Black & Grey

20.01.2012  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: TM-Archiv
Black & Grey
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Farbe ist für manche Tattoo-Fans gleichbedeutend mit Kitsch. Sie mögen es lieber minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert.
Farbe ist für sie gleichbedeutend mit Kitsch: Manche Tattoo-Kunden mögen es lieber minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert, legen dafür aber umso mehr Wert auf makellose Technik bei feinsten Grauabstufungen. Schwarz und Grau – aber das in unendlich feinen Schattierungen – mehr braucht eine gute Tätowierung für viele Tattoo-Fans nicht!

Steve Soto · Goodfellas Tattoo Art · Orange (US)

Manche Stilrichtungen werden traditionell in Black & Grey gestochen wie die Tattoos im Chicano-Style. Tattoo von Steve Soto · Goodfellas Tattoo Art · Orange (US).

Reduziert auf das Wesentliche? Oder langweilig? Vielschichtig, plastisch? Oder doch nur tristes Grau in Grau? Manche Tattoo-Fans können nicht verstehen, wie man sich mit schwarz-grauen Tattoos zufrieden geben kann, wenn es doch auch beim Tätowieren eine praktisch unerschöpfliche Farbpalette gibt. Echte Black & Grey-Fans rümpfen dagegen die Nase über Jahrmarkts-bunte Hautbildchen, die sie einfach nur als kitschig empfinden. Und nachdem in den letzten Jahren viele Tätowierer besonders tief in die Farbtöpfe gegriffen haben, scheinen immer mehr Kunden inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes mit Farbe gesättigt zu sein. Und so, wie man nach zu viel Kuchen und Schokolade auch mal wieder richtig Lust auf herzhaften Käse und salzigen Speck hat, feiert nach dem Colour-Overkill der letzten Jahre das good old Black & Grey sein Revival.

Andy Engel · Andys Tattoo & Piercing Studio · Kitzingen (DE)

Farbige Portraits wurden in den letzten Jahren sehr populär. In Black & Grey wirken sie nostalgischer und haben oft mehr Charme. Tattoo von Andy Engel · Andys Tattoo & Piercing Studio · Kitzingen (DE).


Farbe, Nein Danke: Der Chicano-Style
Einen großen Beitrag zu diesem Comeback hat sicher der Chicano-Style geleistet, der nun auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Dieser Stil, der bei Gangs in L.A. und in berüchtigten Haftanstalten wie Folsom, St. Quentin oder Pelican Bay State Prison entstand, zeichnet sich durch seine Schlichtheit aus; bei den Gangs wie auch in den Gefängnissen hatten Tätowierte nur die einfachsten Materialien zur Verfügung. Tätowiert wurde mit einzelnen Nadeln, weswegen der Stil auch als Single-Needle oder Fineline-Style bekannt ist, und als Farbe kam nur Schwarz aus Ruß und Asche in Frage, das mit Wasser zu verschiedenen Graustufen verdünnt wurde. Während der Fineline-Style oft hohen künstlerischen Anforderungen genügt und insbesondere die Schriften, die darin zur Anwendung kommen, kunstvoll geschwungen und kalligraphisch anspruchsvoll umgesetzt werden, verleiht die Reduktion auf Schwarz und Grauschattierungen diesen Tätowierungen etwas Ernsthaftes, Elementares und Bodenständiges. Selbst das kleinste bisschen Farbe würde einem Chicano-Tattoo sofort jegliche Authentizität und Street Credibility nehmen.


Den vollständigen Artikel und alle Bilder findet ihr in der Februar-Ausgabe 2012

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