Tätowiermaschinen

16.12.2011  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: TM-Archiv
Tätowiermaschinen
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Tools of the trade: Ein geschwungener Metall-Rahmen, zwei Kupferdraht-Spulen ergeben Symbol für elektrische Tätowierungen!
Ein geschwungener Metall-Rahmen, zwei Kupferdraht-Spulen: Was für Szene-Fremde wie ein undefinierbares Ersatzteil oder ein Klumpen moderner Kunst aussieht, erkennen Tattoo-Fans sofort als das Symbol für elektrische Tätowierungen schlechthin!

Eine Türklingel mit Nadel und Tinte

Eigentlich funktioniert sie nicht viel anders als eine Türklingel; zwei Drahtspulen bilden einen Elektromagneten, der nach dem Prinzip des so genannten Wagnerschen Hammers als elektromechanischer Unterbrecher funktioniert. Durch unablässiges An- und Abschalten des Magneten bei Stromzufuhr wird bei der Tattoo-Maschine die Nadelstange in hoher Frequenz auf- und ab bewegt, ganz genau so, wie derselbe elektromagnetische Mechanismus den Klöppel einer Türklingel zigmal pro Sekunde hin und herbewegt und diesen auf den Gong trommeln lässt. Die schnelle Bewegung der Nadeln ermöglicht es zusammen mit der entsprechenden Kraft, mit der sie bewegt werden, dass diese mühelos und unablässig menschliche Haut durchstechen können, so dass es beinahe aussieht, als könne man eine Tattoo-Maschine wie einen – etwas klobigen – Buntstift handhaben.  

O’Reilly Patent Stecil Pen bei Edison

Aus dem Stencil Pen von Thomas Alva Edison entwickelte  Samuel O’Reilly die erste Tätowiermaschinen.

Das Grundprinzip stammt von Thomas Edison
Sicher hatte Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, nicht das Tätowierhandwerk im Sinn, als er 1877 seinen elektrisch betriebenen »Stencil-Pen« zum Patent anmeldete, aber im Prinzip entsprach das Gerät in Aufbau und Funktion bereits ziemlich genau dem, was wir heute als Tattoo-Maschine kennen, auch wenn Spulen und Nadelstange noch etwas anders angeordnet waren. Edisons Apparatur hatte den Zweck, Vorlagen zu perforieren, um sie anschließend als Schablonen zur Vervielfältigung benutzen zu können. Hätte man jedoch die Spitze des »Stencil-Pens« in Tusche getunkt, hätte man wahrscheinlich damit bereits elektrisch tätowieren können.
14 Jahre nach Edisons finanziell nur mäßig erfolgreicher Erfindung stolperte ein Tattoo-Lehrling aus New York über die Idee eines elektrisch betriebenen Geräts, das eine Nadel sehr rasch auf- und abbewegte. Samuel O’Reilly wurde klar, dass Edisons Erfindung im Prinzip dasselbe erledigte, was er auch in seinem Tattoo-Studio in New York die ganze Zeit tat: eben eine Nadel immer und immer wieder durch eine Oberfläche zu stechen. Er entwickelte Edisons Idee weiter und meldete vor ziemlich genau 120 Jahren die erste elektrisch betriebene Tattoo-Maschine zum Patent an. Dass auch der berühmte New Yorker Tätowierer Charlie Wagner ein Patent auf eine Tätowiermaschine besaß, erklärt sich wohl aus der Beziehung der beiden: O’Reilly ging bei Wagner in die Lehre. Immer wieder wird darüber gestritten, wer der beiden tatsächlich als Erfinder der Tätowiermaschine gelten darf, doch Wagners Patent datiert auf 1904 und ist damit 13 Jahre zu jung, um O’Reilly dessen Ruf ernsthaft streitig zu machen.



Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der Januar-Ausgabe 2012
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