Inspired Tattoo Portraits - sinnliches Fotoprojekt über Menschen mit tätowierten Ganzkörperkonzepten

27.06.2014  |  Text: Fabienne Anthes  |   Bilder: Céline Aieta
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Inspired Tattoo Portraits - sinnliches Fotoprojekt über Menschen mit tätowierten Ganzkörperkonzepten
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Das Fotoprojekt »Inspired Tattoo Portraits« der Französin Céline Aieta erhebt sich durch seinen journalistischen Ansatz und seine außergewöhnliche künstlerische Ausführung aus der Masse von Fotoserien über Tätowierte.
 
Fotoprojekte über Tätowierte gibt es seit einigen Jahren wie Sand am Meer, aber nur wenige zeichnen sich durch eine besondere Ästhetik oder durch einen tiefgehenden journalistischen Ansatz aus. In Céline Aietas Projekt »Inspired Tattoo Portraits« finden sich verschiedene journalistische Ansätze, die in einem konsequent durchgestalteten Kunstprojekt zusammengefasst werden, in dessen Mittelpunkt Célines analoge Mittelformat-Fotografien stehen.

Der Chemiker Danny begann erst im Alter von 21 Jahren sich tätowieren zu lassen und verbesserte dadurch merklich sein Körpergefühl und sein Selbstbild.

Die heilige Dreifaltigkeit

Jedes der Porträts besteht aus drei Teilen: einem ungefähr einminütigen Videoclip, der den Betrachter einstimmt und den tätowierten Protagonisten erstmals unkommentiert in einem seiner Persönlichkeit entsprechenden Umfeld vorstellt, einem Interview, das sich intensiv mit den Denkweisen des Porträtierten und seiner persönlichen Tattoo-Geschichte auseinandersetzt und natürlich der von Céline fotogafierten Bilderserie.

Die Vorbereitung und Ausarbeitung eines Porträts nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, weswegen Céline im Schnitt über einen Monat an einem Porträt arbeitet. Besonders wichtig ist ihr die Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit der Porträtierten in etlichen Vorgesprächen, bei denen sie einen Bezug zur Person aufbaut – ein unerlässlicher Schritt, um einfühlsame und intime Bilder zu fotografieren, bei denen die Modelle entspannt vor der Kamera agieren und ganz sie selbst sind. Am schwierigsten ist es für Céline eine für ihr Projekt geeignete Person zu entdecken. Es kommen nur Menschen in Frage, bei denen sie sofort ein gutes Gefühl hat, denn sie agiert sehr intuitiv.

Flora Amalie ist Shop-Managerin und Mitbe-sitzerin des Tattoo-Studios Conspiracy Inc. in Berlin, das sie liebevoll und mit allerlei Kuriositäten und charmanten Sammler-objekten eingerichtet hat.

Grundvoraussetzung, um ihre Aufmerksamkeit zu wecken, sind zweifelsohne qualitativ hochwertige Tätowierungen, die großflächig auf dem Körper des Trägers oder der Trägerin verteilt sind. Daraus speist sich dann Célines Interesse zu entdecken, wer die Person ist und wie diese aufgrund ihres Charakters und ihrer Lebensgeschichte dazu kam, den eigenen Körper durch Arbeiten verschiedener Tattoo-Künstler derart umzugestalten.
 
Céline selbst ist der Meinung, dass es natürlich wichtig ist, einen technisch und künstlerisch herausragenden Tätowierer auszuwählen, dessen Stil geeignet ist, die gewünschten Motive umzusetzen und an den Körper anzupassen; aber man solle auch nicht vergessen, dass das Hautbild erst durch die Persönlichkeit seines Trägers zum Leben erweckt wird. Daher steht für sie während des Shootings in erster Linie der Mensch im Vordergrund – erst dann fällt ihr Fokus auf dessen Körperkunst.

Die finale Serie schwarz-weißer und farbiger Bilder entsteht analog und spontan. Dadurch, dass Céline nur mit ihrer Holga-Kamera, Lomofilmen wie »Lady Grey« und mit natürlichem Licht fotografiert, haben ihre Bilder einen sehr speziellen, körnigen Vintage-Look. Die Bilder werden nicht retuschiert und nachbearbeitet und wirken daher lebensnah und unmittelbar.

Juliens Arme, Oberschenkel und sein Chestpiece wurden von Mikaël de Poissy gestochen. Wie die anderen Porträtierten schätzt er es, immer wieder dieselben Tattoo-Künstler aufzusuchen und baut eine starke persönliche Bindung zu ihnen auf.

Lebende Kunstobjekte


Die von Céline liebevoll ausgewählten Personen erscheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, haben aber viel gemeinsam. Alle haben sich aus ästhetischen Gesichtspunkten dazu entschieden ihre Körper mit Tätowierungen in ein stimmiges Ganzkörperkonzept umzuwandeln, in dem sich ihre Interessen, Erfahrungen und Gefühle spiegeln. Es handelt sich um Menschen, die fest im Berufsleben stehen, klar ausgeprägte Interessen haben und über einen gewissen Sinn für Kunst und Ästhetik verfügen. Auch haben sie alle noch nie professionell vor einer Kamera agiert und schätzen es im echten Leben nicht unbedingt, sich zu präsentieren oder sich bewusst in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Umsetzung der von den Porträtierten erdachten Ganzkörperkonzepte erfordert viel Hingabe und ein klares Konzept. Zudem braucht es Ausdauer, der nötig ist, in Bezug auf den Zeitrahmen den Körper großflächig tätowieren zu lassen, einen nicht unbeträchtlichen finanzielle Aufwand, um die Arbeit der Tätowierer und die Anfahrtswege zu den ausgewählten Künstlern zu vergüten, eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper aufgrund der schrittweisen Umgestaltung und der teilweise äußerst präsenten körperlichen Schmerzen.

Seit ihrer Heirat mit Tätowierer Uncle Allen wird Flora Amalie von ihm tätowiert und sammelt auch Arbeiten anderer Tätowierer auf ihrem Körper. In Japan wurde sie in nach ihrer Aussage langen und extrem schmerzhaften Sessions von Shige tätowiert.
 

Das Erarbeiten eines Ganzkörperkunstwerkes

Nach Célines Meinung eint die von ihr gezeigten Persönlichkeiten auch eine ähnliche Sicht auf die Tattoo-Kultur und interne Codes der Szene, die auch ihren eigenen Ansichten entspricht. Sie findet, dass man Tattoos an sehr präsenten Stellen des Körpers wie an den Händen und am Hals erst als Schritt in Erwägung ziehen sollte, wenn ein Großteil der nicht im Alltag sichtbaren Haut bespielt wurde. Heute sei es ihrer Meinung nach allgegegenwärtig, dass sich Leute recht unreflektiert und beeinflusst von Mode tätowieren lassen. Großflächig Tätowierte, die einen ganzheitlichen ästhetischen Ansatz ausarbeiten, seien eine Seltenheit.
 
»Ich gehe bei der Auswahl der Porträtierten, zu denen ich aus ehrlichem Interesse an der Person und auch um des Projektes willen eine Beziehung aufbaue, keine Kompromisse ein«, sagt Céline. Daher seien die ersten sieben Porträts auch von Männern und erst mit dem achten war es ihr möglich, eine Frau vorzustellen, denn es sei sehr schwer, Frauen zu finden, die konzeptionell und zudem fast am ganzen Körper tätowiert sind.«

Nahaufnahme eines Namakubi-Tattoos von Roberto Dardini auf dem Körper Yannicks.

Stechbrief

Céline Aieta wuchs in Nizza an der französischen Côte d’Azur auf, bevor sie vor drei Jahren in das kulturelle Zentrum Frankreichs nach Paris umzog. Durch ihren Vater, einen freischaffenden Künstler, wurde ihr die Fotografie nahegebracht und begleitete sie von klein auf. Sie studierte Kommunikation und orientalische Sprachen (Chinesisch und Japanisch) in Paris und entdeckte auf einer Studienreise nach Amerika ihre Leidenschaft für Ganzkörpertätowierungen. Seitdem sammelt die attraktive 26-Jährige auf ihrem Körper selbst Arbeiten von Uncle Allen, Michael de Poissy und Mattew Gordon und würde ein geeignetes Modell für ihr eigenes Fotoprojekt abgeben. Das Projekt »Inspired Tattoo Portraits « wurde von ihr im März 2013 ins Leben gerufen und seitdem mit viel Engagement neben ihrer normalen Arbeits weitergeführt. Sie strebt in naher Zukunft eine Buchveröffentlichung und eine Ausstellung der »Inspired Tattoo Portraits« an.

Kontakt
www.inspiredtattooportraits.com
facebook.com/inspiredtattooportraits

Der Engländer Danny arbeitet als Wissenschaftler in der Forschungsabteilung für Molekularmag-netismus der Universität von Bordeaux und ist somit ein gutes Beispiel dafür, dass ein von Tattoos überzogener Körper kein Zeichen für mangelnde Bildung oder schlechte Ausbildung ist.
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Stand:18 November 2017 05:50:35/motive/inspired+tattoo+portraets_146.html