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Model: Shonda Mackey, Fotografin: Jenna Kraczek Photography


Model: Shonda Mackey, Fotografin: Jenna Kraczek Photography

 
TÄTOWIERER
  • »Mein Job ist es, ich selbst zu sein«
    Tätowiererin Miryam Lumpini aus Los Angeles inszenierte sich schon früh als Eigenmarke

     
  • Back to Black
    Tribale Traditionals des Esseners Hanaro Shinko

     
  • Horizarus fließende Welt
    Asia-Tattoos zwischen Ukiyo-e, American Traditional und Pokultur

     
AUS DER SZENE
  • Ratgeber: Filler    
    Tattoos zum Lücken füllen
  • Battle of the Best 
    Die drei Finalisten des TM-Nachwuchswettbewerbs

     
  • Softeis, Currywurst und Glücksbärchis
    Die deutsche Metalcore-/Trancecore-Band Eskimo Callboy
     
  • Tattoo Academy
    Venus hoch zwei: Die Schaumgeborene und die aus Willendorf
       
  • Nachgestochen
    Mit Anche aus Köpenick und Ramin Banan aus Wiesbaden

     
  • Bärte im Bademantel
    Jay und Kausel über das Tragen von Bademänteln in der Öffentlichkeit

     
  • Custombike-Show: Dieses Jahr mit Tattoo-Area!    
    Die weltgrößte Custombike-Show erstmals mit Spitzentätowierern 

     
  • Wacken, Backstage
    Harry und Saskia in der Tattoopagode im »W:O:A Artist Village« 

     
  • Tattoo-Art: Ein delikates Geschenk    
     Surreale Aquarelle von Mariusz Trubisz

     
  • Schamlose Fantasien    
    Rockin’ Jelly Beans Traum von dicken Titten und prallen Hintern 

     
  • Tattoo-Erotica-Personality    
    Altenpflegerin Franziska



    VERANSTALTUNGEN
     
  • Rock’n’Ink reloaded
    Rock'n'Roll-Mucke und Tattoos in Chemnitz​
  • Tattoografie sticht Geografie
    1. Kaiserstadt Tattoo Expo Aachen

     
  • Frische Farbe für Shanghai
    1. Tattoo Expo in Shanghai
  • Statement für die Ewigkeit
    Stockholm Ink Bash

MOTIVE
  • Klassiker der Tattoogeschichte: British Bulldog
    Beschützer des Vereinigten Königreichs
 
STANDARDS

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Die Kippe danach
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TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesKulturaustausch: Ein Gewinn für alle!

Der rote Faden, der sich durch unsere Novemberausgabe zieht, ist der kulturelle Austausch zwischen Asien und dem Westen sowie die kreativen Ergebnisse, die daraus hervorgehen. Vor einem halben Jahrhundert waren der amerikanische Tätowierer Sailor Jerry Collins und sein japanischer Kollege Horihide die beiden ersten Tattookünstler, die einen solchen Austausch anstießen, der damals vor allem auf die Entwicklung der westlichen Tattoostile enormen Einfluss hatte. Heute ist es mit Horizaru (Interview ab Seite 84) ein japanischer Tätowierer, der bewusst Stilelemente der Oldschool und des Western Traditional in seinen klassisch japanischen Arbeiten übernimmt. In beiden Fällen führte der kulturübergreifende Austausch nicht zu einer Beliebigkeit, Verschmelzung oder Verwässerung der beiden Tattootraditionen, wie man befürchten könnte, sondern im Gegenteil zu einer noch klareren Definition des jeweils ursprünglichen Stils. Gerade die stilistische und auch technische Verwandtschaft beider Tattootraditionen erlaubt es Tätowierern, sich vom jeweils anderen Genre inspirieren zu lassen, ohne dass der eigene Stil dadurch an Authentizität einbüßt. 

Einen anderen Weg geht Hanaro Shinko, der ursprünglich aus Singapur stammt (Bericht ab S. 54). Oft sagt man ja Asiaten klischeemäßig nach, sie würden zu Extremen neigen; im Falle des Wahl-Esseners trifft das unbestreitbar ins Schwarze. Hanaro hat in seinen ultra-reduzierten Arbeiten die Essenz der Western Traditionals zu einem Konzentrat eingekocht, das die Grundbedingungen wie Haltbarkeit und Deutlichkeit, durch die sich dieser Stil auszeichnet, mehr als übererfüllt.

Aber auch kulturelle Missverständnisse können Kunst hervorbringen, wie sich ab Seite 98 zeigt; ob der japanische Künstler Rockin’ Jelly Bean wohl seine völlig freizügigen und schamlosen Ansichten von dem, was er für amerikanische sexuelle Freiheit hielt, in dieser Art zu Papier gebracht hätte, wenn er gewusst hätte, wie prüde und verklemmt es im »Land of the Free« tatsächlich zugeht? Der harte Aufprall in der Realität erfolgte – zum Glück – erst, als er bereits seinen Stil gefunden hatte. Das, was er zunächst mit japanisch-verklärtem Blick für den ausschweifenden American Lifestyle hielt, zeichnet er nach einer sehr ernüchternden Zeit in Kalifornien nun wieder im heimischen Japan, das ihm inzwischen erstaunlich liberal erscheint.

Auf der Tattoo Expo in Shanghai fand schließlich Ost-West-Austausch ganz konkret statt; die chinesischen Besucher trafen mit großem Interesse auf die deutschen Tätowierer Jessi Manchester, Norman aus Bottrop und den Berliner Neon Judas, während die Besucher aus Deutschland eine Veranstaltung erlebten, die einen deutlich stärker von Professionalität und auch Business geprägten Charakter hatte, als ähnliche Messen hierzulande. 

Betriebsblindheit führt oft dazu, dass man Stärken und Schwächen im eigenen Bereich übersieht; hier ist der Blick von außen wichtig, mit dem man Positives nicht nur erkennen, sondern auch adaptieren und weiterentwickeln kann. Kultureller Austausch ist, wie die Beispiele in dieser Ausgabe zeigen, der Motor in der Entwicklung der Tattooszene! 




Dirk-Boris
 

Stand:24 March 2017 15:06:10/magazin/t%C3%A4towiermagazin/content-22774_40-22773_60.html?s=