Zweimal Balea: im Alter von dreizehn Jahren und heute, mit 26. Wir haben sie und vier weitere Tattoo-Fans dazu eingeladen, ihr heutiges Ich aus der Sicht ihrer Kinder- und Jugendzeit zu betrachten.

Zweimal Balea: im Alter von dreizehn Jahren und heute, mit 26.
Wir haben sie und vier weitere Tattoo-Fans dazu eingeladen, ihr heutiges Ich
aus der Sicht ihrer Kinder- und Jugendzeit zu betrachten. 
 

Perspektivwechsel

 
Es bleibt noch ein wenig Zeit, um die Reisetasche für den Wochenendtrip nach Leipzig zu packen: Am ersten Märzwochenende ist das definitiv »the place to be«. Denn mal davon abgesehen, dass die Tattoo Expo sowieso schon eine sehr schöne und liebevoll organisierte Tattoomesse ist, wird das Angebot in diesem Jahr alles bisherige in den Schatten stellen. Zunächst mal wird nämlich der Rapper Kontra K, der momentan durch die Decke geht, in Leipzig vor Ort sein. Wir stellen euch den jungen Mann jetzt schon nicht nur mit einem ausführlichen Interview ab Seite 76 vor, sondern nehmen im Tattoo-Zoom (S. 66) auch seine Tätowierungen ganz genau unter die Lupe. 

Aber Kontra K ist nicht der einzige Knaller auf der Leipziger Tattoo Expo: Am Samstag findet dort auch der Tattoo-Starlet-Contest statt, den wir mit unserem Schwestermagazin TATTOO EROTICA zusammen präsentieren. Das war auch in den letzten Jahren schon ein Publikumsmagnet – vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass wir in diesem Jahr doppelt so viele Bewerbungen erhielten wie in den Vorjahren. Die zehn Finalistinnen für den Contest stellen sich ab Seite 88 vor, und wenn ihr das große Finale live sehen wollt – wie gesagt, Reisetasche packen und ab nach Leipzig! 

Mit unserer neuen Rubrik »Drei zu eins« tragen wir einem Wunsch vieler Leser Rechnung. Immer wieder werden wir nach Empfehlungen zu Tätowierern gefragt, die sich auf bestimmte Stilrichtungen wie Asia, Dotwork, Realistic oder Aquarell spezialisiert haben. Da es uns leider nicht möglich ist, individuelle Einzelfallberatungen anzubieten, haben wir mit dieser Rubrik eine elegantere Möglichkeit gefunden: Wir zeigen euch nicht nur jeweils drei Tattookünstler, die sich für ein bestimmtes Stilgenre entschieden haben, sondern beleuchten dabei auch unterschiedliche Ansätze und technische Grundvoraussetzungen, um so die Auswahl und Beurteilung anderer Tätowierer aus diesem Genre zu ermöglichen. Den Anfang machen wir in dieser Ausgabe ab Seite 58 mit Black-and-Grey-Realistic.

Was Tätowierte von Untätowierten unterscheidet, das sind ja nicht nur die Bilder auf der Haut, sondern oft auch eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Wir haben diesen Gedanken mal aufgenommen, weiter gesponnen und ab Seite 68 stark Tätowierte zu einem radikalen Perspektivwechsel eingeladen: Was hätten sie wohl als Kinder gedacht, wenn sie Bilder von ihrem heutigen Ich gesehen hätten? Wären sie entsetzt gewesen, neugierig, vielleicht auch stolz? Hätten sie sich zugetraut, mit so auffälligen Tattoos und Bodymods im Leben klarzukommen? Ein spannendes Gedankenexperiment, für uns genauso wie für unsere Interviewpartner. 

Noch ein Perspektivwechsel: Die Kohle reicht nicht, man geht lieber ins Kino oder hat sonstwie keinen Bock mehr auf ein neues Tattoo – und lässt den Termin einfach sausen. Der Tätowierer findet ja rasch Ersatz für den frei gewordenen Termin und schließlich hat er ja die Anzahlung. Aus der Sicht des Kunden kein großes Ding. Denkste. No-Shows, also Kunden, die ohne rechtzeitige Absage einfach nicht auftauchen, sind vom Standpunkt der Tattoo-Artists aus gesehen ein großes Ärgernis. Wir sprachen mit Tätowierern (ab S. 110) und ließen uns erklären, was für einen Artist alles dran hängt, wenn er sich wieder mal im Studio den Hintern breit sitzt, weil der 14-Uhr-Termin nicht erscheint. 



Chefredakteur Dirk-Boris
Dirk-Boris


Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

 
Inge (67) erzählt uns in einem sehr persönlichen Interview ihre Tattoogeschichte. Sie ist überzeugt:  »Da kommen noch viele weitere!«

Inge (67) erzählt uns in einem sehr persönlichen Interview ihre Tattoogeschichte.
Sie ist überzeugt:  »Da kommen noch viele weitere!«
 

Altersweisheit
 
Direkt nach »Tut das denn nicht weh?« ist »Was ist denn, wenn du mal alt bist?« wohl die zweithäufigste Frage, die Tätowierte zu hören bekommen. Man könnte sich die Antworten ganz leicht machen. Erstens: »Ja« und zweitens: »Nix«. Was soll denn schon passieren, wenn man mit Tattoos alt wird? Die Frage geht ja von der stereotypen Klischeevorstellung aus, dass Tätowierungen nur etwas für junge Leute sind, etwas Unüberlegtes, was man später im Alter bereut. Eigentlich ist es müßig, sich mit solchen vorurteilsbehafteten Fragen zu befassen, die nur darauf abzielen, dem Befragten das Gefühl unterzujubeln, er sei im jugendlichen Leichtsinn einem flüchtigen Trend hinterhergerannt. Doch die Hartnäckigkeit, mit der Tätowierte mit dieser Frage genervt werden, ließ es uns schließlich notwendig erscheinen, darauf mal deutliche Antworten zu liefern. Und wer könnte das besser, als tätowierte Senioren?

In den Gesprächen mit Tattoofans jenseits der sechzig konnten wir feststellen: Tattoobegeisterung ist nicht nur jungen Leuten vorbehalten. Bei den von uns befragten Tattoosenioren brannte die Leidenschaft für Tätowierungen nicht weniger heiß als bei so manchem 18-Jährigen. Ganz im Gegenteil hatten wir den Eindruck, dass Tattoos für sie eher sogar noch tiefere Bedeutungsebenen ansprechen als dies bei vielen jungen Tätowierten der Fall ist. Denn während es für einen 18-Jährigen heute keine große Sache mehr ist, pünktlich zur Volljährigkeit im Tattoostudio aufzuschlagen, ist es das für eine 70-Jährige durchaus. Wer jahrzehntelang den Wunsch nach einem Tattoo in sich getragen hat, aber das aus Rücksicht auf gesellschaftliche Normen ein Leben lang noch nicht mal offen zugeben durfte, für den ist es ein wirklich, wirklich großes Ding, das im fortgeschrittenen Alter doch noch umzusetzen. Wogegen wollen Junge heute denn noch rebellieren? Man darf doch eh alles.

Die, die wirklich noch gesellschaftliche Ketten sprengen können, sind Menschen der Generation 60+. Und es tut ihnen gut, zu spüren, dass ihr Alter sie nicht automatisch zu Angepasstheit verdammt. Tattoos haben für sie noch mehr Benefits: Tätowierungen verschaffen ihnen Aufmerksamkeit, Anerkennung, ermöglichen neue Kontakte und Gespräche, werden zum neuen Hobby und können sogar die Beziehung zu den eigenen Kindern um ein neues, gemeinsames Interesse bereichern. 

Und diejenigen, die mit ihren Tattoos alt geworden sind? Für die spricht Lyle Tuttle, mittlerweile 85 Jahre alt und wohl einer der bekanntesten Tätowierer der Welt. Und er macht deutlich: Mit Tätowierungen sind immer Geschichten verbunden. Gut, es kann wohl nicht jeder auf so ein wildbewegtes Leben zurückblicken wie er, der Janis Joplin zu einer seiner Kundinnen zählte, aber wenn es so ist, dass einem mit zunehmendem Alter das, was man im Leben erlebt hat, immer wichtiger wird, und wenn Tattoos ein Mittel sind, Erinnerungen an Menschen, Erfahrungen und Emotionen zu bewahren – wie könnte man dann damit in Hinblick auf das Älterwerden etwas falsch machen?  

Uns haben die Gespräche mit tätowierten Senioren nicht nur deshalb viel Spaß gemacht, weil sie uns mit ihrer Begeisterung mitgerissen haben, wir haben dabei auch festgestellt: Unsere Tätowierungen sind nicht nur etwas, was wir im Moment cool finden – es sind auch Investitionen, die uns auch noch in einigen Jahrzehnten viele interessante Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse bescheren werden.  



Chefredakteur Dirk-Boris
Dirk-Boris


Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Martina Wörz, Pixelstyles

Ronja Block

Zur Jubiläumsausgabe gibt es diesmal erstmals ein Variant-Cover mit je einem Cover mit Ronja Block, Jess Daniels und Daniel Krause. Fotografiert wurde dies von Marlene Fulde und Matthäus Kinder (www.mimikry-berlin.de).


Jess Daniels


Daniel Krause


TÄTOWIERER
  • Heimwärts
    Klassisches von Imme Böhme von The Sinner and the Saint in Aachen
     
  • Wahnsinn mit Methode
    Zuckersüßer Kawaii-Style der Australierin Shell Valentine

     
  • Ein Auge für die Kunst
    Realistic und Grafisch-Illustratives von Simone Klimmeck aus Berlin

     
AUS DER SZENE
  • Tattoo Starlet 2017    
    Bewerbt euch und werdet das Tattoo Starlet 2017
  • 187 Strassenbande
    Die Hamburger Gangsta-Rap-Crew mischt die Szene auf

     
  • Nachgestochen
    Marc D. aus Berlin und Mike Wolf aus Geislingen beurteilen Tattoos


    250. AUSGABE: JUBI-SPECIAL
     
  • Hipp, Hipp, Hurra!
    Gratulanten zum Jubiläum
       
  • Interview: Randy Engelhard
    Tattoos und die Medien

     
  • Interview: Hanky Panky
    Der Wandel in der Szene

     
  • Reportage: Ein Leben ohne Tattoos
    Menschen berichten über das Stigma, keine Tattoos zu haben

     
  • Der etwas andere TattooZOOM
    Jula Reichards Bekenntnis, was sie sich bisher nicht hat stechen lassen

     
  • Interview: Urban Slamal
    Juristische Fallstricke bei Tattoos

     
  • Interview: Little Swastika    
    Über Kunst und Tattoos 

     
  • Modezar mit Message    
    Glamour für die Jubi-Ausgabe mit Designer Harald Glööckler

     
  • Interview: Tommy Köhler    
    Tattooconventions heute

     
  • Interview: Maik Frey    
    Sinn und Unsinn neuer Tattoostile

     
  • Narben einer spirtuellen Reise
    Moniasse und ihre Ziernarben
     
  • »Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust«
    Schlagzeuger Christian Bass’ Konzepttattoo zu Goethes »Faust«          
     
  • Tattoo-Art: Hochzeitsromantik vs. Knast-Style
    Kugelschreiber-Illus auf antiken Spitzentücher von Mary Joy Scott  
     
  • Tattoo trifft Custombike
    Exklusive Tattoo-Area auf der Custombike-Show Bad Salzuflen
     
  • Tattoo Academy
    »Never Say Die« und »Das wandelnde Schloss«
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Einzelhandelskauffrau Kat


    VERANSTALTUNGEN
     
  •  Die ganz große Show
     Tattoo Convention London 2016

     
  • Lifestyle-Revue
    Monster Ink Tattoo Fest

     
MOTIVE
  • Klassiker der Tattoogeschichte
    »Glaube, Liebe, Hoffnung«
 
STANDARDS

Editorial
Bilder des Monats
Community Teil 1
Community Teil 2
Media Mix
TM auf Reisen
Jobbörse
Termine
Show Your Tat
Die Kippe danach
Vorschau/Impressum





 


Text: Redaktion
Bilder: Marlene Fulde

Titelbild: 
Jakob Waser

Fotograf: 
Lorenz Walter, Giahi

Titelbild: 
Jakob Waser

Fotograf:  
Lorenz Walter, Giahi
 
Ausgabe März 2017
23. Jahrgang / Nr. 253


Intro

11    Kurz und gut

20    Kunst
        Licht und Schatten: Grafiken von Mishla Nacho Lasalle    

22    Das TM auf Reisen 

24    Andreas Coenen gefällt …
        … die Eule von Carlos von To Die For

26    Uns gefällt …
       … das Body-Konzept von Jake Danielson

28    Herzenssache
        Sandy Kempkens über ihre Spendenveranstaltung »Hab Herz«

30    Auszeit

 
Tätowierer

34    Ein Tattoo-Imperium auf dem Acker 
        Bodenständiger Perfektionismus von Andy Engel  

42    Blaue Clownkotze und  schwarze Witwen 
        Adam Vu mischt Black-and-Grey mit Oriental und Esoterik

48    Im überall zwischen hier und dort
         Schwarze Katzen und romatische Frauen von Katya Krasnova   

56    Drei zu eins
        Japanese-Style von 
        Jan Kurze, Michael Lorber und Tom Schehr  
       

Szene

    66    Spezial: »Und wenn du mal alt bist?«
    Die Antworten von
    68    Jakob Waser (68) 
    70    Annegret (68)
    71    Inge (67)  
    72    Richard Jones (67)
    74    Elvira (62)
    76    Tätowiererlegende Lyle Tuttle (85)

    82    Menschen: »Ich bin auch ein Goonie«
        Der 80er-Jahre-Nerd Dave Grunewald von Annisokay 
             
    88    Tattoo-Starlet 2017
         Diese zehn Models stellen sich auf der Tattoo Expo Leipzig zur Wahl

    90    Love is in the Air
        Mit Liebe gegen Hass! Emrahs Spreadlove-Aktion

    94    Indiens vielfältige Tattookulturen
        Stammes-, Volks- und moderne Tätowierungen in Indien

    100    Tattoo ErotiCat
        Tätowiererin Taryn  Michelle zeigt ihre Tattoosammlung 


Service

    102    Motivklassiker der Tattoogeschichte 
        Rose Of No Man’s Land

    104    Jobbörse 

    106    Tattoo-Akademie 
        Der Morgenstern und die Walküre


Veranstaltungen

108    Tattoo Convention Dresden
        Besucherandrang im Elbflorenz     

110     Termine


Outro

    115    Galerie
    124    Studios
    129    Die Kippe danach
    130    Vorschau/Impressum


Standards
    
    3    Editorial
    6    Bilder des Monats
    64    TattooZOOM


Text: Redaktion

Titelbild:  Der Berliner Straßenrapper Kontra K feiert den Durchbruch und zieht Kraft aus dem, was ihm wichtig ist: Kampfsport, Tattoos und traditionelle Werte  Fotografin:  Martina Wörz

Titelbild: 
Der Berliner Straßenrapper Kontra K feiert den Durchbruch und zieht Kraft aus dem,
was ihm wichtig ist: Kampfsport, Tattoos und traditionelle Werte.

Fotograf: 
Martina Wörz
 
Ausgabe Februar 2017
23. Jahrgang / Nr. 252


Intro

11    Kurz und gut

20    Auszeit 

22    Kreatyves gefällt …
        … der rosa Oktopus von Ralph Miller

24    Uns gefällt …
        … das Rückenbrett von Clemens Hahn
        
26    Das TM auf Reisen

28    Kunst
        Ganz traditionell: mit Spucke                 
        Aquarelle von Marcelina Urbańska

30    Herzenssache
        Tätowiererin Lorena Morato über das Diktat der Schönheitsideale                 



Tätowierer

34    Planet Unisex 
        Der einzigartige Watercolor-Stil von Sasha Unisex 

42    Melissa Flattinger 
        Gewinnerin des Tätowier-Magazin-Nachwuchscontests

46    Flo Gropper
        Mit Black-and-Grey auf den zweiten Platz des Nachwuchscontests

48    Rebecca Bertelwick
        Die Drittplatzierte mit ihrem bunten Neo-Traditional-Stil  

50    Woodkid
        Tiermotive aus heimischen Gefilden von Freulein Fux 

58    Drei zu eins
        Black-and-Grey-Realistic von 
        Steffi Eff, Daniel Bensmann und Timo Röddeke 
    


Szene

68    Selbstbetrachtungen
        Volltätowierte sprechen mit ihrem früheren Ich 

76    Musik: »Junge, warum denn die Hände?«
        Straßenrapper Kontra K
         
82    Kunst: Tattoos in Öl
        »The Tattooed Portraits Series« des Tätowierers Shawn Barber
    
88    Tattoo-Starlet 2017
         Wir präsentieren die Finalistinnen des Tattoo-Starlet-Contests!

100    Menschen: 40 000 Leben – 40 000 Kreuze
         Der italienische Artivist Alfredo Meschi kämpft für den Tierschutz

104    TattooEroticat
         Die professionelle Mixed-Martial-Arts-Fighterin Eden Von Hell




Service

87    Tattoo-Akademie 
        Ein vieldeutiges Wiesel und eine Identifikationsfigur für starke Mädchen 
    
106    Motivklassiker der Tattoogeschichte 
        Rats Get Fat While Brave Men Die

108    Jobbörse 

110    No-Show Hoes 
        Was bedeutet es für Tätowierer, wenn Kunden einfach nicht erscheinen?



Veranstaltungen

114    Termine




Outro

117    Galerie

124    Studios

129    Die Kippe danach

130    Vorschau/Impressum



Standards
    
3    Editorial

6    Bilder des Monats

 66    TattooZOOM


Text: Redaktion


Titelbild: 
Tätowiererin San vom Brüsseler Studio »Deuil Merveilleux«

Fotograf:  
Thomas Krauss
 
Ausgabe April 2017
23. Jahrgang / Nr. 254


Intro

11    Kurz und gut

20    Kunst
        Dekonstruierte Illustrationen von Mattia »Mambo« Calvi    

22    Das TM auf Reisen 

24    Julian Siebert gefällt …
        … das Realistic-Porträt von Benjamin Laukis

26    Uns gefällt …
       … der Papagei von Patch Monnier

28    Herzenssache
        Peter Bobek unterstützt #StandingRockTattoo

30    Auszeit


Tätowierer

34    Sympathische Halunken
        Vielfalt im Bielefelder Studio Halunken

42    In Your Face
        Lettering-Routinier Ben Schafroth aus der Schweiz

48    Mein lieber Schwan!                 
        Graffiti-Tattoos von Carlo Sohl aus dem Studio Alter Schwan in Berlin

56    Drei zu eins
        Girly-Stuff von 
        Jasmin Ballin, Ronja Block und Nancy Mietziii
       

Szene

64   Special: Copycats – nein danke!
        Die TM-Aktion gegen Motivklau
             
74    Tattoo Starlet 2017
        »Behind the Scenes«
        bei der Wahl des hübschesten Tattoomodels
 
78    Der Straßenrapper, der auf der Straße rappt
        Infidelix weiß, worüber er rappt!

84    Hausmarke                    
        Signature-Tattoos von Kelu, Laura Yahna, Klemens und Knarly Gav

92    Der Chronist der Szene                
        Der Fotograf Thomas Krauss gibt intime Einblicke
        in die franko-belgische Tattooszene

98    Kuddls Nachlass
         Wieder entdeckt: Das Vorlagenalbum
         von Karl Finke aus den 920er Jahren

102    Tattoo ErotiCat                    
          Toxy Foxy aus Berlin


Service

104    Motivklassiker der
          Tattoogeschichte
          Hahn und Schwein

106    Jobbörse

108    Tattoo-Akademie
        Der Colt »Peacemaker« und der                 Okkultist Aleister Crowly


Veranstaltungen

110   Tattoo & Lifestyle Leipzig
        Neues Konzept kommt an    

114    Termine



Outro

    117    Galerie
    124    Studios
    128    Die Kippe danach
    130    Vorschau/Impressum


Standards
    
    3    Editorial
    6    Bilder des Monats
    62  TattooZOOM


Text: Redaktion
Bilder: TM

Model: Shonda Mackey, Fotografin: Jenna Kraczek Photography


Model: Shonda Mackey, Fotografin: Jenna Kraczek Photography

 
TÄTOWIERER
  • »Mein Job ist es, ich selbst zu sein«
    Tätowiererin Miryam Lumpini aus Los Angeles inszenierte sich schon früh als Eigenmarke

     
  • Back to Black
    Tribale Traditionals des Esseners Hanaro Shinko

     
  • Horizarus fließende Welt
    Asia-Tattoos zwischen Ukiyo-e, American Traditional und Pokultur

     
AUS DER SZENE
  • Ratgeber: Filler    
    Tattoos zum Lücken füllen
  • Battle of the Best 
    Die drei Finalisten des TM-Nachwuchswettbewerbs

     
  • Softeis, Currywurst und Glücksbärchis
    Die deutsche Metalcore-/Trancecore-Band Eskimo Callboy
     
  • Tattoo Academy
    Venus hoch zwei: Die Schaumgeborene und die aus Willendorf
       
  • Nachgestochen
    Mit Anche aus Köpenick und Ramin Banan aus Wiesbaden

     
  • Bärte im Bademantel
    Jay und Kausel über das Tragen von Bademänteln in der Öffentlichkeit

     
  • Custombike-Show: Dieses Jahr mit Tattoo-Area!    
    Die weltgrößte Custombike-Show erstmals mit Spitzentätowierern 

     
  • Wacken, Backstage
    Harry und Saskia in der Tattoopagode im »W:O:A Artist Village« 

     
  • Tattoo-Art: Ein delikates Geschenk    
     Surreale Aquarelle von Mariusz Trubisz

     
  • Schamlose Fantasien    
    Rockin’ Jelly Beans Traum von dicken Titten und prallen Hintern 

     
  • Tattoo-Erotica-Personality    
    Altenpflegerin Franziska



    VERANSTALTUNGEN
     
  • Rock’n’Ink reloaded
    Rock'n'Roll-Mucke und Tattoos in Chemnitz​
  • Tattoografie sticht Geografie
    1. Kaiserstadt Tattoo Expo Aachen

     
  • Frische Farbe für Shanghai
    1. Tattoo Expo in Shanghai
  • Statement für die Ewigkeit
    Stockholm Ink Bash

MOTIVE
  • Klassiker der Tattoogeschichte: British Bulldog
    Beschützer des Vereinigten Königreichs
 
STANDARDS

Editorial
Bilder des Monats
Community Teil 1
Community Teil 2
Media Mix
TattooZOOM
TM auf Reisen
Jobbörse
Termine
Show Your Tat
Die Kippe danach
Vorschau/Impressum


Text: Redaktion


Mannheimer Liebes-bekundung: Im Rhein-Neckar-Eck äußert sich der Lokal-patriotismus auch gerne mal etwas rustikaler.

Mannheimer Liebesbekundung: Im Rhein-Neckar-Eck äußert sich
der Lokalpatriotismus auch gerne mal etwas rustikaler.
 

Neues Jahr, neues Heft
 
Dass wir unserem TätowierMagazin zum Jahresbeginn ein komplettes Makeover gegönnt haben, ist eigentlich unnötig zu erwähnen, das habt ihr ja bereits gemerkt, als ihr es aus dem Zeitschriftenregal genommen oder als Abonnent aus dem Briefkasten gefischt habt. (Für all diejenigen, die das TätowierMagazin mit dieser Ausgabe gerade zum ersten Mal kaufen: Es sah vorher anders aus und ist jetzt noch viel besser. Ihr habt alles richtig gemacht.) Nach zweihundertfünzig Ausgaben wurde das auch wirklich mal nötig. Ihr kennt das ja selber; sobald man es sich wo gemütlich gemacht hat, sammelt sich Zeugs an, das man eigentlich gar nicht braucht, es bilden sich Kruschtelecken und irgendwie hat man gar keinen Platz mehr, mal was Neues unterzubringen. Da wird’s dann Zeit, den Staubwedel auszupacken, die Müllbeutel mit altem Käse zu füllen und sich darauf zu besinnen, wo man eigentlich hin will. Keine Angst, wir sind immer noch das TätowierMagazin und wir berichten immer noch über Tattoos und alles, was dazugehört. Und auch wenn man auf Instagram, Facebook und Tumblr mit Tattoofotos überflutet wird, zeigen wir dennoch auch im TätowierMagazin nach wie vor Tattoos – logisch. Aber wir geben euch zusätzlich Tipps, wie ihr Tattoos beurteilen könnt und Hintergrundinfos, die ihr im Internet nicht findet, beispielsweise in unserer neuen Rubrik »Uns gefällt« ab Seite 22 oder im Rahmen der Serie Motivklassiker, die wir seit Kurzem im Magazin haben (ab Seite 104). Außerdem ist es uns wichtig, dass ihr auch mal mitkriegt, wer wir eigentlich sind und wer an eurem TätowierMagazin arbeitet. Oder was wir uns dabei so denken. Zu unserem neuesten Zugang, der Redakteurin Jula, die in der letzten Ausgabe noch als erstes komplett untätowiertes TattooZOOM-Model posierte, gibt es zum Beispiel interessante Updates: Auf der Tattoomenta in Kassel ließ sie sich neulich zum ersten Mal und insgesamt inzwischen schon vier Mal tätowieren. Ja, wir mögen Leute mit ausgeprägter Entschlusskraft – und natürlich mit Liebe zu Tattoos. Und mit dieser Ausgabe wollen wir euch nicht nur das Team vorstellen, sondern in unserem Regional-Special auch die Metropolregion Rhein-Neckar, wo wir beheimatet sind. Insbesondere, weil es eine Region ist, deren Reiz sich erst auf den zweiten oder dritten Blick erschließt, hielten wir es für sinnvoll, euch mit Studioempfehlungen, Insidertipps und Gesprächen mit den Experten aus der Gegend ein wenig Orientierung für die Gegend um Mannheim und Heidelberg an die Hand zu geben, die ganz absichtlich auch unsere persönliche Handschrift tragen soll. 

Ganz klar Priorität sollen im TätowierMagazin aber in Zukunft die Leute haben, die die Szene in all ihrer Buntheit und Vielfältigkeit ausmachen. In unserem Regional-Special sind das neben den Szene-Veteranen Marcus Strohner vom Trust Piercing und den Tätowierern Crazy Greg aus Heidelberg und Peter aus Mannheim auch Tattoomodel Dominik und Tätowiererin Jasmin sowie die Spieler und Fans des SV Waldhof Mannheim. Zudem traf ich in Köln die Kriminalpsychologin Lydia Benecke, die nicht nur Tattoofan ist, sondern sich auch mit den tiefsten Abgründen der menschlichen Psyche befasst. 

So haben wir euch mit dem Start ins neue Jahr ein vielseitiges Potpourri unterschiedlicher Typen zusammengestellt – denn das Bunteste an der Szene sind schließlich nicht die Tattoos, sondern die Menschen, die sie tragen!


Chefredakteur Dirk-Boris
Dirk-Boris


Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

Wir feiern – die Geschenke bekommt ihr!

250 Ausgaben TätowierMagazin – wow, wer hätte gedacht, dass wir einmal dieses Jubiläum feiern? Heide, unsere erste Chefredakteurin, die im Jahr 1994 das TätowierMagazin aus der Taufe hob, als Tätowierungen langsam ihre ersten zaghaften Schritte aus den Hinterzimmern der Rockerclubs und den Küchen der Punk-WGs in ordentliche Tattoostudios unternahmen, bestimmt nicht, und ich schon gar nicht, der ich damals lediglich Leser war. Tattoohefte schossen in den 90ern wie Pilze aus dem Boden, die meisten verschwanden nach wenigen Ausgaben wieder in der Versenkung.

Aber auch wenn wir nicht schlecht stolz darauf sind, mit dieser Dezemberausgabe unser sagenhaftes 250. Heft zu feiern, sind wir mindestens genauso dankbar, dass wir so treue Leser haben, die uns seit zweiundzwanzig Jahren begleiten, unterstützen, immer wieder auch kritisieren, vor allem aber inspirieren. Wann immer mir jemand – wie gerade vor einigen Tagen Tätowierer Daniel Krause – erzählt, dass er das TätowierMagazin seit Jahren, Jahrzehnten und manchmal sogar seit der ersten Ausgabe sammelt und die sorgsam archivierten Hefte hütet wie den Kölner Domschatz, dann verspüre ich große Dankbarkeit. Keine Zeitschrift kann so lange ohne die Unterstützung ihrer Leser existieren, und dass wir die besten haben, das belegt die 250 auf unserer Jubiläumstorte!

Und weil so ein Jubliäum auch in der Zeitschriftenbranche wirklich nicht alltäglich ist, lassen wir es diesmal ordentlich krachen und präsentieren euch gleich drei Jubiläums-Cover: Ronja, Jess Daniels oder Daniel Krause – wir konnten uns nicht entscheiden und überlassen euch die Qual der Wahl!

Und noch was überlassen wir euch: jede Menge tolle Preise in unserem Jubiläums-Gewinnspiel auf Seite 37. Hauptpreis: Eine komplette, ganztägige Tattoosession bei einem der besten deutschen Tätowierkünstler, dem Realistic-Startätowierer Andy Engel, im Wert von 2000,- Euro!

Neben einem fetten Dankeschön an euch, die Leser, wünscht euch das gesamte TätowierMagazin viel Spaß und gute Unterhaltung mit unserem knallbunten Jubiläumsheft – aber unser Pulver haben wir damit noch lang nicht verschossen, denn die Januarausgabe ist bereits in Arbeit, und da haben wir noch mal ein paar richtig fette Überraschungen für euch auf Lager!




Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

Titelbild: Liam Sparkes, Blue Belle, Duncan X und Alex Binnie vom Into You London sagen »goodbye«.Fotograf: Liam Sparkes

Titelbild: 
Liam Sparkes, Blue Belle, Duncan X und Alex Binnie vom Into You London sagen »goodbye«.

Fotograf: 
Liam Sparkes
 
Ausgabe januar 2017
23. Jahrgang / Nr. 251

    Intro

11    Kurz und gut

20    Auszeit 

22    Uns gefällt …
        … das Halstattoo von 
        Matteo Al Denti

24    Max Laloi gefällt …
        … das Schädeltattoo von
        Christian Otto
        
26    Das TM auf Reisen

28    Kunst
        Klare Ansagen. Textilkunst von  Luxiano Tattoo


Tätowierer

32    Der Anti-Hipster 
        Alex Knierer aus München geht völlig entspannt seinen Weg 

40    Cradle of Filthy
        Marcel »Filthy« Preuß fischt aus der Wiege des Schreckens 

    
Szene

46    Nachwuchscontest 2016
        Melissa Flattinger gewinnt das Battle of the Best

52    Menschen: Lydia Benecke
        Mord und Totschlag ist Beruf und Hobby der Kriminalpsychologin    
   
58    Ukiyo-Rock
        Iron Maiden und Kiss im japanischen Farbholzschnitt     
    
64    » Impericon Never Say Die«- Tour 2016
         Zum 10. Jubiläum mit dem härtesten Bandpaket


Special

70    Tattoo-Region Rhein-Neckar 
        Die Szene rund um Mannheim, Worms und Heidelberg 

72    Ein perfekter Tag in Mannheim mit Dominik     

74    Ein perfekter Tag in Mannheim mit Jasmin  

76    Mannheimer Institution: Peter’s Tätowierstudio 

78    Trust Bodymodification:  Mannheimer Piercing-History       

80    Heidelbergs Most Crazy: Tattoo-Urgestein Crazy Greg 

82    Waldhof-Geschichten     

86    Tattoo Convention Mannheim  

88    Die Rhein-Neckar-Top-Studios 
 
100    Das ErotiCat aus Weinheim 

102    Insidertipps der Redaktion 
    

Service

106    Motivklassiker der Tattoogeschichte 
        Der königliche Kampf: Battle Royale 
    
108    Jobbörse 

110        Tattoo-Akademie 
        Der Nussknacker und  Julias Cäsar        


Veranstaltungen

112    9. Tattoomenta in Kassel
        Eine tolle Veranstaltung und der Verlust einer Unschuld

117    Termine


Outro

119    Galerie

124    Studios

129    Die Kippe danach

130    Vorschau/Impressum


Standards
    
3    Editorial

6    Bilder des Monats

 68    TattooZOOM


Text: Redaktion

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesKulturaustausch: Ein Gewinn für alle!

Der rote Faden, der sich durch unsere Novemberausgabe zieht, ist der kulturelle Austausch zwischen Asien und dem Westen sowie die kreativen Ergebnisse, die daraus hervorgehen. Vor einem halben Jahrhundert waren der amerikanische Tätowierer Sailor Jerry Collins und sein japanischer Kollege Horihide die beiden ersten Tattookünstler, die einen solchen Austausch anstießen, der damals vor allem auf die Entwicklung der westlichen Tattoostile enormen Einfluss hatte. Heute ist es mit Horizaru (Interview ab Seite 84) ein japanischer Tätowierer, der bewusst Stilelemente der Oldschool und des Western Traditional in seinen klassisch japanischen Arbeiten übernimmt. In beiden Fällen führte der kulturübergreifende Austausch nicht zu einer Beliebigkeit, Verschmelzung oder Verwässerung der beiden Tattootraditionen, wie man befürchten könnte, sondern im Gegenteil zu einer noch klareren Definition des jeweils ursprünglichen Stils. Gerade die stilistische und auch technische Verwandtschaft beider Tattootraditionen erlaubt es Tätowierern, sich vom jeweils anderen Genre inspirieren zu lassen, ohne dass der eigene Stil dadurch an Authentizität einbüßt. 

Einen anderen Weg geht Hanaro Shinko, der ursprünglich aus Singapur stammt (Bericht ab S. 54). Oft sagt man ja Asiaten klischeemäßig nach, sie würden zu Extremen neigen; im Falle des Wahl-Esseners trifft das unbestreitbar ins Schwarze. Hanaro hat in seinen ultra-reduzierten Arbeiten die Essenz der Western Traditionals zu einem Konzentrat eingekocht, das die Grundbedingungen wie Haltbarkeit und Deutlichkeit, durch die sich dieser Stil auszeichnet, mehr als übererfüllt.

Aber auch kulturelle Missverständnisse können Kunst hervorbringen, wie sich ab Seite 98 zeigt; ob der japanische Künstler Rockin’ Jelly Bean wohl seine völlig freizügigen und schamlosen Ansichten von dem, was er für amerikanische sexuelle Freiheit hielt, in dieser Art zu Papier gebracht hätte, wenn er gewusst hätte, wie prüde und verklemmt es im »Land of the Free« tatsächlich zugeht? Der harte Aufprall in der Realität erfolgte – zum Glück – erst, als er bereits seinen Stil gefunden hatte. Das, was er zunächst mit japanisch-verklärtem Blick für den ausschweifenden American Lifestyle hielt, zeichnet er nach einer sehr ernüchternden Zeit in Kalifornien nun wieder im heimischen Japan, das ihm inzwischen erstaunlich liberal erscheint.

Auf der Tattoo Expo in Shanghai fand schließlich Ost-West-Austausch ganz konkret statt; die chinesischen Besucher trafen mit großem Interesse auf die deutschen Tätowierer Jessi Manchester, Norman aus Bottrop und den Berliner Neon Judas, während die Besucher aus Deutschland eine Veranstaltung erlebten, die einen deutlich stärker von Professionalität und auch Business geprägten Charakter hatte, als ähnliche Messen hierzulande. 

Betriebsblindheit führt oft dazu, dass man Stärken und Schwächen im eigenen Bereich übersieht; hier ist der Blick von außen wichtig, mit dem man Positives nicht nur erkennen, sondern auch adaptieren und weiterentwickeln kann. Kultureller Austausch ist, wie die Beispiele in dieser Ausgabe zeigen, der Motor in der Entwicklung der Tattooszene! 




Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

Stand:23 October 2017 02:25:03/magazin/aktuelle+ausgabe/