Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY

25.08.2017  |  Text: Martina Wörz  |   Bilder: Martina Wörz
Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY
Europas brutalste Hardcore-Formation: NASTY
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»Four dudes doing fucked up music for a fucked up world.« So beschreibt die Band Nasty sich selbst. Nasty, das ist die härteste Hardcore-Beatdown-Band Europas – wenn nicht sogar der Welt. Erfahrt hier, was Nasty über Tattoos, Style und ihr neues Album »Realigion« zu erzählen haben!
Nasty ist eine der wenigen Bands im Hardcore, die sich weder musikalisch noch optisch in eine Ecke drängen lässt, und das bereits über einen Zeitraum von nunmehr sechs Studioalben. Ist das Teil des Konzepts?
Paddy: Es gibt kein Konzept, wir versuchen nicht etwas darzustellen. Wir transportieren Dinge, die uns bewegen, mit der dazu passenden Musik.

Euer neues Album »Realigion« kommt am 22. September in die Läden. Was versteht ihr unter dem Begriff »Realigion«?
Matthi: Es bedeutet, dass man sein Handeln auf Dinge fokussiert, die auf dieser Welt real greifbar sind. Echte Dinge, vor allem basierend auf eigener Erfahrung und nicht vorgelebt, bestimmt oder erfunden durch andere.

»Four dudes doing fucked up music for a fucked up world.« So beschreiben Nasty sich selbst. Nasty, das ist die härteste Hardcore-Beatdown-Band Europas – wenn nicht sogar der Welt.

Das neue Album klingt für mich wesentlich mehr nach Metal als der Vorgänger »SHOKKA«. Ihr habt bei Marc Görtz von Caliban im Studio gearbeitet. Auch aufgenommen?
Paddy: Wir haben angefangen die Platte zu schreiben, wie sonst auch – im Proberaum beziehungsweise bei Berry im Studio. Leider hat das zeitlich und wegen persönlichen Angelegenheiten nicht mehr funktioniert, so dass wir umdisponieren mussten. Die Zusammenarbeit mit Marc war komplettes Neuland für uns. Wir sind mit Ideen und Songstrukturen zu Marc gekommen und haben vor Ort im Studio das komplette Album geschrieben. Der gesamte Prozess fand letztendlich in Marcs Studio statt, also die Pre-Production und das Recording der Platte. Marc hat bei Songs wie »Prediction« seine Note einfließen lassen, was uns sehr geholfen hat. Außerdem sind bei weiteren Songs Marcs Akzente zu hören. Ja, hier und da ist es mehr Metal, aber unserer Meinung nach ist es das brutalste Nasty-Album bisher.

Der Einstieg ins Album ist F.Y.W – »Fuck Your World! You won’t get in my head!«. Spätestens beim Titelsong »Realigion« ist eure Haltung klar zu erkennen. Inwieweit seht ihr euch als Band, die sich politisch äußern will?
Matthi: Kein Plan ehrlich gesagt. Wir denken nicht wirklich politisch. Es werden Themen angesprochen, die uns beschäftigen. Ob uns das zu einer politischen Band macht, weiß ich nicht.

Matthi setzt sich und die Snapback-Kappe seines Modelabels »Matar Athletics« gekonnt in Szene.

In eurem Video »Rock Bottom« habt ihre klare Referenzen zum Hip-Hop. Auch mit der Nasty-Realigion-Limited-CD-Box. Wie kommt das zustande?
Matthi: Wir haben keine Lust, uns einzuschränken. Hardcore findet im Kopf statt. Wir sind alle mit verschiedenen Arten von Musik aufgewachsen. Berry und ich haben damals mit sechzehn Jahren schon Hip-Hop und R’n’B gemacht und gefeiert. Berry produziert weiterhin eine Menge Musik aus anderen Genres auf hohem Niveau, somit kam beispielsweise die Idee mit der EP in der Box zustande.


Eigenes Label »Matar Athletics«


Ihr seid weltweit und viel unterwegs. Wie bekommt ihr euer Privatleben, eure anderen Tätigkeiten – ich weiß von dir Matthi, dass du das Fashionlabel Matar Athletics hast – und dann noch eure körperliche Fitness unter einen Hut?
Paddy: Matthi und ich haben sehr tolerante Freundinnen, die uns da keine Steine in den Weg legen. Trotzdem muss man im Privatleben Abstriche machen. Wir gehen jobtechnisch Dingen nach, in denen wir flexibel sein können. Berry ist Produzent, Matthi hat Matar Athletics, Nash und ich sind Freiberufler und arbeiten bei einem Backline- und Tourneeservice. Körperlich fit halten wir uns wie es eben zeitlich passt in Fitnessstudios in unserer Gegend.

Auch Gitarrist Paddy kann sexy posen.

Ihr habt beide ein »Rude Boys Tour 2k17«- Tattoo. Ist das auf Tour entstanden? Hat das die gesamte Band? (Ich weiß natürlich das Nash nicht tätowiert ist.)
Paddy: Ja, das haben wir in Sofia, Bulgarien, machen lassen. Unser Fahrer Aleks hatte schon im Vorfeld einen Termin mit den Jungs im »Sofia Hardcore Tattoos« vereinbart und uns gefragt, ob wir auch Bock auf ein Tattoo hätten. Bis auf Nash hat es jeder machen lassen und wir feiern es mega ab!

Habt ihr eine Tattoo-Gurke? Oder sowas, bei dem man sich heute denkt: Was hab ich mir dabei gedacht?
Paddy: Klar – guck dir mein rechtes Bein an! Damals habe ich mir nicht wirklich Gedanken dazu gemacht, heute noch weniger. Ich denke nur, dass ich den Platz hätte anderweitig nutzen können, für was Cooleres!
Matthi: Freunde, die mittlerweile sehr gute Tätowierer sind, haben damals an mir geübt. Die Quali ist dementsprechend, aber ich empfinde die Bilder nicht als Gurke.

Paddy zauberte dieses verblüffend naturalistische Igeltattoo aus dem Nichts auf Matthis rechtes Knie und legte direkt den Grundstein für eine steile Karriere im Tattoobusiness.

Paddy, du hast dich auch mal als Tätowierer an Matthis Bein versucht. Wie kam es dazu? Und warum ein Igel?
Paddy: Ich habe vor einigen Jahren bei unserem gemeinsamen Kumpel Marcel (Kailitos Way, Duisburg) bei einer Party ein ganzes Blatt vollgekritzelt mit bekloppten, aber sehr realistischen Tieren. Unter anderem war da der Igel bei. Matthi hatte dann irgendwann einen Termin bei Marcel. Den Igel hat er sich schon im Vorfeld reserviert. Viele Stellen hatte Matthi nicht mehr frei, hat mir aber eine sehr delikate Stelle zum Tätowieren geopfert: das Knie. Ich denke das Ergebnis spricht für sich. Ich glaube nicht, dass es schmerzhaft war, auch wenn Matthi augenscheinlich fast kollabiert ist.
Da Matthi ein so bekanntes Tattoomodel ist, war das damals ein Sprungbrett für meine Karriere als Tattoo-Artist. Ich konnte mich anfangs vor Anfragen kaum retten und Matthi hat dann die Funktion meiner Sekretärin übernommen. Ich konnte dann tatsächlich auf diversen Conventions hochkarätige Preise mit den Motiven absahnen! Ich denke, dass Matthi eine spirituelle Gemeinsamkeit mit dem Igel hat – deswegen das Motiv!

Sehr spannend ist auch das Tattoo an deinem Bein, Matthi. Ein Mann, der auf einem Podest steht und auf eine Gruppe darunter stehender Menschen pinkelt, die ihm den Rücken zudrehen. Woher stammt die Idee für das Bild?
Matthi: Das Bild hat mein Vater damals gemalt und zeigt ihn, wie er auf die Masse pisst.

Livekonzerte von Nasty sind nichts für Zartbesaitete.
 

Neues Album im September

Nasty
Realigion (BDHW)
Am 22. September kommt ihr neues Album »Realigion« heraus, ab November haben sie Tourdates in Deutschland.

NastyRealigion (BDHW)Am 22. September kommt ihr neues Album »Realigion« heraus, ab November haben sie Tourdates in Deutschland.

 
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Stand:18 November 2017 05:47:48/szene/europas+brutalste+hardcore-formation+nasty_178.html