Alles so süß hier! Süße Tattoo-Motive der japanischen Kawaii-Kultur

01.01.2015  |  Text: Manami Okazaki  |   Bilder: Manami Okazaki, TM-Archiv
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Alles so süß hier! Süße Tattoo-Motive der japanischen Kawaii-Kultur
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Süße Tattoo-Motive sind auch bei Erwachsenen angesagt. In Japan hat die Kultur des Verniedlichens einen Namen: Kawaii. Bei uns werden sogenannte Kidults, also Erwachsene mit kindlichen Verhaltensweisen und Tattoos noch schräg angeschaut.
Die eleganten Kompositionen traditioneller japanischer Tätowierungen begeistern die Tattoofans weltweit. Mittlerweile hat aber ein weiterer aus Japan kommender Tattoostil ebenfalls großen Einfluss auf die Tattoowelt, nämlich der Kawaii-Stil. Die süße Welt der japanischen Populärkultur erobert nun auch die hiesige Tattooszene.

Ebenfalls kawaii: Die undefinierbare Kultfigur Domo. Tattoo von Alex Strangler.
 

Kindchenschema

Das Adjektiv »kawaii« kann man grob mit süß, niedlich und kindlich aus dem Japanischen übersetzen; im ursprünglichen Sinne ist alles, was dem Kindchenschema entspricht, kawaii: ein im Vergleich zum Körper sehr großer Kopf, große runde Augen, eine hohe Stirn, eine kleine Nase, kurze Arme und Beine. Diese Merkmale finden sich sowohl bei Babys als auch bei jungen Tieren und lösen den Reflex der Fürsorge und des Kümmerns aus.

Die US-amerikanische Tätowiererin Alex Strangler liebt die süßen Tattoomotive und kombiniert das knuffige Kätzchen mit einer Extraportion Herz!


Japanischer Mainstream
 

Heute wird in Japan der Ausdruck kawaii weitaus umfänglicher benutzt. Mit kawaii werden Gegenstände, Menschen und Eigenheiten bezeichnet, die dem im japanischen Mainstream zum Ideal erhobenen Zustand des Süßen und Niedlichen entsprechen. Es ist ein schmeichelhafter Ausdruck, mit dem fast alles belegt wird. Er steht synonym für schön, liebenswert, passend, süchtig machend, lustig, reizend, schrullig, skurril und krass; egal, ob es sich um einen Tisch, ein Auto, ein Gebäude, einen Donut oder Zug handelt – alles kann kawaii sein.

Tassilo aus dem Disneyfilm »Die Schöne und das Biest« von Alex Strangler.

Süß sells!


Und in Japan ist so ziemlich alles süß. Denn Marketingstrategen haben herausgefunden, dass entsprechend kindlich gestaltete Dinge des Alltags diese begehrenswert für die Kunden machen. Ob Zeichenblock oder Strümpfe – mit einem niedlichen Gesicht darauf verkauft es sich besser. Ganz offensichtlich wird diese Kultur bei den in Japan sehr populären Maskottchen. Polizei, Stadtverwaltung, Busbetrieb oder Feuerwehr, fast jede Einrichtung und jedes Unternehmen hat eines. Selbst Tepco, der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima: Das gelbe Vögelchen heißt Kibitan und soll seit dem Supergau den Kindern die Angst vor der radioaktiven Strahlung nehmen. Immer alles lustig, süß und knuffig, eben kawaii.

Vom Fotohintergrund bis zur Rüschen-Unterbuchse – hier passt alles. Tattoos aus dem Chopstick-Studio in Osaka.


Ewige Verbindung


Natürlich macht die Ästhetik der Kawaiikultur auch vor der Tattoowelt nicht halt. Cupcakes, Anime-Motive, Mädchen mit funkelnden Augen im Manga-Style, nette Tiermotive in Pastell – alles, was in der japanischen Populärkultur angesagt ist, findet sich als Motiv auch auf der Haut wieder. Pastellfarben, runde Formen und das eingangs beschriebene Kindchenschema sind die Elemente, die als kawaii wahrgenommen werden. Ihre ungekrönte Königin ist die Hello-Kitty-Figur des japanischen Geschenkartikelherstellers Sanrio (Siehe Hello-Kitty-Con auf Seite 126).
Wer vor 40 Jahren einen Geldbeutel mit dem Signet der kleinen, an ein Mädchen erinnernden Katze geschenkt bekam, der kann meist heute noch mit dem Label etwas anfangen. Selbst Prominente wie Lady Gaga, Avril Lavigne, Paris Hilton und Lisa Loeb bekennen sich ganz offen zu ihrer Hello-Kitty-Leidenschaft, die mithin kultischen Charakter annehmen kann. Es gibt sogar Paare, die sich im Tokioter Themenpark Sanrio Puroland trauen lassen; in der Kulisse von Pochacco, Kuromi, My Melody, Pom Pom Purin … und vor allem Hello Kitty.

Alles Kawaii! Das Niffy-Häschen von Alex Strangler entspricht mit seinem großen Kopf, der hohen Stirn und den runden Augen perfekt dem Kindchenschema.

Kidults


Während in Europa die so genannten Kidults, also Erwachsene, die kindliche Verhaltensweisen ganz bewusst beibehalten, eher kritisch betrachtet werden, ist dieses Verhalten in Japan vollkommen akzeptiert. Zudem zieht die japanische Popkultur mit dem Manga- und Anime-Boom der letzten Jahren auch in Europa und Amerika ein immer größeres Interesse auf sich. Daneben finden sich bei uns noch weitere Motive als Vorlage für ein Tattoo, nämlich solche, die unsere Kindheit weitaus stärker geprägt haben als die Figuren aus Fernost. My Little Pony, Regina Regenbogen, Schlümpfe oder Einhörner waren Begleiter mancher Kindheit und finden sich so auch als Tattoos wieder. Ihre Träger sehen sich nicht selten mit der Frage konfrontiert, wie sie denn im Alter mit den Motiven klarkommen. Wahrscheinlich genauso gut wie mit jedem anderen Tattoo und dem Trost, dass es neben dem täglichen Horror auch eine schöne Welt gibt. Wenn auch nur als Illusion.


 
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