Impericon Never Say Die Tour 2016 - Tattoos und Hardcore

23.12.2016  |  Text: Boris Erbrecht  |   Bilder: Andreas Bradt
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Impericon Never Say Die Tour 2016 - Tattoos und Hardcore
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Seit zehn Jahren holt die »Impericon-Never-Say-Die!«-Tour die angesagtesten und vielversprechendsten Metal-Core- und Hardcore-Bands auf europäischen Boden. Zum Jubiläum gab es das härteste Paket aller Zeiten: Whitechapel, Thy Art Is Murder und Carnifex standen auf den Headliner-Positionen.

Egal ob Parkway Drive, Suicide Silence, Comeback Kid, Unearth, Emmure oder Deez Nuts –
es waren schon alle großen Namen der Szene am Start. Die Tour geht über sieben deutsche Städte, Fotograf Andreas und ich wählten den Wiesbadener Schlachthof, auch wegen seiner super Lüftungsanlage und guten Akustik. Im Nachhinein zwei Boni, die nur eingeschränkt zum Tragen kamen. Die Klimaanlage hatte wenig zu tun, meine Angst vor Kondensschweiß, den die tosende Menge aussondert und sich mir über das Gesicht legt, war vollkommen unbegründet. Die stark mit ihren Handys beschäftigten Besucher brachten weder die Band Polar noch Make Them Suffer noch Fallujah in Wallung. Die Angst vor Elektrosmog, der mein Gehirn verbruzelt, stellte sich als realer heraus als der Körperschweiß der Hardcore-Kids.

Der erste Platz für das schönste Bühnenoutfit wäre an Scott Lewis von Carnifex gegangen – wenn es so einen Wettbewerb gegeben hätte. Die Fans hat’s gefreut; das Auge isst mit!

Das zweite Kriterium, warum die Wahl auf den Schlachthof fiel, ist, wie gesagt, dessen Akustik. Die hat mir im ehemaligen Schlacht- und Viehhof und jetzt Kulturzentrum immer ausgesprochen gut gefallen. Und wie es halt so ist: Ausnahmen bestätigen die Regel. Die ersten drei Bands des Abends hatten allesamt Soundprobleme, die ausgerechnet bei den virtuosen und progressiven Fallujah am heftigsten ausfielen. Die Drums konnte man nur erahnen, bei den Gitarren und beim Bass hatte ich manchmal das Gefühl, als käme der Sound nicht über die Anlage, sondern nur über die Bühne unten an. Schade, denn die Finger flogen bei den beiden Gitarristen nur so über das Griffbrett, von diesem optischen Spektakel hätte man gerne auch was gehört. Die einzig »richtige« Hardcore-Band, Obey The Brave, lieferten dann aber eine fette Show ab und katapultierten das überwiegend junge Publikum immer wieder in den Circle Pit.
 
Die Laune im Publikum war prima, auch wenn die Stimmung nicht gerade den Schlachthof in Brand setzte.
 
Apropos junges Publikum: Neben seiner Liebe zum Handy hat es anscheinend auch eine für Tattoos. Die Frage scheint nicht mehr zu sein, ob man ein Tattoo möchte, sondern eher, wann man ein Tattoo kriegt? Über 18-Jährige ohne Hautbildchen gab es eigentlich kaum zu sehen.
Aber zurück zum Konzert. Carniflex ließen mich als erste Band meine kritischen Betrachtungen der »Jugend von heute« vergessen, lenkten mich ab und bewahrten mich vor dem gefürchteten Gedankengang: »Früher war alles besser«. Die US-amerikanischen »Scharfrichter« waren das erste Highlight, denn der Sound war auf einmal eine wahre Pracht und die Jungs um Frontmann Scott Lewis begeisterten das Publikum mit Ausstrahlung und Können.

Schüttel dein Haar für mich: Die australische Deathcore-Band Thy Art Is Murder spielte solide, aber wenig überzeugend.
 
Co-Headliner an diesem Abend war das australische Abrisskommando Thy Art Is Murder. Die Australier zockten eine solide, aber auch unspektakuläre Show runter. Meine Mutmaßung: das Sänger-Wechselkarussell tut der Band leider nicht gut. Bevor dann Whitechapel die Bühne betraten, gab es noch eine Ansage der Suizid-Präventions-Organisation »Hope For The Day«, die depressiven Menschen an diesem wie auch jedem anderen Abend der Tour, bei Problemen für Gespräche zur Verfügung steht. Eine schöne Sache.

Whitechapel zogen die Blutwurst vom Teller wie Jack the Ripper.
 
Getreu dem Iron-Maiden-Motto »Zwei Gitarristen sind nicht genug«, starteten Whitechapel ihren musikalischen Mörderstreifzug mit drei Axt-Männern, die sich über die Schlachthofbühne meuchelten wie einst Jack The Ripper durch den gleichnamigen Stadtteil Londons. Nach diesem Auftritt war jedem klar, warum die US-Amerikaner aus Knoxville der Haupt-Act dieser Tour waren: Fetter Sound, eigenständige Songs und eine Show, die sich gewaschen hat.
 
Impericon Never Say Die Tour
www.impericon.com/de/
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Stand:22 November 2017 08:25:46/szene/impericon+never+say+die+tour+2016+_1612.html