Tattoo-Motive: Zehn aktuelle Tattoo-Stile!

22.04.2016  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: TM-Archiv
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Tattoo-Motive: Zehn aktuelle Tattoo-Stile!
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Nie waren die Einflüsse aus der Welt der etablierten Kunst aufs Tätowieren so groß wie heute. Das kommt vor allem in den neuen Stilrichtungen zum Ausdruck, mit denen die oftmals aus dem Grafikbereich kommenden jungen Tätowierer das Stylerepertoire ergänzen. Wir erklären die Stilrichtungen und ihre Besonderheiten.
 

Aquarelle

Eher selten werden komplette Tattoos im »Wasserfarbenstil« gestochen. Da die auslaufenden Farbflächen ohne Umrandung langfristig an Haltbarkeit einbüßen können, werden sie oft nur sparsam eingesetzt. Als farbige Ausschmückung eines mehr oder weniger konventionell mit Outlines gestochenen Tattoos oder zusammen mit geometrischen und grafischen Elemente sind die halbtransparent scheinenden und ineinander verlaufenden Farbflächen und Kleckse aber auch langfristig ein Hingucker, sofern die Farben ausreichend satt in die Haut eingebracht wurden.

Aquarell, oder vereinfacht gesagt »Wasserfarbenstil«, wird selten als komplettes Tattoo gestochen, da die auslaufenden Farbflächen ohne Umrandung langfristig an Haltbarkeit einbüßen können.

New Black

Die Reduktion eines Motivs auf schwarze Linien, oftmals nur in einer Linienstärke gestochen, große schwarze Flächen sowie oft auch nur mit Schwarz ausgeführte Schattierungen setzen ein feines grafisches Gespür des Tätowierers voraus, damit das Motiv in seiner kompositorischen Schlichtheit wirkt. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass diese so einfach aussehenden Motive Anfängertattoos seien. Reduktion ist eine Kunst und auch bei der technischen Ausführung sind Fehler schwer zu kaschieren: Wackelige Linien und Blowouts, nicht deckende schwarze Flächen und unsauber gesetzte Whip-Shadings fallen sofort ins Auge. Plakativ stehen die Tattoos im starken Kontrast zur Haut.

Kompositorischen Schlichtheit und große schwarze Flächen sind Stilmerkmale des

Carvings

Der sehr grobe Linolschnitt, der schon etwas feinere Holzschnitt und natürlich der Kupferstich, der mehr Details ermöglicht und eine stärkere Abstufung von Schwarz zu Hellgrau erlaubt, sind Reproduktionstechniken, die Tätowierer neuerdings auch als Stilvorlage für Tattoos verwenden. Stabile Außenlinien und Schraffuren, die je nach Liniendichte verschiedene Schattierungsgrade imitieren, charakterisieren diesen Stil,  der je nach imitierter »Drucktechnik« mehr oder weniger detailliert sein kann.  

Carving-Chestpiece von Ilja Hummel: zeitlos schön.

Geometric

Rechtecke, Romben, Kreise und Striche erscheinen auf der ersten Blick nicht dazu geeignet, als Tattooelement den fließenden Formen des Körpers angepasst werden zu können. Oft werden diese geometrischen Elemente benutzt, um klare, einfache Einzelmotive zu ergänzen. Idealerweise unterstützen diese mathematischen Formen die visuelle Wirkung des zentralen Motivs. Der Übergang zwischen Geometric-Tattoos und Grafik-Stil ist oft fließend.

Ein 2Pac-Porträt im Geometric-Style.

Grafik

Keine Stilrichtung ist so schwer zu definieren wie der Grafik-Stil, denn der Begriff Grafik ist eigentlich eine Sammelbezeichnung für künstlerische Zeichnungen, bei denen die Technik des anschließenden Druckes ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Ausdrucks ist. Beim Tätowieren kommt natürlich keine Drucktechnik zur Anwendung, auch wenn die grafischorientiert arbeitenden Tätowierer durchaus mit der Wirkung der manuellen Vervielfältigungstechnik spielen. Rasterpunkte, Doppelungen von Linien wie bei einem schlecht ausgeführten Druck, oder auch Auflösung von Bildelementen in einfache, meist geometrische Formen sind Stilelemente, die sich bei grafischen Tätowierungen finden. Schon bei der Gestaltung  sind Linien und Flächen das vorrangige bildnerische Mittel. Oft sehen die Motive aus, als befänden sie sich noch im Stadium einer Skizze, also einer nur mit wenigen Strichen angefertigten Zeichnung, die das Wesentliche zeigt. Im Tattoobereich ist dieses Unfertige und Angedeutete gewünscht. Wie hingeworfen wirkende Pinsel- vor allem aber Bleistiftstriche sind im Grafik-Stil oft zu sehen.

Keine Stilrichtung ist so schwer zu definieren wie der Grafik-Stil.

Oldschool

Keine andere Stilrichtung ist in Deutschland zurzeit verbreiteter als Oldschool. Und das mit Recht, werden ihre Vertreter sagen, denn die Technik ist seit vielen Jahrzehnten bewährt. Die Zielvorgabe sind auf lange Haltbarkeit ausgelegte Tätowierungen, bei denen der Betrachter auch noch nach vielen Jahren das Motiv deutlich erkennen kann, selbst wenn die Farben an Intensität verloren haben. Solide schwarze Outlines, Farbflächen, die deckend in die Haut gearbeitet sind, mit dünneren Linien akzentuierte Details sowie kräftige Schattierungen sind die technischen Mittel, mit denen das erreicht werden kann. Das Motiv selbst muss nicht zwingend klassisch sein; die Wahl eines modernen Motivs in traditioneller Umsetzung verleiht einem Tattoo zusätzlich Pepp. 

Dieses Oldschool-Motiv wird dem Träger lange Freude bereiten.

Lineart

Eigentlich könnte man jede mit Outlines gezogene Tätowierung, die noch nicht koloriert oder schattiert ist, als Lineart bezeichnen. Es handelt sich um einen Begriff, der aus der Cartoon- und Comic-Kunst kommt. Da der Arbeitsschritt des Kolorierens bei Lineart-Tätowierungen nicht erfolgt, muss das abstrakt gehaltene oder auch gegenständliche Tattoo bereits in diesem Stadium wirken – und zwar trotz fehlender Dreidimensionalität. Viele Tätowierer empfinden diese nur aus Outlines bestehen den Tätowierungen als unfertig, insbesondere wenn es sich um konkrete Motive handelt. Eine besondere Variante der Lineart ist, wenn das Motiv wirklich nur aus einer durchgezogenen Linie gebildet wird.

Eine besondere Variante der Lineart ist, wenn das Motiv wirklich nur aus einer durchgezogenen Linie gebildet wird.

Black-and-Grey

Das herausragendste Merkmal bei Black-and-Grey- Tattoos ist der plastische, dreidimensionale Effekt. Die Tiefenwirkung kann nur über den richtigen Einsatz von schwarzen Linien, schwarzen Flächen und Schattierungen in Grau erzielt werden. Vor allem die sanftverlaufenden Grauschattierungen, die ohne Brüche von Schwarz bis in den Hautton auslaufen, machen die Qualität einer Black-and-Grey-Tätowierung aus. Starke Hell-Dunkel-Kontraste sind aber nicht weniger wichtig, um der Tätowierung Stabilität zu verleihen und einen zu flachen Eindruck zu vermeiden. In Black-and-Grey ist natürlich jedes Motiv umsetzbar.

Gerade bei Porträts bietet sich eine Umsetzung als Black-and-Grey-Tattoo an.

Neue Schule

Als Gegenbewegung zu den Fineline-Tätowierungen entstand Mitte der 90er Jahre in den USA die New School, die Neue Schule. Die Tätowierer der Westküste entwickelten auf der Grundlage des alten Bildguts, vor allem aber auf Basis der traditionellen Technik der Oldschooler, deren Stil weiter. Es kamen Einflüsse aus der Welt des Comics und des Airbrushs hinzu und das alles kumulierte zu quietschbunten Motiven mit fließenden Farbverläufen, dynamischer Linienführung und Licht- und Chromeffekten. Inflationär entstanden beispielsweise dickleibige Schwalbenpärchen mit Heiligenschein und Teufelshörnchen. Die heutigen Tätowierer der Neuen Schule haben dem brutalen Kitsch abgeschworen, doch die Technik und die Fantasie in der Umsetzung eines Motivs blieben bis heute erhalten.

Auch dynamische Linienführung und Licht- und Chromeffekten sind typisch für die Neue Schule.

Dotwork

Zurück zu den Wurzeln des Tätowierens, als mit einem angespitzten Gegenstand Ruß unter die Haut gestochen wurde und durch das ganz enge Setzen von Punkten eine Linie entstand. Heute werden diese Tattoos oft auch mit Maschine tätowiert, was eine schnellere Arbeitsweise ermöglicht. Auf »richtige Linien« wird dabei nicht generell verzichtet, Schattierungen und Strukturen werden aber mit Hilfe von exakt platzierten Punkten erzeugt. Es braucht von Seiten des Tätowierers viel Akribie und Geduld, um auf diesem Weg ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Die Schönheit einer Dotwork-Tätowierung ergibt sich aus den harmonisch gesetzten Punkten und der Balance zwischen Haut und Tattoofarbe.

Mit Akribie und Geduld wird in Dotwork-Technik ein dreidimensionales Bild erzeugt.

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Stand:22 November 2017 08:07:53/motive/tattoo+motive+stilfrage_164.html