Neo-Naga

10.07.2015  |  Text und Fotos: Lars Krutak  |   Übersetzung: Boris Glatthaar
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Neo-Naga
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In Indiens Nordosten entsteht ein neuer Tattoostil: Neo-Naga verbindet die Symbolik fast vergessener Stammestätowierungen mit moderner Hautkunst. Begründer Mo Naga will so das kulturelle Erbe der früheren Kopfjäger und Krieger in die Zukunft retten – zumindest ihr friedliches.

 
 
Tätowierer Mo Naga besucht das Dorf Hongpui, in dem Naga vom Stamm der Konyak leben.Tätowierer Mo Naga, der Modedesign studiert hat, besucht das Dorf Hongpui, in dem Naga vom Stamm der Konyak leben. Mos Vision: Die traditionelle Symbolik der Stämme erhalten. Das Nagaland soll das Zentrum einer neuen Tattoobewegung werden.


Auf den hohen Bergen und im tiefsten Dschungel in Indiens Grenzregion zu Myanmar lebend, zollen die Naga dem Tod immer schon tiefsten Respekt. Ob es nun der abgetrennte Kopf eines Feindes oder der Schädel eines geehrten Angehörigen war – menschliche Köpfe wurden stets ehrfurchtsvoll verwahrt und mit Gaben bedacht, weil ihnen eine lebensspendende Kraft nachgesagt wurde, die sich aus dem spirituellen Geist der Verstorbenen ergab. Tatsächlich vergleichen die Naga die Kraft der Schädel mit dem landwirtschaftlichen Potenzial von containerweise Saatgut und führen darauf auch Anstiege der Geburtenrate zurück.


Die Chang sind ein Naga-Stamm, der traditionelle Tätowierungen trägt.Modernes Arm- und Schultertattoo von Mo Naga im Stil der Konyak-Naga.(Bild links) Die Chang sind ein Naga-Stamm, der traditionelle Tätowierungen trägt. (Bild rechts) Modernes Arm- und Schultertattoo von Mo Naga im Stil der Konyak-Naga.

Lange wurden die Naga als kriegerisches Volk gefürchtet und respektiert, inzwischen sind sie in mehr als dreißig Einzelstämme zerfallen, jeder mit seiner eigenen Kultur, seinen eigenen Traditionen und sogar seiner eigenen Sprache. Mehr als die Hälfte dieser Gruppen ist stark tätowiert und zwar mit Motiven, die sich an die Natur ringsum anlehnen. Besonders kräftige Tattoos dürfen nicht von jedermann getragen werden, sondern ausschließlich von Männern, die sich die Hautzeichen durch Mut im Kampf verdient haben. Tätowierungen, die auch Frauen tragen dürfen, zeigen häufig Muster, die eine Zugehörigkeit zu einem Volk, einem Stamm oder einer Familie symbolisieren.

Der vollständige Artikel ist in der Juli-Ausgabe 2015 des TätowierMagazins zu lesen.
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