Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt

21.04.2017  |  Text: Amadeus Thüner  |   Bilder: Marlene Fulde, Universal Music Group
Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt
Johnny Christ von Avenged Sevenfold im Tattoo-Porträt
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Johnny Christ, der Bassist der Heavy-Matal-Band Avenged-Sevenfold, über Musik, Tattoos und der Angst vor Backpieces und warum ein Musiker eine schöne Handschrift braucht.
Avenged Sevenfold gehören unbestritten zu den größten Heavy-Metal-Bands der Welt. Seit nunmehr achtzehn Jahren tourt der Fünfer durch die Kontinente, füllt dabei Stadien und verkaufte bisher fast dreißig Millionen Platten. Eine beeindruckende Karriere, die erklärt, dass sie von nicht wenigen Fans als »Götter« bezeichnet werden. Ein Standing, mit dem es sich gut leben lässt.

Ihr habt im Oktober ohne Ankündigung euer neues Album »The Stage« veröffentlicht. Seid ihr die Beyoncé des Metal?
(lacht laut) Ja, auf jeden Fall!

Wie habt ihr das Feedback auf »The Stage« wahrgenommen?
Die Resonanz der Fans war großartig. Ich glaube sogar, es ist das erste Mal in unserer Karriere, dass auch die Kritiken der Medien durchweg positiv waren. Das freut einen natürlich, wenn es uns auch am wichtigsten ist und bleibt, was unsere Fans zu sagen haben. Dadurch, dass wir die Veröffentlichung nicht angekündigt und daher auch vorher keine Singles oder Ähnliches veröffentlicht haben, habe ich das Gefühl, dass viele Kids die Platte erst im Laufe der Zeit richtig kennengelernt haben. Aber jetzt gerade, wo wir unsere Tour spielen, fällt auf, dass die Leute die neuen Songs von Show zu Show mehr feiern und mitsingen. Ein schönes Gefühl.

Johnny Christ: Bassist von Avenged Sevenfold

Habt ihr denn diese Art der Veröffentlichung rückblickend als richtig empfunden?
Es war auf jeden Fall cool, dieses Experiment zu machen. Wir fanden es spannend zu sehen, wie die Resonanz ist, was die Leute sagen und wie es aufgenommen wird. Normalerweise kann man sich als Fan ja wochen-, gar monatelang auf ein Album freuen. Jetzt war es von jetzt auf gleich da.

Und saßt ihr dann alle gemeinsam vor dem Rechner, habt auf den Knopf gedrückt und gewartet, was passiert?
(Lacht) Nein, wir haben da jetzt kein Happening draus gemacht. Aber natürlich haben wir uns an dem Tag miteinander ausgetauscht. Das hat schon viel Spaß gemacht.

Es ist ja kein Klischee, wenn man sagt, dass sich Tattoos im Heavy-Metal-Genre großer Beliebtheit erfreuen. Wann hat es denn bei dir angefangen?
Eigentlich genau aus dem Grund. Ich war schon immer into Hardrock und das war einfach der Look. Du hast die Musik gehört oder gemacht, du warst Teil der Szene, du hattest Tattoos. Ich hab mein erstes mit achtzehn Jahren bekommen. Ich mochte auch die Kunst dahinter.

Ganz so spontan wie der Avenged-Sevenfold-Bassist Johnny Christ sagt, entscheidet er wohl doch nicht, was er sich tätowieren lässt. Sein linker Arm ist jedenfalls konsequent mit Figuren aus Gruselfilmen tätowiert.

Was war denn dein erstes Motiv?
Oh, lass uns lieber nicht darüber reden (lacht). Ich glaube, jeder hat so einen Totalausfall. Es war etwas Künstlerisches, was ich mal in einem Schulbuch neben einem Gedicht von Edgar Allan Poe gesehen habe und cool fand. Ich bin dann zum nächsten Tätowierer und hab es mir auf die rechte Schulter stechen lassen. Mein wahrscheinlich schlimmstes Tattoo. Glücklicherweise hat es mir ein paar Jahre später ein guter Tätowierer nachgearbeitet, somit ist es nicht mehr ganz so tragisch.

Und ging es dann direkt weiter mit der Kunst?
Ehrlich gesagt, habe ich nach dem ersten Tattoo eine lange Pause gemacht, was auch daran lag, dass ich zu der Zeit nicht die Kohle dafür hatte. Unser Sänger Matt hat sich dann regelmäßig tätowieren lassen, also haben wir gemeinsam mit einem anderen Kumpel immer einen Roadtrip gemacht, abgehangen, Musik gehört und uns neue Tattoos abgeholt. So wurde es dann immer mehr.

Klingt nach einer guten Zeit.
Auf jeden Fall! Ich nehme meine Tattoos nicht so wirklich ernst. Ich finde es daher cool, wenn man eine gute Zeit mit einem guten Künstler und guten Freunden haben kann. Das ist mir persönlich am wichtigsten. Eigentlich habe ich nur ein wirklich wichtiges Tattoo …

Ganz so spontan wie der Avenged-Sevenfold-Bassist Johnny Christ sagt, entscheidet er wohl doch nicht, was er sich tätowieren lässt. Sein linker Arm ist jedenfalls konsequent mit Figuren aus Gruselfilmen tätowiert.

Okay, darüber müssen wir jetzt reden!
Ich habe eine alternative Version unseres Bandlogos, angelehnt an Guns N’ Roses’ »Appetite For Destruction« auf der Brust. Gleichzeitig ist es ein Tribut an unseren verstorbenen Schlagzeuger Jimmy The Rev. (Anm. d. R.: James »Jimmy The Rev« Owen Sullivan verstarb am 28.12.2009 im Alter von 28 Jahren an einer Überdosis Medikamente in Kombination mit Alkohol)

Wie denkst du über Fantattoos?
Wir haben großartige Fans! Und einige haben Sachen, die mit der Band zu tun haben. Das ist natürlich toll und schmeichelt einem Musiker. Manche lassen sich unser Autogramm ja auch direkt auf den Körper schreiben und rennen sofort zum Tätowierer. Ich achte dann immer sehr darauf, dass meine Handschrift auch schön aussieht (grinst).

Wonach entscheidest du denn, was genau du bekommst?
Ehrlich gesagt, passiert das sehr spontan. Ich muss aber auch zugeben, dass ich jetzt schon seit gut fünf Jahren nicht mehr unter der Nadel lag. Ich hatte ehrlich gesagt keine gute Idee.

Johnny Christ: Bassist von Avenged Sevenfold

Ist überhaupt noch Platz vorhanden?
Na ja, es wird schon eng. Vor allen Dingen, weil ich nicht der Typ bin, der irgendwann von oben bis unten zu sein möchte. Aber ein bisschen Platz ist noch da. Viele Sachen lasse ich mir von Adam Barton in O’Reilly’s Tattoo Parlour in Santa Cruz stechen. Mal sehen, was wir als Nächstes austüfteln. Mein Rücken ist noch frei und ich könnte mir vorstellen, dass das mein nächstes Projekt wird.

Du weißt, was man über Backpieces im Alter von plus dreißig sagt?
Nee, was denn?

Dass man sie dann nicht mehr macht, weil sie einfach zu krass für alte Säcke wie uns sind.
(Lacht) Shit, okay, das könnte tatsächlich stimmen. Aber irgendwie wird es ja gehen müssen.



Avenged Sevenfold
The Stage
»The Stage« erschien im Oktober 2016 komplett ohne Promotion oder Vorankündigung bei Capitol Records.


 
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