Dürers Betende Hände

25.05.2012  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: TM-Archiv
Dürers Betende Hände
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Zwischen Kitsch, Gottesfurcht und Blasphemie: Dürers »Betende Hände« sind wahrscheinlich das am meisten als Tätowierung reproduzierte Kunstwerk. Dabei entfernen sich moderne Interpretationen immer weiter vom Original – das übrigens nichts weiter war als eine Arbeits-Skizze …




Jerry Magnis Tattoo kommt dem Original sehr nahe, denn auch Dürer benutzte in seiner Zeichnung weiße Highlights. Der Rosenkranz hat allerdings nichts mit dem Original zu tun.


Ein Schwein namens Albrecht
Was er wohl dazu sagen würde, dass ein Schwein nach ihm benannt wurde? Ja, nicht nur nach ihm benannt – das Albrecht-Dürer-Schwein verdankt dem großen Sohn der Stadt Nürnberg überhaupt erst seine Existenz! Und das sagt einiges aus über die Arbeiten des fränkischen Künstlers, denn diese waren so wirklichkeitsgetreu, dass es anhand eines Kupferstichs von Dürer aus dem Jahr 1496 mit dem Titel »Der verlorene Sohn bei den Schweinen« möglich war, das eigentlich schon lange ausgestorbene mittelalterliche Hausschwein wieder zurückzuzüchten.


Tattoo von Tomas, Tattoo Tomas · Erlangen (DE)

Tattoo Tomas setzte die »Betenden Hände« in der Art eines Holzschnitts um, festgenagelt an die heilige Schrift..


Man darf annehmen, dass Dürer sich darüber gefreut hätte, denn schließlich beschäftigte er sich intensiv mit Fragen der realistischen Abbildung von Objekten, wie beispielsweise mit dem Problem der perspektivischen Darstellung und der Proportionen. Dass seine Bemühungen also derartig erfolgreich waren, dass man knapp 500 Jahre nach seinem Tode eine Tierrasse allein nach einem seiner Werke wieder zum Leben erwecken konnte, hätte er bestimmt als großen Erfolg gewertet – möglicherweise hätte er sich nur gewünscht, dass es nicht gerade das Schwein hätte sein müssen, das nun seinen Namen trägt. Denn von Dürer sind ja auch großartige Darstellungen anderer Tiere, beispielsweise eines Hasen oder des bekannten »Rhinocerus« überliefert, einem Panzernashorn, dessen Detailgenauigkeit in Dürers Holzschnitt von 1515 noch umso erstaunlicher ist, wenn man weiß, dass Dürer das von ihm wiedergegebene Nashorn selbst überhaupt nie gesehen, sondern lediglich aufgrund von Beschreibungen und Skizzen Dritter dargestellt hatte.
 

Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der Juni-Ausgabe 2012

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