Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James

23.06.2016  |  Text: Martina Wörz  |   Bilder: Martina Wörz
Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James
Die Tattoosammlung von »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James
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Von Hundehütten- bis zu Fantattoos: »Stick to your Guns«-Gitarrist Josh James trägt nicht nur roten Nagellack, sondern auch ’ne ziemlich schräge Tattoosammlung.
Vor einem Jahr wurde euer mittlerweile fünftes Studioalbum »Disobedient« releast. Jetzt habt ihr vor ein paar Wochen die größte Headlinershow Europas gespielt. Wie fühlt es sich an, so viele Menschen mit eurer Musik zu erreichen?
Wir agieren unter der Prämisse »Keine Erwartungen«. Als Band erwarten wir erstmal gar nichts. Nicht von der Musik, die wir der Welt geben. Nicht von den Fans, die zu den Liveshows kommen. Nicht von den Online-Followern. Nicht von der Musikindustrie. Den höchsten Anspruch stellen wir an uns selbst, denn wir sind vor allem unseretwegen in dieser Band. Stick To Your Guns ist unser Weg, unseren Gefühlen, Ängsten, Gedanken, Ideen und unserer persönlichen Weiterentwicklung Ausdruck zu verleihen.

Josh James (Gitarre) hat ein wildes Sammelsurium an Tattoos vorzuweisen, vorzugsweise Traditionals.

Manchmal erkennt man nicht gleich alles das, was sich direkt vor der eigenen Nase abspielt. Wie oft gehen wir nach einer Show von der Bühne, klopfen uns auf die Schultern und laufen mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht durch die Gegend, weil die Show so krass war. Tatsächlich begreift man aber oft erst nach der Tour, wie gut alles gelaufen ist. Ich weiß noch gut, wie ich nach der letzten Europatour im Flugzeug saß und erst in dieser Stille und ohne Ablenkung überhaupt zum Nachdenken gekommen bin. Über die Tour, über all die vielen Leute, die zu den Shows gekommen waren, über die Gespräche, die ich mit einigen von ihnen hatte, in denen sie mir von ihren Gefühlen, Ängsten, Gedanken und Ideen berichtet haben und wie dankbar sie uns wären, weil unsere Musik ihnen in vielen Momenten geholfen hätte. So etwas überwältigt mich immer.

Musik war für mich schon immer ein Weg, mich mit anderen verbunden zu fühlen. Dass unsere Band es geschafft hat, diese Verbindung zu Menschen auf der ganzen Welt herzustellen und ihnen hoffentlich irgendetwas gegeben hat, genau dann, wenn sie es gebraucht haben, macht mich glücklich.

Die STYG-Orange, die – logisch – in Orange County entstand, tragen alle Bandmitglieder außer dem untätowierten Chris.
 
Mit manchen Texten sprecht ihr aktuelle gesellschaftliche Probleme an. Seid ihr eine politische Band?
Ich würde sagen, wir sind eine Punkband. Und das heißt, wir werden immer Songs über Themen schreiben, die uns wichtig sind. Politik ist eine treibende Kraft in unserem Land, demnach haben wir natürlich von Zeit zu Zeit auch politisch motivierte Songs. In »What Choice Did You Give Us« geht es zum Beispiel über die steigende Polizeigewalt. Oder in »Bringing You Down« singen wir über das Immobilien- und Bankensystem in Amerika.

Worin liegt für dich der Unterschied zwischen einer Clubshow und einer Bühnenshow?
Na, auf jeden Fall ist man bei kleinen Shows enger mit dem Publikum in Kontakt. Da kann man sich gegenseitig ins Gesicht brüllen, weil keine Absperrungen da sind. Bei größeren Auftritten ist das schon schwieriger. Man muss ein bisschen mehr dafür tun, diese Verbindung zur Crowd herzustellen. Aber das ist auch immer Sache des Publikums. Wenn sie deine Musik fühlen, dann fühlen sie auch die Verbindung. An diese Energie, die bei einer Liveshow entsteht, kommt echt nichts ran!

Das Hundehüttentattoowurde zu Ehren der Hündin Clementine gestochen.

Sind Meet & Greets nach der Show oder Gespräche mit den Fans für euch eigentlich noch möglich?
Für unsere Fans sind wir immer offen und erreichbar. Es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen und uns. Gab es nie. Wir sind alle Menschen und wir lieben die Gespräche, die sich nach den Konzerten mit den Fans ergeben. Normalerweise streunern wir eh immer irgendwo in der Gegend herum. Vor der Show oder danach. Wir machen hin und wieder auch so offizielle Meet & Greets, aber selbst da reden wir trotzdem auch mit allen andern, die zu uns kommen.

Findest du, dass Hardcore mittlerweile eher Trend denn Statement ist?
Das ist mir so was von egal …

Shouter Jesse scheut keinen Publikumskontakt.

Hast du Fan- oder Bandtattoos?
Klar! Ein xDISCIPLEx-Tattoo und welche, die von Bands wie Black Flag, Minor Threat, MxPx, Rancid, Weezer, Fever Ray und Revival inspiriert sind. Und dann sind da noch die Evergreen-Terrace-, STYG-, Walls-of-Jericho- und Bane-Tourtattoos.

Was hältst du von STYG-Tattoos bei Fans?
Ich find die super! Es ist zwar komplett irre, aber gleichzeitig auch ziemlich cool. Wollen wir hoffen, dass sie sie nie bereuen werden!

Die drei Kreuze sind ein Verweis darauf, dass der Träger straight edge ist.

Was hat es mit den Orangen-STYG-Tattoos auf sich?
Die haben wir uns am Releasetag von »Disobedient« stechen lassen. Wir haben den Release in einem Tattoostudio in Orange County gefeiert, wo die Band ja entstanden ist. Die Fans konnten für fünfundzwanzig Dollar eine Disobedient-Scheibe und ein STYG-Tattoo bekommen. Wir hingen da also den ganzen Tag rum und unterhielten uns mit den Fans. Irgendwann beschlossen wir, das Ganze mit einem STYG-Tattoo für alle zu feiern. Die Orange steht eben für Orange County. Also haben wir uns alle das gleiche Tattoo stechen lassen. Alle außer Chris. Der hat nämlich Angst vor Nadeln und fällt in Ohnmacht, wenn er Blut sieht oder einen Sonnenbrand kriegt. Noch ’ne Randbemerkung: Manchmal kotzt er auch auf die Bühne.

Drummer George trägt auch Erinnerungen an Touren mit Bands wie Walls of Jericho oder Evergreen Terrace auf seinem Bein.

Welches ist dein verrücktestes Tattoo?
Das kommt wahrscheinlich darauf an, was du als verrückt bezeichnest. Es könnte genauso gut das Tattoo vom Teufel sein, der eine großbusige, nackte Frau oral befriedigt, wie es eine Rolle Klopapier sein könnte. Ich weiß es nicht.

Und was steckt hinter dem Hundehüttentattoo?
Das habe ich mir zu Ehren meiner Hündin Clementine stechen lassen. Sie findet es
super.

 Stick To Your Guns spielen Live auf dem Summer Breeze Open Air 2016.

Die STYG-Orange, die – logisch – in Orange County entstand, tragen alle Bandmitglieder außer dem untätowierten Chris.
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Stand:18 November 2017 05:50:30/szene/stick+to+your+guns_166.html