Tattoo-Motive zum Gruseln und Geniessen: Halloween ist da!

27.09.2013  |  Text: Dirk-Boris   |   Bilder: Archiv TätowierMagazin
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Tattoo-Motive zum Gruseln und Geniessen: Halloween ist da!
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Ein bisschen Horror, ein wenig keltische Tradition, etwas Aberglauben, eine Portion Karneval und jede Menge Kommerz – fertig ist Halloween.



Kürbiskopf-Vogelscheuche von Daniel vom Blackout-Tattoo aus Görlitz.

Die Ursprünge und Einflüsse der seltsamen Festivität, die vor allem in den USA und seit einigen Jahren auch zunehmend bei uns in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November begangen wird, lassen sich kaum auseinanderdröseln. Zumindest der Name Halloween lässt sich relativ eindeutig erklären: Er leitet sich ab vom englischen »All Hallows Eve«, der »Abend aller Heiligen«. Der Wortursprung zeigt die Bemühungen, den ursprünglich heidnischen Feiertag mit einem christlichen Fest zu überlagern, ähnlich wie beim Weihnachtsfest, das die heidnische Wintersonnenwendsfeier verdrängte.
 
Im Falle von Halloween hat dies jedoch nicht funktioniert; das christliche Allerheiligen wie auch Allerseelen findet zwar im selben Zeitraum statt wie Halloween, konnte es jedoch nicht überlagern, ganz im Gegenteil hat sich das Halloweenfest zu einem völlig eigenständigen Termin weiterentwickelt. Wahrscheinlich war auch das ursprüngliche heidnische Fest, das durch die christlichen Feiern verdrängt werden sollte, ebenso wie diese eine Feier zum Gedenken an die Verstorbenen. Zu Herbstbeginn finden in vielen Kulturen solche Feiern statt, in Japan ist es das Obon-Fest, in Mexiko der Dia de los Muertos.

Die schwarzen Flattermänner haben zu Halloween Hochkonjunktur. Tattoo von Jerry Magni, Carvico in Italien.

Das keltische Samhain-Fest

Kulturwissenschaftler sind sich uneinig, ob das ursprüngliche Halloween dem irisch-keltischen Samhain entspricht, das zu Herbstbeginn begangen wurde. Samhain war wie die anderen drei wichtigen keltischen Feste Imbolc, Beltane und Lughnasadh ein für die Landwirtschaft wichtiger Tag zur Orientierung im Jahresablauf, zugleich waren diese Feste aber auch mit religiösen Inhalten belegt. Das Frühlingsfest Beltane feierte das Leben, Samhain im Herbst dagegen war der Zeitpunkt im Jahr, an dem das Tor zwischen der irdischen Welt und dem Jenseits geöffnet wurde. Ob das heutige Halloween aber tatsächlich in der Tradition irisch-keltischer Samhainfeiern steht oder ob dieser Zusammenhang nicht doch eher durch den romantisierenden Historismus des 19. Jahrhunderts nachträglich konstruiert wurde, lässt sich heute kaum noch klären. Fest steht jedoch, dass es in Irland und Schottland über hunderte von Jahren zu diesem Termin nicht-christliche Feiern mit großen Feuern gab, die von der Kirche als abergläubische, heidnische und gegen die christlichen Sitten verstoßende Versammlungen verdammt wurden. Wie diese Feiern genau abliefen und was dabei den Unmut christlicher Sittenwächter erregte, ist jedoch nicht überliefert.

Auch Vampire sind zu Halloween willkommen! Tattoo von Czaba Müllner, Nadelwerk, Wels in Östereich.

Rübengeister und Heischebräuche

Klarer scheint die Sache mit dem bekannten Kürbiskopf zu sein: Ein eindeutiger Halloween-Brauch – oder? Einer irischen Legende nach soll der Teufel dem Hufschmied Jack, der auf ewig dazu verdammt ist in der dunklen Zwischenwelt zwischen Himmel und Hölle umzugehen, in der Nacht zu Allerseelen aus Mitleid eine ausgehöhlte Rübe mit einem glühenden Kohlestück als Laterne mitgegeben haben (siehe auch gegenübeliegende Seite). In Amerika, wo irische Auswanderer ihre Bräuche aus der alten Heimat weiter pflegten, boten sich jedoch eher Kürbisse zum Aushöhlen und Schnitzen an. So entstand dort der typisch schaurige Halloween-Kürbis. Allerdings ist auch dieser Brauch nicht exklusiv mit dem irisch-keltischen Halloween verknüpft: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Rübengeister-Bräuchen, die ebenfalls in der Zeit um Allerheiligen gepflegt werden. Eine weitere Parallele: Bei vielen dieser Bräuche gehen Kinder mit ihren Rübenlaternen von Haus zu Haus und erbitten Gaben. Solche »Heischebräuche«, bei denen um Geld, Essen oder – bei Erwachsenen – auch um Schnaps gebettelt wird, gab es früher vor allem in der Erntezeit, in die auch das Halloweenfest fällt. Neben dem »Trick or treat«, zu Deutsch: »Süßes oder Saures«, mit dem an Halloween gebettelt wird, ist übrigens auch das Sternsingen am 6. Januar ein solcher Heischebrauch.
 
Einen konkreten Kern oder traditionellen Inhalt von Halloween festzulegen, gestaltet sich schwierig. Es ist ein Abend, an dem wie in einem großen Hexenkessel unterschiedlichste Bräuche, Rituale, Legenden und Einflüsse zu einem vielschichtigen karnevalesken Fest zusammengemischt werden. Dass zu Halloween die dunkleren, dämonischen Figuren im Vordergrund stehen, geht auf die Vorstellung zurück, dass an diesem Abend die Grenzen zwischen der Welt der Toten und der Lebenden durchlässig werden. Denn während beim christlichen Allerheiligen und Allerseelen der Verstorbenen nur gedacht wird, besteht in der heidnischen Vorstellung auch die Möglichkeit, dass Wesen aus der Anderswelt zu dieser Zeit tatsächlich in die Welt der Menschen gelangen können. So erklärt sich, was Hexen, Skelette oder Gespenster beim Halloweenfest zu suchen haben.

Hexen haben zwei Feiertage: Walpurgisnacht im Frühjahr und Halloween im Herbst. Tattoo von  Uncle Allan, Conspiracy Inc., Berlin.

Vom Totenfest zum Karneval im Herbst

Aber was haben Freddy Krüger, Jason oder Jigsaw mit Halloween zu tun? Die Protagonisten dieser Slasher- und Horrorfilme können beim besten Willen nicht mit keltischem Brauchtum in Verbindung gebracht werden … Wahrscheinlich war es der Film »Halloween« von John Carpenter von 1978, der indirekt das Kostümrepertoire von Halloween-Fans auch um schwarz-rot gestreifte Pullis und Eishockeymasken erweiterte. Die Figur des Michael Myers, der in »Halloween« mordend durch die Straßen von Haddonfield zieht, bot sich mit seiner einschüchternden Maske natürlich als interessante Alternative zu Hexen- und Vampirkostümen an. Weitere Kultfilme dieses Genres wie »Nightmare on Elm Street«, »Freitag der 13.« oder »Saw« haben zwar nicht wie die Geschichte um den psychopathischen Massenmörder Michael Myers einen inhaltlichen Bezug zu Halloween – aber dafür umso interessantere Gruselgestalten mit 
coolen Outfits! Zunächst war der Dresscode für Halloween-Kostümierungen zumindest noch auf »gruselig« festgelegt und neben den traditionellen Bettlaken-Gespenstern und Knochenmännern sah man auch immer mehr Scream-Masken, Frankenstein-Monster, Draculas und Zombies von Haus zu Haus ziehen, um nach Schokolade und Bonbons zu fragen. Inzwischen verirrt sich aber auch schon mal ein kleiner Cowboy, ein Astronaut oder eine Prinzessin zwischen die Gruselgestalten.
 
Wenn Halloween jemals einen traditionellen Kern hatte, entfernt es sich von diesem inzwischen immer weiter. Wie in Amerika haben auch bei uns vor allem die Industrie und Handel ein Interesse daran, die Gruselnacht kommerziell auszuschlachten und überschwemmen den Markt mit Plas-tikgrabsteinen, Schokofledermäusen und jeder Menge anderem Kitsch. Von traditionellem Brauchtum, wie man es bei ähnlichen ursprünglich heidnischen Festtagen und Ritualen vor allem in ländlichen Gebieten heute noch beobachten kann, hat sich Halloween weitgehend entfernt – es ist inzwischen genau so ein Kommerzfest wie Weihnachten, Ostern, Valentins- und Muttertag. Vereinzelte Versuche moderner Heiden, das Totenfest wieder in seiner – vermeintlich – ursprünglichen Form zu begehen, bleiben kaum beachtete Randerscheinungen. Unerm Strich ist Halloween einfach ein zweiter Karneval im Herbst – nur eben gruseliger, und um einiges cooler!     

Freddy Krüger hat eigentlich nicht wirklich etwas mit Halloween zu tun – außer, dass es sich bei ihnen um eine Horror-Figur handelt.Tattoo von Heinz Graynd, Bunte Haut, Solingen.

Die Legende von Jack mit der Laterne

Eine irische Legende erzählt die Geschichte vom trinksüchtigen Hufschmied Jack, der eines Abends im Pub, als er kein Geld mehr zum Zechen hatte, verkündete, er würde seine Seele für einen Drink verkaufen. Prompt erschien der Teufel und schloss den angebotenen Handel mit ihm ab. Da Jack kein Geld mehr hatte, schlug er dem Teufel vor, dieser solle sich in eine Münze verwandeln, mit der Jack seinen Drink bezahlen wollte. Doch kaum hatte der Teufel sich in das Geldstück verwandelt, steckte Jack es in seine Geldbörse, die mit einem Kreuz verziert war; so konnte der Teufel daraus nicht mehr entkommen. Erst nachdem der Teufel ihm versprochen hatte, ihm seine Seele zu lassen, ließ Jack ihn wieder frei.

Vogelscheuche und Rabe verstehen sich prächtig. Tattoo von Este Tattoo, Töging am Inn.

Als Jack eines Tages starb, wurde er an der Himmelspforte abgewiesen, denn einen Mann, der Geschäfte mit dem Teufel trieb, wollte man nicht einlassen. Doch auch in der Hölle wurde Jack zurückgewiesen; schließlich hatte der Teufel ihm ja versprechen müssen, seine Seele nicht anzutasten und verweigerte dem toten Jack deshalb trotzig den Eintritt. Im Himmel genauso unerwünscht wie in der Hölle ist Jack seitdem dazu verdammt, in der dunklen Zwischenwelt zu leben.

Dieses Schicksal berührte sogar den Teufel, der eine Rübe aushöhlte, ein glühendes Kohlenstück aus dem Höllenfeuer hineinlegte und es Jack als Laterne mitgab. Seitdem zieht Jack mit seiner Laterne durch die dunkle Welt zwischen Himmel und Hölle; nur einmal im Jahr, am Abend vor Allerheiligen, wenn die Tore zum Reich der Toten offenstehen, kehrt er für kurze Zeit zurück in die Welt der Lebenden und zieht mit seiner Laterne durch die Herbstnacht.

Der Kürbiskopf als Jack-in-the-Box von Balázs Révai, The Penetration Inc. Tattoo Studio, Wien.

Aberglaube zu Halloween

Mit der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November sind zahlreiche abergläubische Vorstellungen verbunden. Es ist, ähnlich wie die Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag, eine Zeit, in der die Geister Verstorbener in die Welt der Menschen gelangen können. Wer in dieser Nacht geboren wird, kann Geister sehen und mit diesen in Kontakt treten. Auch die Elfenwelt, die den Menschen normalerweise verborgen ist, wird in dieser Nacht für kurze Zeit sichtbar. Außerdem glaubte man, dass man in dieser Nacht sein Schicksal voraussehen könnte; wenn beispielsweise ein junges Mädchen an Halloween mit einem Spiegel über ihre linke Schulter in einen zweiten Spiegel blickt, wird sie darin ihren zukünftigen Ehemann sehen.

Der Kürbiskopfgeist wird gern als Vogelscheuche dargestellt. Dieses Tattoo zeigt ihn im Kreise einiger Waldbewohner.
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Stand:20 November 2017 12:56:17/motive/tattoo+motive+halloween_139.html