Tattoo-Stil: Fineline

07.05.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: TM-Archiv
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Tattoo-Stil: Fineline
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Tätowieren ist eine lebendige Kunstform, in der sich unterschiedliche Stilrichtungen entwickelt haben. Was die jeweilige Besonderheit eines Stils ausmacht, wie er sich von anderen abgrenzt beziehungsweise wo es Überschneidungen gibt, erklären wir in der Online-Serie »Tattoo-Stil«. Verschafft euch hier einen genauen Überblick über die enorme Stilvielfalt und holt euch so Inspiration für euer nächstes Tattoo!
Als Gegenbewegung zu traditionellen Tätowierungen mit dicken Linien, monochromen Farben und simplen Designs entwickelte sich in den 1980er Jahren in den USA die Fineline. Gestochen wurde mit einer Single-Needle (einer Nadel) oder mit einer »Dreier«- beziehungsweise »Fünfer«-Nadelkombinationen, womit man mit sehr feinen Linien detailreiche Bilder in die Haut stach.

Fineline-Tattoo von Jakub Settgast, Pechschwarz Tätowierungen, Berlin

Ihren Ursprung haben Fineline-Tattoos in der mexikanisch-amerikanischen Cholo-Kultur Südkaliforniens, die eng verbunden ist mit den dortigen Knast- und Gang-Tätowierungen. Tätowierer wie Freddy Negrette und Jack Rudy haben den Fineline-Stil aus dieser Subkultur heraus in die professionellen Studios gebracht und perfektioniert; sie gelten heute als die Pioniere in dieses Stils.

Fineline-Tattoo von Jakub Settgast, Pechschwarz Tätowierungen, Berlin

Auch in Deutschland wurden Anfang der 1990er Jahre der Fineline-Stil sehr beliebt, heute erleben sie eine Renaissance. Vor allem kleinere Tattooprojekte werden mit den dünnen Nadeln gestochen. Neben den präzisen Linien ermöglicht die Fineline-Technik auch weitere Möglichkeiten für die Gestaltung von Oberflächenstrukturen, die über reines Schattieren hinausgehen, um Flächen interessanter zu gestalten. Auch in Kombination mit schwarzen Flächen, die natürlich einfacher mit größeren Nadelbündeln zu tätowieren sind, erreichen die Tätowierer eine neue Bildsprache.

Fineline-Tattoovon Chris Weber, Tragic Kingdom, Mannheim

Die Arbeit mit den feinen Nadelbündeln gilt als anspruchsvoll, da selbst kleine Fehler sofort sichtbar werden und durch das »zu tief stechen« die Gefahr von Blowouts erhöht, also das »Auslaufen« der Linien in der Haut.
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