Dave Fox (Philadelphia)

19.01.2008  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Dave Fox und Travelingmic
Dave Fox (Philadelphia)
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Trotz düsterer Gedanken ist die Tattoowelt von Dave Fox kunterbunt! Mit seinem unverwechselbaren Arbeiten irgendwo zwischen Eastern und Western New School bringt der Ausnahmekünstler aus Philadelphia so richtig Farbe ins Leben.
 

düsteres Tattoo
Daves düstere Gedanken spiegeln sich deutlich in seinen Tattoos wieder.


Es gibt kaum einen amerikanischen Tätowierer, dessen Arbeiten eindeutiger einem bestimmten Künstler zuzuordnen sind
als bei Dave Fox aus Philadelphia. Der 35jährige schafft Bilder in einem im besten Sinne »eigentümlichen« Stil, einer Mischung aus westlichen und fernöstlichen Bildern, die er auf einmalige Weise bearbeitet und auch durchaus vermengt. Oft sind seine Dämonen, Tiere und Menschen mit aggressiv gefletschten Zähnen dargestellt, zeichnen sich aber dennoch durch eine elegante Ästhetik aus, die auch grausamen Motiven den Schrecken nimmt. Dazu trägt auch bei, dass seine Farbwahl meist auf die aller-grellsten Töne fällt. Dazu noch ein Schuss schwarzer Humor und schlichte Coolness und fertig ist der perfekte Dave Fox.

Newschool Brust-Tätowierung
Dave lehnt auch schon mal jemanden ab. Er mag keine Kunden die sich tätowieren lassen »weil es hip ist«.


Seine Bilder machen neugierig auf den Menschen hinter den bunt-perfiden Tattoos
, mit denen sich der vielgereiste Amerikaner auch in Europa schon eine treue Fangemeinde geschaffen hat. Dave wirkt entspannt und humorvoll, offenbart aber im Gespräch schnell seelische Abgründe, wenn er locker konstatiert: »Wenn Du mich nach meiner Inspiration fragst, muss ich sagen, es ist die Wut, die sich in mir aufstaut. Ich bin dazu erzogen worden, meine Gefühle zurück zu halten. Aber irgendwie müssen sie raus!« Doch was macht ihn denn so wütend? Zunächst einmal verspürt er eine tiefe Bitterkeit, wenn an viele neue Entwicklungen denkt, die das Tätowieren in der letzten Zeit durchgemacht hat: »Obwohl der Standard bei den Tätowierern immer weiter steigt, scheint es mir, als ob der Respekt auf der Strecke bleibt. Viele junge Leute direkt von der Kunstschule denken nach ein zwei Jahren, dass ihnen die Welt gehört, da sie sich den Erfolg nie wirklich erarbeiten mussten. Wir waren damals froh, um jeden der uns dafür, dass wir einfach unseren Job machten, auch noch sein sauer erspartes Geld gegeben hat. Die ›Custom-Generation‹ macht zwar schöne Sachen, aber rümpft gleich die Nase, wenn jemand ein Tribal möchte«.

noch ein Newschool TattooGeisha-Sleeve
Unverkennbar – Daves Stil springt einem geradezu ins Auge.


Dave meint, dass es der neuen Generation heute zu leicht gemacht wird
, ins »Business« einzusteigen, vor allem weil die Nachfrage nach Tätowierern so gewachsen ist. Für ihn ist die Tattoszene mittlerweile zu sehr von kommerziellen Interessen durchsetzt, vor allem in den USA, was auf Kosten der Kreativität und Individualität der Tätowierer gehe: »Schau, damals mussten wir andere Künstler besuchen oder auf Conventions gehen, um inspiriert zu werden. Wir hatten keine andere Wahl. Man schaute sich die Portfolios an, merkte sich ,was einen interessierte, verarbeitete dies im Hirn, gefiltert durch Gedächtnis und Seelenzustand und versuchte selbst seine Linie zu finden. So habe ich meinen eigenen Stil ausgearbeitet!«

Bären TattooDave Fox Flash
Obwohl Daves Stil einwandfrei zu erkennen ist, beschränkt er sich nicht bei der Motiv-Wahl nicht.


Es sind vor allem das Internet und die vor allem in den USA schon sehr dominierenden TV Shows
, die den Massengeschmack formen, so dass Individualität am Ende auf der Strecke bleibt. Dave gibt zu, dass auch er sich dieser Einflüsse manchmal kaum erwehren kann: »Manchmal denke ich mir, ich sollte doch das machen, was alle wollen. Portraits sind zur Zeit bei uns super angesagt, weil sie in den TV Shows so häufig vorkommen. Sie sind nicht so mein Ding, aber ich kann es auch. Ist ja nicht schwer, völlig überschätzt, ein erlernbares Genre nach Vorlagen, das sich viele zu teuer bezahlen lassen. Macht eigentlich viel weniger Arbeit, als jedes Design neu zu zeichnen. Ich habe mir sogar schon überlegt, ob ich nicht eine zweite Identität annehmen soll: Jim Jones, der Portrait Tätowierer, mit eigener Website und so!«, erklärt er mit seinem typisch finsteren Humor.

Mehr düstere Gedanken und fette Tattoos gibt's in der Januar-Ausgabe …

Kontakt:
http://www.myspace.com/dave_fox
http://www.oldecitytattoo.com
http://www.studio1tattoo.com/dave.htm
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Stand:20 November 2017 12:58:24/t%C3%A4towierer/dave+fox+%28philadelphia%29_081.html