen auf die Haut der Kunden.
Immer unterwegs. So lebt Katya Krasnova ihr Leben. Immer auf der Suche nach Abenteuern und der unberührten Natur hält es die 23-jährige gebürtige Ukrainerin selten lange an ein und demselben Ort aus. Dafür bietet die Welt zu viele Plätze, die es noch zu entdecken gilt. Sesshaft werden, das kann sie noch wenn sie alt ist – so ihre Einstellung. Und als Tätowiererin kann sie Arbeit und Reisen gut miteinander kombinieren, was die sogenannten »digitalen Nomaden« erst im Zuge von World-Wide-WiFi und Cloud-Speichern für sich entdeckt haben, das kann der Berufszweig der Tätowierer seit langer Zeit.

Und so befindet sich Katya zusammen mit ihrem in der Szene ebenfalls bekannten Lebensgefährten Sergio Gusak meist im Überall zwischen hier und dort. Reisen, die Welt entdecken, dazwischen ein paar Guest Spots absolvieren, weiterziehen, wiederkommen – ein spannendes Leben und ihre größte Inspirationsquelle. 

Wenn es auch schwerfällt, ihre Lieblingsmotive, nämlich Katzen und Frauen im Stil der 20er und 30er Jahre, diesem Lebensstil zuzuordnen. Gestochen in Schwarz, reduziert in der formalen Umsetzung und »romantisch« im Ausdruck, so lassen sich Katya Krasnovas Arbeiten beschreiben.

Win-win-Kombination: Frau und Katze.
 
Wann hast du mit dem Tätowieren begonnen?
Ich habe vor gut vier Jahren angefangen. Das hat sich einfach so ergeben. Ich hatte auf jeden Fall nicht den Berufswunsch oder dachte, dass Tätowieren meine Passion ist oder so. Ich studierte Werbung, Design und Kunst, aber das langweilte mich. Also ging ich in meinem zweiten Jahr von der Uni ab und habe diese Entscheidung nie bereut. Zu der Zeit hatte ich selbst schon einige Tattoos, beschäftigte mich also bereits mit der Kultur, und lernte dann meinen Freund Sergio kennen, der damals schon seit Jahren als Tätowierer arbeitete. Er hatte sein eigenes Studio, also habe ich bei ihm gearbeitet. Ein Jahr lang habe ich mich nur an Sketches probiert, bevor ich dann zur Maschine gegriffen habe. Eigentlich wollte ich auch erst gar nicht, da ich dachte, dass das Tätowieren eine furchtbar komplizierte Sache sei. Aber es stellte sich heraus, es ist doch gar nicht so schwer.

Wenn man deinem Instagram-Kanal folgt, dann wird eines sofort klar: Du liebst das Reisen.
Wenn du nur an ein und demselben Ort bist, dann kann dein Leben schnell zur Routine werden: arbeiten, essen, schlafen, arbeiten ... Immer und immer wieder, Tag ein, Tag aus. Das ist doch uninteressant. Das Reisen inspiriert mich einfach. Ich bin dreiundzwanzig Jahre alt und eine frei lebende Person. Mein Job gibt mir glücklicherweise die Möglichkeit, überall auf der Welt arbeiten zu können und dafür bin ich sehr dankbar. Ich mag es, Zeit in den Bergen und in der Natur zu verbringen. Sergio und ich versuchen, nicht eine Chance auszulassen, die wunderschönen und unberührten Fleckchen in der Natur entdecken zu können. Am besten gefallen mir die nördlichen Länder. Ich kann mir mein Leben ohne Reisen und Abenteuer nicht vorstellen.

Ziemlich selbstbewusst, die junge Dame!
 
Dadurch hast du jetzt auch keinen festen Wohnsitz oder Arbeitsplatz, richtig?
Das stimmt. Aktuell habe ich kein eigenes Studio und deshalb sind auch neunundneunzig Prozent meiner Arbeiten Sketches, die meine Kunden am Tag des Termins sehen und auswählen. Nur ganz selten mache ich Custom-Designs. Dafür fehlt mir einfach die Zeit, ich bin ja viel unterwegs.

Wenn du viel auf Reisen bist, welche Rolle hat da Instagram für deine Arbeiten und deine Kundenbindung?
Ich glaube, dass für jeden kreativen Menschen eine Plattform wie Instagram wichtig ist. Man zeigt seine Arbeiten der ganzen Welt und kann dadurch ganz neue Leute erreichen und ansprechen. Es braucht dafür nicht viel und ist leicht umzusetzen. Und natürlich kommen sehr viele Terminanfragen durch Instagram zustande. Es ist mittlerweile ein sehr wichtiges Werkzeug, um im Gespräch zu bleiben, sich zu präsentieren und seine Arbeiten vorzustellen.

Dein Style ist sehr schlicht, aber gerade durch die Umsetzung in Schwarz sehr prägnant. Ab und an blitzen auch verspielte Details hervor.
Mein Style kombiniert grafische Elemente mit romantischen Motiven traditioneller, amerikanischer Tattoos.

Durch die Formreduktion wird dieses Motiv erst so richtig charmant.
 
Wie kam es dazu?
Ich glaube, das hat sich einfach ganz natürlich entwickelt. Ich mag Bücher, Postkarten und Illustrationen aus den 20er und 30er Jahren und es ergab sich dann ganz einfach, dass ich das auf die Haut bringe.

Schwarz ist schon deine Farbe, oder?
Ehrlich gesagt male ich sogar viele bunte Flashes, aber meine Kunden wollen immer nur Schwarz (lacht).  Ich denke aber auch, dass Schwarz einfach am besten auf der Haut aussieht. Mir gefällt der Kontrast zwischen Schwarz und dem Hautton. Aber ich würde auch gerne mal wieder farbige Sachen stechen.

Und deine Liebe zu Katzen, wo kommt die her?
Tatsächlich habe ich schon Katzen gemalt, bevor ich überhaupt tätowieren konnte. Dazu hat mich meine eigene Katze Ninja inspiriert.

Katzen haben sieben Leben und anscheinend manchmal noch mehr Augen.
 
Aktuell herrscht ja ein großes Geschrei um Black-, Line- und Dotwork. Stile, die dir nicht fern liegen. Was denkst du darüber?
Ach, ich denke, das ist schon okay. Jeden Tag gibt es irgendwelche neuen Trends, egal ob beim Tätowieren, in der Musik oder in der Mode. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Mich hingegen interessieren solche Trends nicht. Tätowierer, die Tattoos in ihrem eigenen Style machen und das schon seit Jahren und sich nicht von solchen Trends beeinflussen lassen, die finde ich gut. Alles andere ist doch nur Mode.

Apropos Mode: Du hast neben dem Tätowieren noch eine eigene Klamottenmarke namens Krasnova Clothing am Laufen. Ein konsequenter Schritt?
Ich wollte in erster Linie einfach etwas Neues erschaffen. Aktuell ist das der Anfang von etwas, von dem ich noch gar nicht weiß, was es in naher Zukunft werden soll. Ich wünschte aber, ich hätte gerade etwas mehr Zeit für dieses Projekt. Glücklicherweise habe
ich einige Leute, die mir bei der Umsetzung helfen und alle Bestellungen bearbeiten. Ansonsten macht mir das gerade einfach nur sehr viel Spaß und ich bin gespannt, wohin mich das noch führen wird.

Du hast es schon angesprochen, dass dein Freund Sergio Gusak selbst Tätowierer ist. Ein unbekannter Name ist er natürlich auch nicht. Wie wichtig ist es dir, diese Gemeinsamkeit mit ihm teilen zu können?
Natürlich hat er einen riesigen Einfluss auf mich. Er hat mir sehr geholfen, das Tätowieren zu erlernen – und das in kürzester Zeit. Bereits ein Jahr nach meinem ersten Tattoo sind wir auf Tour durch Europa gegangen und viele Kunden wie Tätowierer waren überrascht, wenn ich ihnen gesagt habe, wie kurz ich erst tätowiere. Das spricht, glaube ich, für meine Ausbildung. 
 


Katya in einem Hoodie mit ihren eigenen Designs.
Szeneshop-Angebote
Neon Judas

Neon Judas

 

Dunkel, beklemmend, beinahe paranoid erscheinen die Tattoos von David Rinklin auf den ersten Blick. Bizarr, brillant beobachtet und offen für Interpretation…

Feinste Neo-Traditionals und Blackwork von Lorena Morato und Darby Woodall

Feinste Neo-Traditionals und Blackwork von Lorena Morato und Darby Woodall

 

Die Neo-Traditional Tätowiererin Lorena Morato ist wieder zurück in Köln. Nach kurzem Intermezzo in ihrer Heimat Brasilien eröffnete sie zusammen mit dem…

Maßgeschneiderte Tattoos

Maßgeschneiderte Tattoos

 

Bei der Suche nach dem Tätowierer sollte man sich vor allem nach dem Stil richten, der einem am besten gefällt, denn eine Motividee kann in vielen Stilrichtungen…

Tribal-Crossover von Taku Oshima

Tribal-Crossover von Taku Oshima

 

Taku Oshima erweckt prähistorische Tätowierungen zum Leben. Der studierte Anthropologe tätowiert seit fast 20 Jahren und vereint die Bildelemente und Formensprache…

Tattoo-Lexikon

Tattoo-Lexikon

 

Was ist ein Blast-over, ein Whip-Shading, Magnum-Nadeln? Fachbegriffe, meist aus dem Englischen übernommen, dominieren den Sprachgebrauch in der Tattooszene.…

Rapper eRRdeKa: Mit Tattoos ins Paradies

Rapper eRRdeKa: Mit Tattoos ins Paradies

 

eRRdeKa ist zielstrebig; der junge Rapper will so schnell wie möglich viele Tattoos haben. Hauptsache Black-and-Grey und der Tätowierer ist kein Arschloch.

Mandala-Tattoos: Mehr als nur kreisförmige Ornamente

Mandala-Tattoos: Mehr als nur kreisförmige Ornamente

 

Mandala-Tätowierungen haben das Potential zu einem Stilklassiker zu werden. Sie sind zeitlos, vielfältig wandelbar und sowohl für Frauen als auch für Männer…

Darkwork Tattoos by Ela Pour

Darkwork Tattoos by Ela Pour

 

Märchenhaft, düster und verspielt, ohne dabei kitschig zu wirken – das sind die Tattoos von Ela Pour. Die Berliner Tätowiererin betreibt mit »Pechschwarz«…

Ein Tattoo ist keine Psychotherapie

Ein Tattoo ist keine Psychotherapie

 

Akribisch bis ins letzte Detail hebt die US-Amerikanerin Teresa Sharpe realistische Tierdarstellungen in eine abgefahrene Dimension. Dabei hält sie nichts…

British Ink: London, Tattoo-Capital

British Ink: London, Tattoo-Capital

 

Die Menge an erstklassigen und wegweisenden Tattoo-Shops in London ist schier unendlich. Wir haben für euch fünf der interessantesten Studios mit innovativen…

The Beautiful Struggle – Tätowierer Millo

The Beautiful Struggle – Tätowierer Millo

 

Längst im ganzen Land für seine preisgekrönten Neo-Traditionals bekannt, führt der 39-jährige Millo aus Ramstein weiterhin einen Kampf mit seinem Kuns…

Szeneshop-Angebote
Stand:22 November 2017 08:07:32/t%C3%A4towierer/im+ueberall+zwischen+hier+und+dort_172.html