GAT-Ausstellung »Grenzen / Grenzenlos / Grenzganger«

27.10.2017  |  Text: Victoria Hiebsch  |   Bilder: M. Fulde (Mimikry Berlin)
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GAT-Ausstellung »Grenzen / Grenzenlos / Grenzganger«
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Von politisch bis utopisch – die Ausstellung »GAT – Grüße aus Tätowierungen« in Berlin lotet das Thema »Grenzen« mit über einhundert Exponaten aus. Wieder haben rundert hundert Tätowierer teilgenommen und wahre Schätze präsentiert. Wir waren für euch dabei.

»GAT – Grüße aus Tätowierungen« 2017

»Grenzgänger/Grenzen/Grenzenlos« war das vorgegebene Thema der diesjährigen, der zehnten Ausstellung des Kunstprojekts »GAT – Grüße aus Tätowierungen« und forderte über einhundert dazu eingeladene Tätowierer heraus, ihre Interpretation in Form von tätowierbaren Bildern zu präsentieren. Auf der Vernissage am 7. Oktober war das Ergebnis in Form von gerahmten Bildern und auch Projektionen auf Schaufensterpuppen zu sehen und zeigte, dass die thematische Vorgabe vielfältig gedacht werden konnte. Grenzenlos scheint zumindest die Kreativität der Künstler, die im Festsaal Kreuzberg ausstellten. Ein historischer Ort, denn hier, an der Veranstaltungsadresse Am Flutgraben, verlief einst die Mauer und trennte Ost von West, die Bezirke Treptow von Kreuzberg. 



Dass sich Arbeiten auf aktuelle politische Ereignisse beziehen, war sicherlich von den Ausstellungsmachern intendiert. Mit den durch Kriege und Verfolgung ausgelösten Fluchtbewegung beschäftigte sich beispielsweise Melanie von »Inky und Stretchy« aus Neu Isenburg. Ihr in Schwarz-Weiß gehaltenes Porträt eines Mädchens an einem Zaun war so plakativ wie eindrücklich. »Mich haben vor allem die persönlichen Schicksale bewegt, die dahinter stecken. Leider rücken diese mittlerweile durch Politik und Hetze ziemlich in den Hintergrund. Wir sollten nicht vergessen, dass es sich um Menschen handelt!« Auch Emrah von »Lausbub Tattoo Kollektiv« aus Heilbronn verbindet Grenzen mit dem Flüchtlingsthema und wird aufgrund seines Aussehens sogar selbst oft auf der Straße schräg angeschaut. »Ich spüre definitiv einen Unterschied seit der derzeitigen Flüchtlingskrise.« 

Die Aliens kommen und verweisen die Menschen in ihre Schranken, ist die Interpretation von Tom Lennert aus Zwickau.

Wesentlich abstrakter denkt Sebastian Domaschke und entschied sich für eine Underboob-Jesus-Darstellung, für ihn der Grenzüberschreiter überhaupt. Die Platzierung auf dieser sehr sexy Körperstelle, die ja zur Unterstreichung der Brüste dient, stellt für ihn eine weitere Dimension der Grenzüberschreitung dar und ist damit mehr als passend. »Ich bin gerne anti und hege bei Vorgaben häufig absolute Protestgedanken. Das Motiv sollte auf jeden Fall etwas Ungewöhnliches für diese Körperstelle sein. Außerdem hat sich Jesus für die Menschheit geopfert und ist somit meiner Meinung nach an die heftigste Grenze überhaupt gegangen«.

Die GAT ist nach zehn Jahren eine jährliche Institution im Berliner Szenebetrieb. In diesem Jahr fand sie passend zum Thema im Festsaal Kreuzberg statt, an der Adresse, wo einst die Berliner Mauer verlief.

Auf einer ziemlich abgespaceten Ebene beschäftigt sich Tom Lennert aus Zwickau mit Grenzen. Mit seiner Alien-Invasion verdeutlicht er, dass der Menschheit mit ihren vermeintlichen Allmachtsvorstellungen womöglich von fremden Wesen in ihre Schranken verwiesen wird – ihr also Grenzen gesetzt werden. »Ich denke wir sind nicht allein im Universum und halte es nicht für ausgeschlossen, eine Retourkutsche der dritten Art zu bekommen.«




Auch Friedrich Übler tauchte mit seinem Motiv in eine andere, zwar nicht utopische, aber märchenhafte Welt ein. Er erzählt bildhaft die Geschichte des kleinen Häwelmanns, der fantastischen Gute-Nacht-Geschichte. »Ein kleiner Junge fährt mit seinem Bettchen durch den Raum, redet mit dem Mond, will immer höher schneller und weiter. Bis er mit dem Bett bis zu den Sternen fliegen kann. Das ist für mich Grenzüberschreitung durch Kraft von Fantasie und Gedanken.«

Grenzenlose Fantasie: Friedrich Übler mit seinem Häwelmännchen.

Dass Grenzen im Kopf entstehen, diesen Ansatz versuchte Matthias Böttcher vom Lowbrow Tattoo Parlour mit einer Swastika auszudrücken. Obwohl diesen Gedanken sicherlich niemand infrage stellen wird, durfte sein Ausstellungsstück nicht gezeigt werden. Es handelte sich um eine Swastika, die heute unter anderem im Hinduismus als religiöses Glückssymbol gilt, während sie in Deutschland für die Ideologie und Verbrechen des Nationalsozialismus steht. »Ich wollte damit zeigen, dass jede Grenze im Kopf entsteht. Du entscheidest selbst, ob es deiner Meinung nach ein Zeichen von Glück und Segen oder eben ein Hakenkreuz darstellt.« Die juristische Einordnung der Problematik von Rechtsanwalt Urban Slamal könnt ihr unten lesen.

Das Konzept, dass es sich bei den Werken um tätowierbare Zeichnungen handelt, wurde durch deren Projektion auf Schaufensterpuppen verstärkt. Daneben wurden natürlich auch gerahmte Zeichnungen ausgestellt.

Die Vernissage war in all ihren Kontroversen ein voller Erfolg. Die Kreativität der Künstler kannte definitiv keine Grenzen und hat den Veranstalter Niko D. (Tätowierer bei Nightliner Tattoo, Berlin) und sein Team tief beeindruckt – und bestätigt auch das Konzept der GAT: In jedem Jahr sprechen zehn neue Kuratoren die Einladung für die Teilnahme an der Ausstellung aus, wodurch jedes Jahr eine spannende Mischung aus Tätowierern aller Stilrichtungen und Generationen entsteht.  »Mit der GAT wollen wir die alte und die neue Tätowierergenerationen vernetzen. Es entsteht damit ein Ort, wo der Austausch zwischen Künstlern und auch mit Tattooliebhabern und Interessierten möglich ist«, so der Tenor der Ausstellungsmacher. 


Das einzige Ölgemälde der GAT-Ausstellung


Phil Walter aus Berlin fertigte als einziger Austeller ein echtes Ölgemälde zur GAT an.

Eines der Werke zog die Besucher besonders in seinen Bann – und das nicht nur wegen seiner Schönheit. Tätowierer und Künstler Phil Walter war der einzige, der ein echtes Ölgemälde zur GAT anfertigte. Diese tolle und mühevolle Arbeit wurde deshalb zurecht besonders gewürdigt. Neben der Leidenschaft zur Tätowierung waren es Ölgemälde, die vor einier Zeit Phils Faszination weckten und mittlerweile zu einem festen Bestandteil in seinem Leben geworden sind. Im Rahmen der GAT-Ausstellung lies der Berliner auch ein breiteres Publikum teil daran haben.


Tipp für alle, die die Ausstellung verpasst haben: In Kürze kann der limitierte Begleitkatalog mit allen einhundertundeins Ausstellungstücken bei www.gat-gallery.com bestellt werden.

Grüße aus Tätowierungen e.V.
@Nightliner Tattoo Berlin
Wisbyer Str. 71
10249 Berlin
www.gat-gallery.com
FB: gatgallery, 
IG: gat_gallery
 

Faschistische Symbole

Juristische Einschätzung von Rechtsanwalt Urban Slamal

Hakenkreuze in allen denkbaren Varianten dürfen in Deutschland nicht öffentlich gezeigt werden – nicht als Bild, nicht als Tattoo und auch sonst in keiner Weise. Wer das dennoch tut, macht sich nach Paragraf 86a StGB wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar. 

Daran ändert auch nichts, wenn man sich darauf beruft, die Swastika sei doch nur ein traditionell-spirituelles Symbol – es bleibt verboten. Grund für diese strenge Regelung ist, dass Rechtsradikalen von vornherein die Möglichkeit genommen werden soll, Nazi-Symbolik zu nutzen. Das Verbot kennt eine Ausnahme: Die Darstellung eines Hakenkreuzes, das in die Mülltonne fliegt, ist gerichtlich erlaubt worden, weil dieses Motiv eine klare Ablehnung der nationalsozialistischen Bedeutung des Zeichens ausdrückt. Außerdem muss das Hakenkreuz in zeitgeschichtlichen Dokumenten wie Fotos aus der Nazi-Zeit nicht verdeckt werden, wenn die Bilder zu statthaften Aufklärungs- und Bildungszwecken gezeigt werden.

 
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Stand:24 November 2017 15:44:17/szene/gat-ausstellung+grenzengrenzenlosgrenzganger_171019.html