Rapper eRRdeKa: Mit Tattoos ins Paradies

17.12.2014  |  Text: Amadeus Thüner  |   Bilder: Marlene Fulde
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Rapper eRRdeKa: Mit Tattoos ins Paradies
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eRRdeKa ist zielstrebig; der junge Rapper will so schnell wie möglich viele Tattoos haben. Hauptsache Black-and-Grey und der Tätowierer ist kein Arschloch.
Deutsch-Rapper eRRdeKa steht auf Black-and-Grey-Tätowierungen.
Die hiesige Raplandschaft feiert aktuell nicht nur ihren größten kommerziellen Erfolg, sondern bringt auch so viele Newcomer hervor wie noch nie. Vor allem aber interessante Newcomer. Vom verspielt-poppigen Maskenträger über den melancholisch-musikaffinen Songwriter bis hin zum Straßenstaub atmenden Gangsterrapper: Deutscher Rap hat aktuell allerhand zu bieten. Einer, der als nächstes großes Ding gehandelt wird, ist eRRdeKa.

Mit 23 Jahren hat er das Debütalbum »Paradies« aufgenommen, das textlich rebellisch und erschlagend ehrlich ist. Vieles, was den aus Augsburg stammenden Jungerwachsenen beschäftigt, zeigt sich in den Momentaufnahmen eines Albums, das einigen frischen Wind in die Szene bringen wird. Dass für den individuell veranlagten Musiker und Tattoofan auch die Veränderung seines Aussehens wichtig ist, erscheint logisch.
 
Der Baum am Oberarm steht für das Leben, der Brunnen für Kreativität – eine schöne Kombination klassischer Symbole im Black-and-Grey-Style, ebenfalls gestochen von Mike von Black Bite Tattoo in Fürstenfeldbruck.Das Tape auf dem Unterarm ist eRRdeKas erstes Tattoo und steht natürlich für seine Liebe zur Musik. Gestochen wurde es von Mike von Black Bite Tattoo aus Fürstenfeldbruck.
Die Toten Hosen sangen einst »Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dorthin so schwierig ist«. Was bedeutet dir dieser »Garten Eden«?
Ich wollte mit dem Titel einfach einen krassen Gegensatz zu den Albumsongs aufstellen. Ich wollte einfach einen starken Begriff. Und das »Paradies« bedeutet für mich weniger einen Ort als vielmehr die innere Ruhe und die eigene Zufriedenheit. Und da ich diese immer noch nicht gefunden habe und auf meinem Album viel darüber rede, passt der Begriff in seinem Gegensatz dazu perfekt.
 
 

Eyeslow ist der Name von eRRdeKas Crew, einem wichtigen Teil seines Lebens.Das Album hat schon eine gewisse Schwere.
Ich bin ein musikalisch sehr offener Mensch, höre auch viel Hardcore-Punk, und wollte am Ende einen Weg finden, meine Themen auf Beats zu bringen, die trotzdem straight Rap sind. Es ist daher weniger ein Experiment oder beinhaltet andere Genres als bei vielen Alben meiner Kollegen, ist aber sehr energiegeladen und vielleicht auch dadurch etwas hart. Alle Songs sind Momentaufnahmen und es war mir wichtig, dass ich nicht nur Battlerap zeige, sondern auch thematisch etwas in die Tiefe gehe. Ich muss aber auf einem Debütalbum nicht krampfhaft versuchen, irgendwas anderes zu machen.


 
 eRRdeKa
 
 
eRRdeKa: »Ich möchte jetzt nur noch so schnell wie möglich viele Tattoos haben.«Raphael Endraß aka eRRdeKA gilt als Deutschraps Antwort auf schlechten Poprap und Songs ohne Attitüde und Aussage. Der Anfang 20-jährige Musiker und gelernte Mediengestalter wuchs in Mering nahe Augsburg auf und steht beim Keine Liebe Label seines Mentors Prinz Pi unter Vertrag. Sein Debütalbum »Paradies« erschien im vergangenen Oktober und platzierte sich in den Top 15 der deutschen Albumcharts. eRRdeKa mag schwarze T-Shirts, schwarze Vans, schwarze Tattoos und seine Eyeslow Crew.
 
Ändern wolltest du aber anscheinend dein Aussehen. Wann hast du dir dein erstes Tattoo stechen lassen?
Lustigerweise kam ich auf Tattoos, weil ich früher großer Fan von Limp Bizkit und ihrem Frontmann Fred Durst war, der ja ziemlich zugehackt ist. Zu jedem Fasching hab ich mich dann auch als Fred Durst verkleidet (lacht). Ich fand Tattoos schon immer geil. Mein erstes Tattoo sollte dann natürlich auch was mit Musik zu tun haben und somit habe ich mir mit 18 das Tape auf meinen linken Unterarm stestechen lassen.

Also etwas mit Bedeutung …
Das war mir am Anfang auch krass wichtig! Ich habe die Tattoos damals immer selbst entworfen – ich bin gelernter Mediengestalter – da ich nicht wollte, dass jemand anderes das gleiche Tattoo hat. Auch wenn ich heute weiß, dass dies irgendwie ein wenig zu ambitioniert war. Mittlerweile ist mir die Bedeutung eines Tattoos zwar nicht komplett egal, aber ich möchte jetzt eigentlich nur noch so schnell wie möglich viele Tattoos haben.

Das vollständige Interview und alle Bilder seiner Tattoos gibt es in der Januar-Ausgabe 01/2015 des TätowierMagazins.
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