Cover TätowierMagazin 01/2016, Januar-Ausgabe 2016

Model: Püppi Python
Fotograf: Mario Schmitt


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TÄTOWIERER
  • Storytelling mit der Nadel
    Konstanze K. aus dem Wiener Tattoostudio »Sissi Got Inked«
     
  • Mach das jetzt richtig!
    Jessica Kinzer, Siegerin des TM-Nachwuchs-Contests 2015
     
  • Gute Laune auf der Haut
    Lebensfrohe Comic-Figürchen des Hamburger Tätowierers Peng
     
  • Die verborgene Welt der Japan-Tattoos
    Traditionelles Irezumi von Horikyo
 
AUS DER SZENE
  • Grüße aus Tätowierungen
    Mama Afrika zu Gast in der Urban Art Gallery in Berlin
     
  • Die 108 Helden von L. A.  
    Roman-Autor Ryan Gattis und seine Tattoo-Transformation
     
  • Selig die Maschinen summen
    Convention Mannheim zum Advent
     
  • Nachgestochen
    Olli Fiedler und Hamdi beurteilen Tattoos
     
  • Tattoo-Academy
    Kafka und das Hippie-Festival Woodstock
     
  • Musik: Machine Gun Kelly
    Rap im Nirvana-Style
     
  • Tattoo Art: Zeitlos in 2D
    Märchen-Comics von Tarmasz
     
  • Tattoo Starlet 2016
    Jetzt bewerben!
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Tattoomodel Alexandra Hart aus Las Vegas
 
 
VERANSTALTUNGEN
  • Tattoomenta Kassel    
    Manege frei für buntes Tattootreiben!
     
  • Bilanz eines Jahrzehnts    
    Locals und internationale Gäste auf der 10. Convention in Nantes
     
  • Convention ohne Dutdutan!     
    Viel gefeiert und wenig tätowiert wird auf der Manila Convention
 
 
MOTIVE
  • STAR-WARS-Motive
    Der epische Kampf zwischen Rebellen und Föderation
 
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Text: Redaktion

Cover TaetowierMagazin April 2016

Model: Hexe Meat Grinder
Fotograf: Luca Cassara


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TÄTOWIERER
  • Viking-Special: Nordic Grunge
    Moderne Interpretationen nordischer Motive von Uffe Berenth
     
  • »Dieses Spiel hat seine Regeln«
    Caio Piñeiro tätowiert Japanese Traditional in Erlangen    
     
  • Lebendige Mandalas
    Irgendwie anders: die Mandalas von Orge Kalodimas
     
  • Die Lust an der Lust
    Mit ihren Tätowierungen zelebriert Onnie O'Leary weibliche Sexualität


 
AUS DER SZENE
  • Musik: »Ink my whole body!«
    Nur beim Tätowieren raucht Rapper Wiz Khalifa kein Gras
     
  • Eintrittskarte in die Unterwelt
    Im russischen Knast sind Tattoos der Ausweis der Kriminellen
     
  • Tattoo Academy
    Vincent van Gogh und die Ogham-Schrift
     
  • Nachgestochen
    Jakub Settgast und René Exner beurteilen Tattoos
     
  • Ratgeber: Schöner kombinieren
    Tattoos und Stile clever zusammenstellen
     
  • Viking-Special: Modern Viking    
    Jim Lyngvild liebt und lebt die Kultur der Nordmänner
     
  • Wer steckt hinter »Tattoofrei«?
    Administrator Chris erklärt, warum ein Tätowierter sich über Tätowierte lustig macht
     
  • London Tattoo
    Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Tätowierens in der englischen Metropole
     
  • Ganz in Weiß mit Bunt
    Bei Schneider’s Family Business dreht sich alles um Hochzeitsfotografie und Papeterie
     
  • Weniger ist manchmal mehr
    Die minimalistische Kunst des Multitalents Kaiyu Huang
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Studiomanagerin Becky Holt
 
 
VERANSTALTUNGEN
  • Perle des Ostens
    Hinter den Kulissen der Tattooconvention Dresden
     
 
MOTIVE
  • Viking-Special: Götter, Mythen, Zauberzeichen
    Die Welt der nordischen Götter und Symbole
     
 
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Text: Redaktion

Cover TätowierMagazin März 2016, 03/16

Model: Vicky Vamp
Fotograf: Marcel Hotze (siebzehngradfieber.de)


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TÄTOWIERER
  • Tattoos wie Haute Couture
    Maßgeschneiderte Tattoos gibt es bei Marco Manzo in Rom
     
  • Eine Linie und drei Punkte
    Single-Line-Tätowierungen von Mo Ganji aus Berlin 
       
  • Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
    Nancy Mietziii, Drittplatzierte des TM-Nachwuchswettbewerbs

AUS DER SZENE
  • Ruhrpott-Special: Dat is wat!
    Studio, Szene und Tattoos im und aus dem Pott
     
  • Nachgestochen
    Olli Lonien und Lars Wilczinski beurteilen Tattoos
     
  • At least he tried!
    Journalist, Musiker, Maler, Shopguy und Tattoosammler Olli Plöger
     
  • Musik: Frank Carter
    Hardcore-Punk-Sänger und Tätowierer bei Sang Bleu
     
  • Tattoo-Starlet 2016
    Auf der Tattoo Expo Leipzig fällt die Entscheidung
     
  • In Japan droht das Tattooverbot
    Polizei geht mit Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Bußgeldern gegen Tattoostudios vor
     
  • Tattoo Academy
    Brezeln und »Der Wanderer über dem Nebelmeer«
     
  • Tattoo-Art: Von Hand, mit Herz
    Comic-Zines von Ernest Graves
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Tattoomodel Miss Carnifex aus Magdeburg

VERANSTALTUNGEN
  • Tattoo Expo Zwickau
    Hotspot für Szenegänger und Tattooeinsteiger
     
  • Convention Delhi
    Tattoos unterm Turban

MOTIVE
  • Blumen-Stile
    Tätowierte Blüten von Dotwork bis Aquarell




 
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Text: Redaktion

Cover TaetowierMagazin Mai 2016

Model: Brittany Hetzer
Fotograf: Art Cantu Jr. (expressiveartphoto.com)


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TÄTOWIERER
  • In Haut geprägte Kunst
    In Maud Dardeaus Tattoos spiegeln sich die Epochen der europäischen Kunstgeschichte wider
  • »Voll schööon!«
    Im Blue Moon Tattoo Berlin schließen sich Dienstleistung und künstlerischer Anspruch nicht aus

     
  • The beautiful struggle
    Millo von Marschmillos Tattoos aus Ramstein kämpft mit seinem Kunsthandwerker-Ego
 
AUS DER SZENE
  • Musik: Tamas Horror Picture Show
    Der Berliner Rapper Tamas reimt jetzt auf Metal
  • Nackte Tatsachen im Orient-Express
    Die tätowierten Entertainer des »Cirque Rouge«

     
  • Ratgeber: Die falsche Frage
    Nur wer die richtigen Fragen stellt, findet den richtigen Tätowierer

     
  • Tattoo Academy
    Guernica und der kleine Maulwurf

     
  • Nachgestochen
    Günna Rockland und Ilja Hummel beurteilen Tattoos

     
  • Mister New Wave: Lal Hardy
    Tattoomotive für die rebellische Jugend der 80er Jahre

     
  • Mein Körper – Mein Ausweis    
    Traditionelle Tattookultur auf Borneo

     
  • Das Kuniyoshi-Projekt
    Waren die Farbholzschnitte von Kuniyoshi Tattoovorlagen?

     
  • Dualismus als roter Faden
    Carola Deutsch bringt die Ästhetik der 50er und 60er Jahre auf Beton

     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Fotografin, Illustratorin und Grafikerin Mel Zohar
 
 
VERANSTALTUNGEN
  • Schlange stehen lohnt sich wieder!
    Tattoo Expo in Leipzig
     
  • Wahl des Tattoo Starlets 2016
    Auf der Tattoo Expo in Leipzig fiel die Entscheidung: Sara Surprisink ist Tattoo Starlet 2016!
     
  • All killers, no fillers
    Tattoo Ink Explosion in Mönchengladbach
     
  • Prickelnd wie Champagner
    Besucherrekord auf der Mondial du Tatouage in Paris
 
MOTIVE
  • Stilfrage
    Wir erklären die neuen Stilrichtungen und ihre Besonderheiten
 
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Text: Redaktion

TätowierMagazin Februar-Ausgabe 2016, TM 02/2016

Model: Vanessa Wolfbane
Fotograf: Vanessa Marie


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TÄTOWIERER
  • »Ich steche Tattoos, keine Aufkleber!«
    Farbenfrohe und illustrative Tattoos von Xenija Woskressenskaja
     
  • Vom Holz zur Haut
    Lukas Falkner, der Zweitplatzierte des TM-Nachwuchscontests 2015
 
 
AUS DER SZENE
  • Tattoo Starlet 2016
    Wir präsentieren die Finalistinnen des Tattoo-Starlet-Contests!
     
  • Vorurteile? Weg damit!
    Tätowierer gestalten das Kinderbuch »Du bist großartig!«
     
  • Nachgestochen
    Clemens Hahn und Daniel Symanski beurteilen Tattoos
     
  • Das »King Dracula«-Projekt
    Temporäre Tattoos als Kunst
     
  • Rauschebart und bunter Hals
    Gepflegtes Gesichtshaar und Tattoos im Barber-Shop
     
  • Musik: Never Say Die!
    Das TätowierMagazin moshte auf der »Impericon Never Say Die!«-Tour
     
  • Tattoo Academy
    David Bowie und das Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit
     
  • Schlangenbrut in Köln
    Ausstellung »Zuerst war die Haut – #makingofsnakes« in Köln
     
  • Zum Gedenken an Lemmy
    Mit Tattoos huldigen die Fans dem Motörhead-Sänger  
     
  • Tattoos mit übernatürlichen Kräften
    Matthieu Duquenois erweckt die magische Kraft der Sak Yan
     
  • Service: Tattoo-Lexikon
    Wir erklären szenetypische Fachbegriffe
     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Tattoomodel Arcticas Nightmare aus Bremen
 

VERANSTALTUNGEN
  • Langeweile ist anderswo    
    Brüssel Convention
     
  • Jenseits der Pyramiden     
    Die Cairo Tattoo Convention
     
  • Chill-out Time    
    Tattoo Festival Berlin
 
MOTIVE
  • Jagd durch die Wolken
    Mick aus der Schweiz: Japanische Drachen sind das zentrale Thema seiner Arbeit


 
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Text: Redaktion

TaetowierMagazin Juni 2016


Model: Filouino
Fotograf: Tony Wehnert


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TÄTOWIERER
  • Denn er weiß nicht, was er tut
    Boris Backerts Kontrollverlust ist Teil des kreativen Prozesses
  • Moderne Traditionen in Kroatien
    Kid Kros’ Neo-Traditionals mit Einflüssen aus Jugendstil, Dotwork und Spitzennäherei

     
  • Moik mit Oi!
    Bunte Traditionals von Moik aus dem Offenbacher Skin Art Tattoo
 
AUS DER SZENE
  • SPECIAL Gesichtstattoos    
    Wie erleben Tätowierte die Veränderung, wie reagiert die Umwelt?
  • Musik: Baroness
    Wiedergeburt in Lila – Gespräch mit Musiker und Maler John Dyer Baizley

     
  • Nachwuchscontest 2016
    Bewirb dich jetzt für die Wahl zum Nachwuchstätowierer 2016  

     
  • Vom Bierzelt auf die große Bühne
    Die Macher des SUMMER BREEZE Open Air im Interview

     
  • Noch mehr Punkte    
    Die Vielfalt des Dotwork zeigt Sonja Hentschels Buch »°more dots°«

     
  • Tattoo Academy
    Rotkäppchen und das Kryptonite

     
  • Nachgestochen
    Dennis Bebenroth und Frank Dietzel beurteilen Tattoos

     
  • Spontan geplant
    Musikern auf die Hände geschaut: Fotobuch »Nothing To Hide«

     
  • Tattooinspirierte Kunst
    Für den koreanische Zeichenstar Kim Jung Gi sind Tattoos Erotik und Trash

     
  • Tattoo Art: Fließende Realitäten
    Abstrakte Grafiken von Tätowierer Dase Roman Shcherbakov

     
  • Tattoo-Erotica-Personality
    Tattoolehrling und Model Miss Devilink
 
VERANSTALTUNGEN
  • Die Wikinger am Main
    24. Internationale Tattoo Convention Frankfurt
     
  • Full House in der Markthalle    
    15. Internationale Tattoo Convention in Hamburg
     
  • Slàinte Mhath – Zum Wohl!
    Annual Scottish Tattoo Convention in Edinburgh
 
MOTIVE
  • Sommertattoos
    Mit Tattoos die Erinnerungen an die schönste Jahreszeit wachhalten
 
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Text: Redaktion

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesTattoo-Models auf dem Vormarsch

Inzwischen hat sich etabliert, was sich vor einigen Jahren herauszukristallisieren begann: der Job des Tattoo-Models! Es gibt immer mehr, sie werden immer professioneller und man kennt ihre Namen und Gesichter. Und nicht nur Tattooconventions und Szenelabels greifen bei Shootings für Plakate oder Werbeanzeigen auf stark Tätowierte zurück, auch Tourismus-Verbände, Banken oder Baumärkte werben inzwischen immer öfter mit den bunten Alternative-Models. Tattoos verschrecken heute niemanden mehr, sind aber immer noch interessant genug, um Aufmerksamkeit zu erregen, insbesondere wenn man sie in Zusammenhängen wie Bausparvertrag und Rentenvorsorge stellt, die bislang eher eine miefig-verstaubte Aura umgab.

Für immer mehr junge, tätowierte Frauen wird das Modeln zum Nebenerwerb und Hobby

Klar, den Lebensunterhalt kann man von solchen Aufträgen nicht bestreiten, auch wenn es Models vereinzelt sogar schon auf die Laufstege von Top-Fashion-Shows geschafft haben. Aber für immer mehr junge, tätowierte Frauen wird das zweite Standbein zum attraktiven Nebenerwerb und vor allem zum Hobby, das eine Menge Spaß macht. Welcher jungen Frau würde es nicht gefallen, sich selbst auf Conventionplakaten, in Musikvideos und auf Fashionfotos zu sehen oder mal bei »Shopping Queen« vor laufenden Kameras die Kreditkarte zum Glühen zu bringen?

Dass die jungen Damen die Sache immer professioneller angehen, ist nicht zuletzt auch dem Tattoo-Starlet-Contest zu verdanken, der nicht nur von Anfang an die Messlatte für Tattoomodel-Wettbewerbe um ein gutes Stück höher gelegt hatte, sondern den teilnehmenden Models auch ein Medieninteresse bescherte, aus dem sich stets interessante und lukrative Nachfolgeaufträge ergaben.

Am 5. März findet die Wahl zum Tattoo Starlet nun schon zum dritten Mal statt und erneut war die Steigerung in der Professionalität der Bewerbungen beachtlich; beinahe jede Bewerberin konnte schon mindestens ein professionelles Fotoset einreichen. In dieser Februar-Ausgabe stellen wir euch die zehn Finalistinnen vor, wer live bei der Wahl dabei sein möchte, sollte sich am 5. März zur Tattoo Expo Leipzig aufmachen.

Ägypten und Tattoos? Keine zwangsläufige Assoziation, dabei gibt es tattoomäßig im Land der Pyramiden und Pharaonen einiges zu entdecken. Nicht nur, dass am Nil nun die erste Tattooconvention in einem arabischen Land stattfand, tatsächlich gibt es in Ägypten sogar eine sehr alte, christliche Tattootradition! Unser Reisereporter Travelingmic traf dort auch einen mittlerweile in der Schweiz lebenden ägyptischen Tätowierer, der in Kairo seine Tattoowurzeln entdeckte; die spannende Reisereportage lest ihr hier.





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesTätowieren wird in Japan nicht verschwinden

»Einen Nagel, der heraussteht, schlägt man ein«, heißt ein altes japanisches Sprichwort. Es ist selbsterklärend in einem Land, in dem zur Schau gestellte Individualität nicht als Tugend, sondern als Makel angesehen wird, und passt besonders zur Art und Weise, wie Tätowierte dort angesehen werden.

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, gerade als die japanische Tätowierkunst begann, sich zu einem professionellen Kunsthandwerk mit eigenständiger Ästhetik herauszubilden, wurde das Tätowieren in Japan verboten. Nur wenige Jahrzehnte später, im Jahr 1841, wurde es noch einmal verboten. Und dann wurde es 1872 erneut verboten. Dass diese Tattooverbote ständig neu verhängt wurden, belegt eines ganz deutlich: Sie waren völlig wirkungslos. Das heißt nicht, dass sie nicht umgesetzt und überwacht wurden. Dass es im 19. Jahrhundert Razzien bei Tätowierern gab, bei denen Nadeln, Vorlagen und Farben konfisziert und Tätowierer inhaftiert wurden, ist historisch belegt. Dennoch konnten die Repressalien der damaligen Shogunatsregierung das Tätowieren nicht unterbinden. Ganz im Gegenteil entwickelte sich die japanische Ausprägung des Tätowierens in genau der Zeit, in der es ständig unter Strafe stand, zu der Kunstform, die auch heute noch eine Sonderstellung unter den traditionellen Tätowierkulturen der Welt einnimmt.

Das bedeutet aber leider nicht, dass die aktuelle Verfolgung von Tätowierern in Japan deswegen nicht so schlimm sei. Traditionell arbeitende Tätowierer werden das drohende Tattooverbot vielleicht noch mit einem Achselzucken hinnehmen. Die meisten von ihnen haben in den vergangenen Jahrzehnten trotz offizieller Aufhebung des Tattoobannes nach dem Zweiten Weltkrieg ohnehin in Privatateliers gearbeitet, die von außen nicht als Tattoostudio erkennbar waren.

Dramatisch ist das drohende Tattooverbot für die jungen Tätowierer, die in offiziellen Studios arbeiten. Sie haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten dafür eingesetzt, dass sich das Tätowieren auch in Japan endlich vom Klischee des Gangster-Accessoires befreit, dass es als eine Möglichkeit erkannt wird, sich selbst mit künstlerisch-kreativen Mitteln auszudrücken, und vor allem: dass es den hygienischen Anforderungen unserer Zeit gerecht wird. Diese jungen Tätowierkünstler haben sich mit ihren Shops nicht mehr versteckt, weil es nichts zu verstecken gab. Und nicht wenige Studios aus Tokio, Nagoya und Osaka haben es in den letzten Jahren zu Weltruhm gebracht. Vor allem aber haben sie dazu beigetragen, ihren Landsleuten den Zugang zu einer der ältesten kulturellen Errungenschaften in all ihren Facetten und stilistischen Ausprägungen zu ermöglichen.

Tätowieren wird in Japan nicht verschwinden. Aber es besteht die Gefahr, dass es wieder in den Untergrund abtaucht, wo es keine Möglichkeit für die Gesundheitsbehörden gibt, die Hygienemaßnahmen zu kontrollieren, und Tätowierern wieder der Beigeschmack von Kriminellen anhaften wird, von dem sie sich eben erst freikämpfen konnten. Es wäre wünschenswert, dass die japanischen Behörden, die für die momentanen Repressalien gegen Tätowierer verantwortlich sind, einen Blick in die Geschichtsbücher werfen, um einzusehen, dass das Tätowieren sich nicht verbieten lässt. An ihnen liegt es nun, ob sie die Hand ergreifen, die viele professionelle Tätowierer Japans ihnen entgegenstrecken oder ob sie sie ausschlagen und damit letztlich das Tätowieren nur in die Illegalität abdrängen.





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesGrenzüberschreitungen damals und heute

Überleg dir das gut mit dem Tattoo! Was ist, wenn du mal ’nen Job suchst … oder wenn du mal eine Frau triffst, der das nicht gefällt? Irgendwann bereust du es!« Das waren so ungefähr die Sprüche, die ich von meinen Eltern zu hören bekam, als ich mein erstes Tattoo plante, vor 26 Jahren. Zur Erklärung: Es handelte sich um einen handflächengroßen Drachenkopf am Oberarm. Also um ein Tattoo, das man sich heute auf dem Weg zum Einkaufen stechen lässt oder um die Zeit zu überbrücken, bis man die Hemden aus der Reinigung holt … Aber vor zweieinhalb Jahrzehnten war das schon eine große Sache. Die Unterarme waren für mich der nächste große Schritt, den ich erst anging, als ich einen festen Job beim TätowierMagazin hatte, und ein paar Jahre später kam erst ein Finger, dann nach und nach die anderen dran. Aber Gesichtstattoos? Ich persönlich, und das ist vielleicht ein wenig unerwartet für den Chefredakteur Deutschlands ältester Tattoozeitschrift, finde Gesichtsstattoos ziemlich extrem.

Versprecht mir, dass ihr euch das gut überlegt …

Und wenn ich mit Freunden und Bekannten spreche, die so etwas planen, ja, dann rate ich sogar tatsächlich eher ab. Nur weil ich diesen Job habe, heißt das ja nicht, dass ich grundsätzlich und unkritisch jede Art von Tattoo toll finden muss. Und Überlegungen, dass man mit ständig sichtbaren Tattoos einfach schlechtere Karten hat bei der Wohnungssuche oder auf dem Arbeitsmarkt, finde ich durchaus erheblich. Jüngere Kollegen halten mir dann völlig zu recht vor, dass ich heute so klinge wie meine Eltern vor 26 Jahren. Und wenn ich dann sage, dass es doch auch in meiner Verantwortung liegt, nicht nur ein unkritisch positives Bild von Tattoos zu propagieren, sondern dass man den Leuten auch sagen muss, dass sie sich damit unter Umständen auch Chancen und Möglichkeiten verbauen können, dann bekomme ich zu hören, dass meine Eltern mir ihre Predigten doch mit genau derselben guten Absicht gehalten haben. Autsch. Das stimmt wohl. Und nun?

Im Prinzip tun jüngere Tattoofans heute mit Tätowierungen auf Hals, Gesicht und Händen das, was ich vor 26 Jahren getan habe – sie überschreiten Grenzen (auch wenn meine »Grenzüberschreitung« von damals aus heutiger Sicht eher putzig wirkt) und sie wollen sich da auch nicht reinreden lassen. Und schließlich steht jedem das Recht zu, seine eigenen Erfahrungen mit Tattoos zu machen. Und, auch das muss ich selbst bedenken, wenn ich anderen Ratschlägen in Bezug auf Tattoos gebe: Auch in meinem Leben sind durch meine Tätowierungen viele Türen zu gegangen – aber die für mich wichtigen haben sich dadurch erst geöffnet.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich vielleicht im Laufe der Jahre immer mehr so werde wie meine Eltern und bei sichtbaren Tattoos zur Vorsicht rate. Ist wohl ein natürlicher Prozess, dass man sich im Laufe der Zeit seinen Eltern und deren Ansichten angleicht – seht es mir nach. Und lasst euch nicht allzusehr davon beeinflussen. ( … aber versprecht mir, dass ihr euch das gut überlegt mit dem Gesichtstattoo, ja? Ich wollt’s nur noch mal gesagt haben. Okay, ich bin ja schon still … )





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesWikinger erobern die Tattoo-Shops

Spätestens seit der Fernsehserie »Vikings« haben Wikinger Hochkonjunktur. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass man sich hierzulande dem Verdacht aussetzte, der rechtsextremen Szene anzugehören, wenn man einen Thor-Hammer als Anhänger trug oder sich für germanische Runen interessierte. Die Vereinnahmung der frühmittelalterlichen Geschichte Deutschlands und auch Skandinaviens durch nationalistische Bewegungen, die mit dem Ende des deutsch-französischen Krieges 1871 Fahrt aufnahm und schließlich während der Nazi-Diktatur von 1933 bis 1945 ihren grotesken Höhepunkt fand, hat im Bezug auf diese Epoche enormen Schaden angerichtet. Nicht nur wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Befunde zu dieser Zeit systematisch gefälscht und der völkischen Ideologie entsprechend zurechtgebogen, oder, wenn sie nicht zum idealisierten Germanenbild passten, einfach ignoriert. Auch die Nachwirkungen, die bis weit über das Ende des Dritten Reiches hinaus reichten, waren verheerend, denn kaum ein Historiker oder Archäologe wagte es innerhalb der letzten Jahrzehnte, sich der Zeit der Völkerwanderung und der nachfolgenden Wikingerära zu widmen, musste man doch befürchten, in die Nähe der von Ideologie statt Wissenschaft motivierten Geschichtsfälscher der Nazizeit gerückt zu werden.


Die Wikinger – keine Barbaren im Bärenfell,
sondern ein Kulturvolk mit Sinn für Hygiene



Es ist aber wohl auch der seit einigen Jahren wachsenden Reenactment-Szene, in der Leute in ihrer Freizeit bestimmte historische Epochen möglichst authentisch nachempfinden zu verdanken, dass man sich inzwischen mit diesen einstmals vom Nazi-Mief kontaminierten Geschichtsepochen weitgehend unbefangen und vorurteilsfrei beschäftigen kann. Grund genug gibt es dafür, wie der Designer Jim Lyngvild (ab Seite 56) erklärt, der praktisch sein ganzes Leben der Wikingerkultur gewidmet hat; die Kunstfertigkeit wikingischer Schmiede, Holzschnitzer und Schiffsbauer ist auch unter heutiger Sichtweise noch atemberaubend. Das Klischeebild vom halbwilden, in Bärenfell gehüllten Barbaren könnte nicht weiter entfernt sein von diesem Kulturvolk, bei dem Badetage Pflicht waren und ein Kosmetikbesteck – mit Löffelchen zum Ohrenputzen – zur Grundausstattung gehörte.

Auch die nordischen Mythen um Götter wie Odin, Thor und Loki, Kreaturen wie die Midgardschlange und den Fenriswolf stoßen zunehmend auf Interesse. In unserem Motivartikel erläutern wir zahlreiche dieser Motive, die immer öfter auch als Tätowierungen zu sehen sind.

Ein Tätowierer, der sich ganz der Welt der nordischen Götter, der Riesen und der Trolle, der Drachen, Walküren und Zwerge verschrieben hat, ist Uffe Berenth aus Dänemark. Dabei reproduziert Uffe nicht einfach Motive und Designs der Nordmänner, er erschafft vielmehr Bilder, die den komplexen Inhalten und Bedeutungen der Geschichten gerecht werden, stilistisch traditionelle Elemente aufgreifen und mit modernen Sehgewohnheiten harmonisch kombinieren und letzten Endes keine leblosen Abziehbilder sind, sondern als Fortführung einer vielschichtigen und faszinierenden Tradition gelten können. Durch seine langjährige, intensive Beschäftigung mit dem Thema und seinem persönlichen Bezug zur nordischen Religion ist es Uffe zudem möglich, diese so verständlich darzulegen, dass sie auch denen schlüssig und nachvollziehbar wird, die Thor bisher nur aus den Marvel-Comics kannten.





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesRecherche ist der entscheidende Faktor

Das Tempo, in dem sich neue Entwicklungen innerhalb der Tattooszene vollziehen, ist mittlerweile atemberaubend. Das betrifft zum einen ständige Weiterentwicklungen bei der Hardware, also dem Arbeitsmaterial der Tätowierer, noch viel mehr aber kann man eine stetige Diversifikation im stilistischen Bereich beobachten. Während es früher eine Handvoll Tattoogenres wie Japanisch, Traditional, Realistic, Tribal und das inzwischen beinahe verschwundene Biomechanic gab, ist heute die Vielfalt an Stilrichtungen kaum noch zu überschauen. Manchmal hat man den Eindruck, mit jedem der neuen Tattootalente, die fast wie Pilze aus dem Boden schießen, kommt auch eine neue Stilrichtung daher. Ganz sicher kann man hier gerade eine Wende in der Tattookultur beobachten, die man beinahe schon als historisch bezeichnen kann; eine Entwicklung weg von der Zuordnung von Tätowierungen in klar definierbare Stile, hin zu einer sich immer weiter verzweigenden Vielfalt, die letztlich zu einer völligen Individualisierung von komplett eigenständigen Stilen führen wird.  

Die Einordnung von Tattoos in bestimmte
Stilrichtungen wird immer schwieriger


Diese Entwicklung bietet dem Kunden immer mehr Möglichkeiten, den für ihn passenden Tätowierer zu finden, doch damit verbunden ist eben auch die Notwendigkeit, immer tiefer in die Materie einzusteigen, sofern man sich nicht mit einem Standardhautbild zufriedengeben will. Wenn man ein High-End-Tattoo von wirklich kreativen, aber auch technisch versierten Künstlern haben möchte, dann ist der entscheidende Faktor gar nicht unbedingt das Geld, sondern die Zeit, die man in die Recherche, Studiowahl und das Vergleichen unterschiedlicher Tattoo-Artists investiert. Ohne Vorarbeit wird man also inzwischen nicht mehr in den Genuss der Vorzüge der momentanen Entwicklung kommen. Um euch mit dieser Aufgabe nicht allein zu lassen, geben wir euch mit dem Ratgeber und unserer Übersicht über klassische und brandneue Stilrichtungen eine Entscheidungshilfe.

Während die Beobachtung aktueller Entwicklungen immer spannend ist, ist aber auch der Blick zurück notwendig, um die Wurzeln und Ursprünge der heutigen Tattooszene verstehen zu können. Einer derjenigen, der in den 80ern einen Riesenschritt unternahm, um Tätowierungen zu ermöglichen, sich zu einem Symbol von Jugendkulturen wie Punk, Skinhead, Rockabilly und anderen zu entwickeln, war der englische Tätowierer Lal Hardy. Der mittlerweile 58-jährige englische Tätowierer erzählt aus einer Zeit, als viele Tätowierer beim Wunsch nach einem individuellen Hautbild noch verständnislos mit dem Kopf schüttelten.





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, Foto: PixelstylesDie bunte Seite der Macht

Ende der 70er Jahre hätte es bestimmt niemand für möglich gehalten, was für eine gigantische Merchandise-Industrie sich in den nächsten Jahrzehnten aus einem – zugegebenermaßen recht aufwendig produzierten – Science-Fiction-Film namens »Star Wars« entwickeln würde. Hätte man damals jemandem erzählt, dass es knapp vierzig Jahre später zum siebten Teil dieses Films Darth-Vader-Müslischalen, R2-D2-Keksdosen oder Lichtschwert-Pizzaschneider geben wird, hätte er einem wohl den Vogel gezeigt. Wahrscheinlich gibt es auch schon lange Klopapier für Rebellen oder Imperiale oder Millenium-Falken als Brillenhalter – es ist ja wirklich kein Alltagsgegenstand mehr denkbar, den es nicht auch mit irgendeinem Star-Wars-Bezug gibt. Eine gigantische Vermarktungsindustrie, die das Thema Merchandise neu definiert hat.

Star-Wars-Nerds sind sehr kreativ und setzen sich intensiv mit dem Inhalt der Filme auseinander

Doch auch wenn der Kommerzaspekt bei Star-Wars unübersehbar ist und es kaum einen anderen Film gibt, der dieser Weltraum-Saga in puncto Kaufzubehör das Wasser reichen kann, würde man den Fans von Yoda, Darth Vader und Han Solo Unrecht tun, wenn man sie nur als unkritische Konsumenten bezeichnen würde. Star-Wars-Nerds sind sehr kreativ und setzen sich oft sehr intensiv nicht nur mit den produktionstechnischen Details, sondern vor allem mit dem Inhalt der Filme auseinander. Im Gespräch mit Sternenkriegs-Experten erschließen sich unbedarften Filmeguckern da oft ganz neue Erkenntnisse, Einsichten und geradezu philosophische Bedeutungsebenen, die man in einem solchen Fantasy-Actionstreifen gar nicht vermutet hätte.

Klar, dass bei der kultartigen Verehrung, die die Akteure wie Luke Skywalker, Prinzessin Leia oder auch die flauschigen Ewoks erfahren, auch Tätowierungen zu ihrer Huldigung nicht fehlen dürfen, nebst Todesstern und Wüstenplaneten. Manche Tätowierer würden ja am liebsten nichts anderes stechen als Star-Wars-Motive, und bei der Menge von Weltraumkriegsverrückten, die sich gern jeden freien Quadratzentimeter ihrer Haut mit Szenen aus den bisherigen sechs Folgen zuhacken lassen, haut das auch beinahe hin. Aber jetzt könnte es sich lohnen, erst mal etwas auf die Bremse zu treten mit Tattooterminen: Mit dem »Erwachen der Macht«, dem siebten Teil der epischen Science-Fiction-Legende, dürften noch abgefahrenere, skurrilere und beeindruckendere Motive über die Kinoleinwand flackern. Hardcore-Fans sollten sich also noch freie Hautareale gut einteilen. Wir sind gespannt, wann die ersten Tattoos bei uns eintreffen, die von der neuesten Folge inspiriert wurden und starten solange ab Seite 106 einen Rückblick auf 37 Jahre Star Wars!





Dirk-Boris
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Bilder: Pixelstyles

Stand:28 May 2016 05:56:37/magazin/aktuelle+ausgabe/