Lieber Besucher,

derzeit führen wir nötige Wartungsarbeiten an unserem Server durch. Unsere Kontaktformulare sind derzeit leider deaktiviert. Sollten Sie ein Anliegen haben, melden Sie sich bitte telefonisch bei der betreffenden Person direkt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Abo-Abteilung: 0621 48361 13

Beste Grüße,
Das Huber-Verlags Internet Team

   zur Archivübersicht


Model: Sophia Thomalla
Fotograf: Oliver Rath (1978-2016)

 
TÄTOWIERER
  • Tattoonadel, Kochlöffel, Drumstick  und Schere 
    Melancholische Traditionals von Friedrich Übler aus Gießen

     
  • We are mainstream. Fuck the mainstream!
    Die zehn Halbfinalisten stellen sich den Lesern zur Wahl

     
  • Krasse Kontraste
    Grelle Farben und verschobene Perspektiven von Samuel Potucek

     
AUS DER SZENE
  • Ratgeber: APP auf die Haut          
    Tattoos zum virtuellen Anprobieren
  • Wie geht eigentlich Sex? 
    Bloggerin Mimi sieht noch Luft nach oben beim alten Rein-Raus-Spiel

     
  • Pain & Fame
    Sophia Thomalla spricht über ihre neue Tattoo-Fernsehshow
     
  • »Mein erster Dreier« 
    Ein Tattoo verbindet jetzt die drei Bandmitglieder von Biffy Clyro    

     
  • Tattoo Academy
    Das Grammophon und der Goldene Schnitt

     
  • Nachgestochen
    Rachel Entartet und Daniel Hofer beurteilen Tattoos

     
  • Tattoos in Zeiten der Trauer
    Wie Tätowierungen beim Umgang mit Tod und Verlust helfen können 

     
  • Der heilige Gral
    Christian Warlichs beeindruckendes Vermächtnis, sein Vorlagenalbum 

     
  • Summer Breeze Open Air 2016
    Das Metalfestival erstmals mit Most-Metal-Tattoo-Contest

     
  • Tattoo-Art: »Der Trend geht zum Autorentattoo«    
    Comic-Tattoos von Mari Kraushaar

     
  • Alles, nur kein Techno-Tattoo
    DJ Dag schrieb Techno-Geschichte, und trägt seine auf der Haut

     
  • Tattoo-Erotica-Personality    
    Buchhalterin Zoe McGarry



    VERANSTALTUNGEN
     
  • Bunte Tattoo-Kirmes an der Spree
    Tattoo-Convention Berlin 

MOTIVE
  • Klassiker der Tattoogeschichte: Rock of Ages
    Halt und Schutz vor den Widernissen des Lebens
 
STANDARDS

Editorial
Bilder des Monats
Community Teil 1
Community Teil 2
Media Mix
TattooZOOM
TM auf Reisen
Jobbörse
Termine
Show Your Tat
Tattoo-Chroniken
Vorschau/Impressum

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesTattoos zwischen Mainstream-Hype und echter Lebenshilfe

Tätowierungen seien Mainstream geworden, klagt Tätowierer Saxe im Interview. Damit hat er sicher nicht unrecht, auch wenn ich persönlich nicht finde, dass das ein beklagenswerter Zustand sein muss. In den meisten traditionellen Kulturen der Welt entsprach es über Jahrhunderte hinweg dem Normalzustand, tätowiert zu sein, und wer sich tätowieren ließ, zeigte damit, dass er sich in die Gesellschaft einfügt. Nur in unserer westlichen Kultur war das Tätowieren für einen menschheitsgeschichtlich gesehen ultrakurzen Wimpernschlag lang das Zeichen von Subkulturen wie Punks, Skinheads und Rockern, die damit ein Statement gegen die Anpassung an Gesellschaftsnormen setzen wollten. 

Aber Mainstream oder Subkultur hin oder her, das Tätowieren weist grundsätzlich einige Merkmale und Funktionen auf, die so untrennbar mit dieser Kulturäußerung verbunden sind, dass sie in jeder Gesellschaft zutage treten, in der das Tätowieren praktiziert wird, egal, ob das im Regenwald Borneos, in Bergdörfern auf den Philippinen oder in einem Tattooshop in Berlin passiert. Neben der Aufgabe von Tätowierungen, den Übergang ins Erwachsenenalter zu markieren, die sie in westlichen Gesellschaften genauso erfüllen wie in traditionellen Kulturen, ist es vor allem das Dokumentieren einschneidender Lebensereignisse, wozu Tattoos über alle Zeitalter auf der ganzen Welt verwendet wurden. Und eines der schwerwiegendsten Lebensereignisse, die einem begegnen können, ist sicher der Verlust eines geliebten Menschen.

In einer Ausstellung, die in den nächsten Monaten in mehreren deutschen Städten zu sehen sein wird, dokumentieren Initiatorin Katrin Hartig und Fotografin Stefanie Oeft-Geffarth, wie Trauernde Tätowierungen nutzen, um ihren Schmerz zu artikulieren, den Verlust greifbar zu machen, ihre Gefühle auszudrücken und ein Andenken zu wahren. Den beiden Ausstellungsmacherinnen gelang dabei eine sehr feinfühlige Analyse der überraschend vielschichtigen und breit gefächerten Funktionen, die Tätowierungen im Trauerfall erfüllen können. Neben der offensichtlichen Aussage, dass Tattoos eben doch mehr sein können als unreflektierter Mainstream-Trendschmuck, eröffnet die Ausstellung »Trauertattoos« darüber hinaus ein grundsätzliches Verständnis für die komplexe Art und Weise, wie Tätowierungen in außergewöhnlichen Lebenssituationen helfen, aufbauen, Kraft und Selbstbewusstsein geben können, während sie gleichzeitig dazu beitragen, das Andenken an Verlorenes zu bewahren. Nicht nur unter den in der Ausstellung Porträtierten fanden Katrin Hartig und Stefanie Oeft-Geffrath viele, die sich nicht zur »Tattooszene« zählen würden; auch unter den Besuchern waren sehr viele, die erst über diese Ausstellung für sich selbst einen Bezug zu Tattoos fanden, den sie vermutlich sonst nicht entdeckt hätten, und die wohl überrascht waren, dass hinter den Hautbildern weit mehr stecken kann, als bloßes Mode- und Konsumverhalten. 




Dirk-Boris
 

Stand:24 March 2017 15:04:42/magazin/t%C3%A4towiermagazin/content-22608_40-22607_60.html?s=