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TaetowierMagazin Juni 2016


Model: Filouino
Fotograf: Tony Wehnert


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TÄTOWIERER
  • Denn er weiß nicht, was er tut
    Boris Backerts Kontrollverlust ist Teil des kreativen Prozesses
  • Moderne Traditionen in Kroatien
    Kid Kros’ Neo-Traditionals mit Einflüssen aus Jugendstil, Dotwork und Spitzennäherei

     
  • Moik mit Oi!
    Bunte Traditionals von Moik aus dem Offenbacher Skin Art Tattoo
 
AUS DER SZENE
  • SPECIAL Gesichtstattoos    
    Wie erleben Tätowierte die Veränderung, wie reagiert die Umwelt?
  • Musik: Baroness
    Wiedergeburt in Lila – Gespräch mit Musiker und Maler John Dyer Baizley

     
  • Nachwuchscontest 2016
    Bewirb dich jetzt für die Wahl zum Nachwuchstätowierer 2016  

     
  • Vom Bierzelt auf die große Bühne
    Die Macher des SUMMER BREEZE Open Air im Interview

     
  • Noch mehr Punkte    
    Die Vielfalt des Dotwork zeigt Sonja Hentschels Buch »°more dots°«

     
  • Tattoo Academy
    Rotkäppchen und das Kryptonite

     
  • Nachgestochen
    Dennis Bebenroth und Frank Dietzel beurteilen Tattoos

     
  • Spontan geplant
    Musikern auf die Hände geschaut: Fotobuch »Nothing To Hide«

     
  • Tattooinspirierte Kunst
    Für den koreanische Zeichenstar Kim Jung Gi sind Tattoos Erotik und Trash

     
  • Tattoo Art: Fließende Realitäten
    Abstrakte Grafiken von Tätowierer Dase Roman Shcherbakov

     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Tattoolehrling und Model Miss Devilink
 
VERANSTALTUNGEN
  • Die Wikinger am Main
    24. Internationale Tattoo Convention Frankfurt
     
  • Full House in der Markthalle    
    15. Internationale Tattoo Convention in Hamburg
     
  • Slàinte Mhath – Zum Wohl!
    Annual Scottish Tattoo Convention in Edinburgh
 
MOTIVE
  • Sommertattoos
    Mit Tattoos die Erinnerungen an die schönste Jahreszeit wachhalten
 
STANDARDS

Editorial
Bilder des Monats
Community Teil 1
Community Teil 2
TattooZOOM
Jobbörse
TM auf Reisen
Termine
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Tattoo-Chroniken
Vorschau/Impressum

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesGrenzüberschreitungen damals und heute

Überleg dir das gut mit dem Tattoo! Was ist, wenn du mal ’nen Job suchst … oder wenn du mal eine Frau triffst, der das nicht gefällt? Irgendwann bereust du es!« Das waren so ungefähr die Sprüche, die ich von meinen Eltern zu hören bekam, als ich mein erstes Tattoo plante, vor 26 Jahren. Zur Erklärung: Es handelte sich um einen handflächengroßen Drachenkopf am Oberarm. Also um ein Tattoo, das man sich heute auf dem Weg zum Einkaufen stechen lässt oder um die Zeit zu überbrücken, bis man die Hemden aus der Reinigung holt … Aber vor zweieinhalb Jahrzehnten war das schon eine große Sache. Die Unterarme waren für mich der nächste große Schritt, den ich erst anging, als ich einen festen Job beim TätowierMagazin hatte, und ein paar Jahre später kam erst ein Finger, dann nach und nach die anderen dran. Aber Gesichtstattoos? Ich persönlich, und das ist vielleicht ein wenig unerwartet für den Chefredakteur Deutschlands ältester Tattoozeitschrift, finde Gesichtsstattoos ziemlich extrem.

Versprecht mir, dass ihr euch das gut überlegt …

Und wenn ich mit Freunden und Bekannten spreche, die so etwas planen, ja, dann rate ich sogar tatsächlich eher ab. Nur weil ich diesen Job habe, heißt das ja nicht, dass ich grundsätzlich und unkritisch jede Art von Tattoo toll finden muss. Und Überlegungen, dass man mit ständig sichtbaren Tattoos einfach schlechtere Karten hat bei der Wohnungssuche oder auf dem Arbeitsmarkt, finde ich durchaus erheblich. Jüngere Kollegen halten mir dann völlig zu recht vor, dass ich heute so klinge wie meine Eltern vor 26 Jahren. Und wenn ich dann sage, dass es doch auch in meiner Verantwortung liegt, nicht nur ein unkritisch positives Bild von Tattoos zu propagieren, sondern dass man den Leuten auch sagen muss, dass sie sich damit unter Umständen auch Chancen und Möglichkeiten verbauen können, dann bekomme ich zu hören, dass meine Eltern mir ihre Predigten doch mit genau derselben guten Absicht gehalten haben. Autsch. Das stimmt wohl. Und nun?

Im Prinzip tun jüngere Tattoofans heute mit Tätowierungen auf Hals, Gesicht und Händen das, was ich vor 26 Jahren getan habe – sie überschreiten Grenzen (auch wenn meine »Grenzüberschreitung« von damals aus heutiger Sicht eher putzig wirkt) und sie wollen sich da auch nicht reinreden lassen. Und schließlich steht jedem das Recht zu, seine eigenen Erfahrungen mit Tattoos zu machen. Und, auch das muss ich selbst bedenken, wenn ich anderen Ratschlägen in Bezug auf Tattoos gebe: Auch in meinem Leben sind durch meine Tätowierungen viele Türen zu gegangen – aber die für mich wichtigen haben sich dadurch erst geöffnet.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich vielleicht im Laufe der Jahre immer mehr so werde wie meine Eltern und bei sichtbaren Tattoos zur Vorsicht rate. Ist wohl ein natürlicher Prozess, dass man sich im Laufe der Zeit seinen Eltern und deren Ansichten angleicht – seht es mir nach. Und lasst euch nicht allzusehr davon beeinflussen. ( … aber versprecht mir, dass ihr euch das gut überlegt mit dem Gesichtstattoo, ja? Ich wollt’s nur noch mal gesagt haben. Okay, ich bin ja schon still … )





Dirk-Boris
 

Stand:24 March 2017 15:02:21/magazin/t%C3%A4towiermagazin/content-21904_40-21905_60.html?s=