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Cover TaetowierMagazin April 2016

Model: Hexe Meat Grinder
Fotograf: Luca Cassara


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TÄTOWIERER
  • Viking-Special: Nordic Grunge
    Moderne Interpretationen nordischer Motive von Uffe Berenth
     
  • »Dieses Spiel hat seine Regeln«
    Caio Piñeiro tätowiert Japanese Traditional in Erlangen    
     
  • Lebendige Mandalas
    Irgendwie anders: die Mandalas von Orge Kalodimas
     
  • Die Lust an der Lust
    Mit ihren Tätowierungen zelebriert Onnie O'Leary weibliche Sexualität


 
AUS DER SZENE
  • Musik: »Ink my whole body!«
    Nur beim Tätowieren raucht Rapper Wiz Khalifa kein Gras
     
  • Eintrittskarte in die Unterwelt
    Im russischen Knast sind Tattoos der Ausweis der Kriminellen
     
  • Tattoo Academy
    Vincent van Gogh und die Ogham-Schrift
     
  • Nachgestochen
    Jakub Settgast und René Exner beurteilen Tattoos
     
  • Ratgeber: Schöner kombinieren
    Tattoos und Stile clever zusammenstellen
     
  • Viking-Special: Modern Viking    
    Jim Lyngvild liebt und lebt die Kultur der Nordmänner
     
  • Wer steckt hinter »Tattoofrei«?
    Administrator Chris erklärt, warum ein Tätowierter sich über Tätowierte lustig macht
     
  • London Tattoo
    Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Tätowierens in der englischen Metropole
     
  • Ganz in Weiß mit Bunt
    Bei Schneider’s Family Business dreht sich alles um Hochzeitsfotografie und Papeterie
     
  • Weniger ist manchmal mehr
    Die minimalistische Kunst des Multitalents Kaiyu Huang
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Studiomanagerin Becky Holt
 
 
VERANSTALTUNGEN
  • Perle des Ostens
    Hinter den Kulissen der Tattooconvention Dresden
     
 
MOTIVE
  • Viking-Special: Götter, Mythen, Zauberzeichen
    Die Welt der nordischen Götter und Symbole
     
 
STANDARDS

Editorial
Bilder des Monats
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Community Teil 2
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Tattoo-Chroniken
Vorschau/Impressum

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesWikinger erobern die Tattoo-Shops

Spätestens seit der Fernsehserie »Vikings« haben Wikinger Hochkonjunktur. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass man sich hierzulande dem Verdacht aussetzte, der rechtsextremen Szene anzugehören, wenn man einen Thor-Hammer als Anhänger trug oder sich für germanische Runen interessierte. Die Vereinnahmung der frühmittelalterlichen Geschichte Deutschlands und auch Skandinaviens durch nationalistische Bewegungen, die mit dem Ende des deutsch-französischen Krieges 1871 Fahrt aufnahm und schließlich während der Nazi-Diktatur von 1933 bis 1945 ihren grotesken Höhepunkt fand, hat im Bezug auf diese Epoche enormen Schaden angerichtet. Nicht nur wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Befunde zu dieser Zeit systematisch gefälscht und der völkischen Ideologie entsprechend zurechtgebogen, oder, wenn sie nicht zum idealisierten Germanenbild passten, einfach ignoriert. Auch die Nachwirkungen, die bis weit über das Ende des Dritten Reiches hinaus reichten, waren verheerend, denn kaum ein Historiker oder Archäologe wagte es innerhalb der letzten Jahrzehnte, sich der Zeit der Völkerwanderung und der nachfolgenden Wikingerära zu widmen, musste man doch befürchten, in die Nähe der von Ideologie statt Wissenschaft motivierten Geschichtsfälscher der Nazizeit gerückt zu werden.


Die Wikinger – keine Barbaren im Bärenfell,
sondern ein Kulturvolk mit Sinn für Hygiene



Es ist aber wohl auch der seit einigen Jahren wachsenden Reenactment-Szene, in der Leute in ihrer Freizeit bestimmte historische Epochen möglichst authentisch nachempfinden zu verdanken, dass man sich inzwischen mit diesen einstmals vom Nazi-Mief kontaminierten Geschichtsepochen weitgehend unbefangen und vorurteilsfrei beschäftigen kann. Grund genug gibt es dafür, wie der Designer Jim Lyngvild (ab Seite 56) erklärt, der praktisch sein ganzes Leben der Wikingerkultur gewidmet hat; die Kunstfertigkeit wikingischer Schmiede, Holzschnitzer und Schiffsbauer ist auch unter heutiger Sichtweise noch atemberaubend. Das Klischeebild vom halbwilden, in Bärenfell gehüllten Barbaren könnte nicht weiter entfernt sein von diesem Kulturvolk, bei dem Badetage Pflicht waren und ein Kosmetikbesteck – mit Löffelchen zum Ohrenputzen – zur Grundausstattung gehörte.

Auch die nordischen Mythen um Götter wie Odin, Thor und Loki, Kreaturen wie die Midgardschlange und den Fenriswolf stoßen zunehmend auf Interesse. In unserem Motivartikel erläutern wir zahlreiche dieser Motive, die immer öfter auch als Tätowierungen zu sehen sind.

Ein Tätowierer, der sich ganz der Welt der nordischen Götter, der Riesen und der Trolle, der Drachen, Walküren und Zwerge verschrieben hat, ist Uffe Berenth aus Dänemark. Dabei reproduziert Uffe nicht einfach Motive und Designs der Nordmänner, er erschafft vielmehr Bilder, die den komplexen Inhalten und Bedeutungen der Geschichten gerecht werden, stilistisch traditionelle Elemente aufgreifen und mit modernen Sehgewohnheiten harmonisch kombinieren und letzten Endes keine leblosen Abziehbilder sind, sondern als Fortführung einer vielschichtigen und faszinierenden Tradition gelten können. Durch seine langjährige, intensive Beschäftigung mit dem Thema und seinem persönlichen Bezug zur nordischen Religion ist es Uffe zudem möglich, diese so verständlich darzulegen, dass sie auch denen schlüssig und nachvollziehbar wird, die Thor bisher nur aus den Marvel-Comics kannten.





Dirk-Boris
 

Stand:24 March 2017 15:06:28/magazin/t%C3%A4towiermagazin/content-21686_40-21688_60.html?s=