»Wenn koaner mehr red’ über di, bist hie!«

16.03.2015  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Stefan Gerzoskovitz
»Wenn koaner mehr red’ über di, bist hie!« »Wenn koaner mehr red’ über di, bist hie!«
»Wenn koaner mehr red’ über di, bist hie!«
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Tätowiertes Mannsbild vor bayrischer Traumkulisse: Der Garmisch-Partenkirchener Hans Buchwieser präsentiert sein Tattoos vor Eibsee und Zugspitze.
Tätowiertes Mannsbild vor bayerischer Traumkulisse: Der Garmisch-Partenkirchener Hans Buchwieser vor Eibsee und Nordwand der Zugspitze.

Man nehme ein männliches Tattoo-Model, das nach »Naturbursche« aussieht, fahre es quer durch die Republik zu einer traumhaften Location mit Bergen, kristallklarem See und atemberaubender Landschaft, und engagiere dazu noch einen Top-Fotografen, der das Ganze in hübschen Bildern einfängt, die eine Illusion von Landidylle vermitteln. Oder?
 
Im Hintergrund die Nordwand der Zugspitze, mit knapp 3000 m der höchste Berggipfel Deutschlands. Davor Hans, wahrscheinlich der meist tätowierte Einwohner Garmisch-Partenkirchens.*»Wenn keiner mehr über dich redet, bist du tot!«. (Hans Buchwieser)


Sepultura in Garmisch
Fehlanzeige. Hans ist kein Tattoo-Model, sondern gelernter Konditor und Einzelhandelskaufmann, und er wohnt genau da, wo diese Bilder entstanden – gut, wenn man's ganz genau nimmt, liegt der Eibsee unterhalb der Zugspitze, vor dem Hans hier posiert, ungefähr sechs Kilometer von seinem Heimatort Garmisch-Partenkirchen entfernt. Aber die Entfernung kann man sogar zu Fuß zurücklegen. »Wandern« würde Hans das nicht nennen. »Bei uns Einheimischen nennt sich das ›spazieren gehen‹«, erklärt er augenzwinkernd.

Und »einheimisch« kann Hans sich mit Fug und Recht nennen, seine Familie lebt bereits seit Generationen in Garmisch. Dass man sich da mit der Gegend, der Landschaft und Natur sehr verbunden fühlt, liegt ja auf der Hand – dass man als »Eingeborener« in einem fürs Wandern und für den Berg- und Wintersport bekannten Kurort bis zum Hals tätowiert ist, ist vielleicht weniger naheliegend. Schuld daran war Sepultura, Hans’ Lieblingsband als Teenager; mit 17 ließ er sich nach dem Vorbild seiner brasilianischen Idole tätowieren und flog daraufhin prompt zuhause raus – ganz so weit war man Mitte der 90er Jahre in der 26.000-Seelen-Gemeinde dann doch noch nicht. Ganz unerwartet kam der Rauswurf aus dem Elternhaus jedoch nicht: »Ich hatte vorher schon mit Klebetattoos experimentiert«, erklärt Hans, insofern hatte er sich eine Reaktion auf ein echtes Tattoo schon ausrechnen können …

Das vollständige Porträt und mehr atemberaubende Bilder gibt es im TätowierMagazin 03/2015.
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