Die Superbowl des Hardcore

23.10.2015  |  Text: Aga Hairesis  |   Bilder: Aga Hairesis
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Die Superbowl des Hardcore
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Die Black N’ Blue Bowl ist natürlich vordergründig ein Musikevent – aber in der Hardcore-Szene geht es um mehr als harte Töne. Auch Tattoos sind ein großer Teil der Bewegung. Unsere Reporterin Aga war mittendrin statt nur dabei.

 
Im Backstage-Bereich: Nette Kerle mit Tattoos von Norm.
(Abb. links) »The  best stage in New York City« wird sie genannt, die altehrwürdige und mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Webster Hall. (Abb. rechts) Im Backstage-Bereich: Nette Kerle mit Tattoos von Norm.

 
Versetzt euch in das New York der Zeit vor 1997, bevor das Tätowieren dort legalisiert wurde. Stellt euch vor, ihr befindet euch in den 80ern oder 90ern in einer der größten Metropolen der Welt, in der es nicht möglich ist, sich legal tätowieren zu lassen. Und dann betretet ihr den legendären Punkschuppen CBGBs, wo ihr von volltätowierten Kids umgeben seid, die zu aggressiver Musik ausrasten. Der Sound mit den starken Aussagen kommt von Bands aus der Umgebung, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren, die Tattoos haben sie von Freunden, die bei sich zuhause mit selbst gebastelten Maschinen stechen.
Es ist die Zeit von Lärm und hässlichen Tattoos. Aber der Lärm ist eine Message, die den Kids etwas bedeutet, und mit den grottigen Tattoos bringen sie ihre Verachtung für die Gesellschaft zum Ausdruck, von der sie kein Teil sein wollen. Aber die aggressive Musik und die in die Haut gestochenen Bilder sind nicht nur ein Zeichen dafür, wie angepisst diese Jugendlichen von Gesellschaft, Polizei und Politik sind. Sie sind auch Zeichen einer Leidenschaft, Ausdruck einer selbst gewählten Lebensanschauung und Verpflichtung, die seitdem nicht wieder verschwunden ist.

 
Black N’ Blue Bowl: NYHC von Burn.
New-York-Hardcore-Legenden: Sick of it All.
(Abb. links) New-York-Hardcore-Legenden: Sick of it All. (Abb. rechts) »Burn« kam auf die Bühne und die Menge rastete total aus. Eine Stunde energetische Hardcore verwandelte die Location in einen explodierenden Hexenkessel.

 
The Super Bowl of Hardcore
Vieles hat sich seither verändert. Das Tätowieren wurde im Jahr 1997 legalisiert, das CBGBs wurde geschlossen – an seiner Stelle steht nun ein Designerladen. Aber manches blieb; bereits Ende der 80er Jahre hatte sich im damaligen Ritz in der 11. Straße (inzwischen Webster Hall) die Black N’ Blue Bowl etabliert, die ursprünglich »The Super Bowl of Hardcore« genannt wurde. 2008 wurde sie dann offiziell in »Black N’ Blue Bowl« umbenannt. Seit ihren Anfängen ist die Veranstaltung jedes Jahr gewachsen. 2013 wurde das Event anlässlich der Reunion von »Judge« auf zwei Tage ausgeweitet, und dabei hat man es belassen. Das war auch das erste Mal, an dem ich selbst die Black N’ Blue Bowl besuchte – ich bin schon lange begeistert vom New York Hardcore. Sich auch noch in die Stadt zu verlieben, ist eh nur eine Frage der Zeit. Vielleicht denken manche, es sei verrückt, um die halbe Welt zu reisen, nur um bei der Reunion seiner Lieblingsband dabei zu sein. Aber falls das stimmt, war ich damals zumindest nicht die einzige Verrückte. Und auch in diesem Jahr waren viele Fans aus Übersee eingeflogen, um ein Wochenende voller Spaß und guter Musik zu genießen, und für mich war es an der Zeit, von England aus New York und dem Black N' Blue Bowl einen Besuch abzustatten.

Den kompletten Bericht könnt ihr im neuen TätowierMagazin 11/2015 lesen! Die November-Ausgabe bekommt ihr ab dem 23.10.2015 an den bekannten Verkaufsstellen oder könnt ihr versandkostenfrei im SzeneShop bestellen.
 

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Stand:20 November 2017 13:00:29/szene/die+superbowl+des+hardcore_1510.html