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Inhalt Januar 2018

Model: Bine.B.Foto: Tobias Kircher

Titelbild:

Model: Bine.B.
Foto: Tobias Kircher
    
Ausgabe Januar 2018
24. Jahrgang / Nr. 263

 
Intro

 9    Kurz und gut

16    Sonja Hentschel gefällt …
 … der Blackwork-Sleeve von Gerhard Wiesbeck

18    Uns gefällt …
… das blutende Herz von Uncle Allan

20    Auszeit

22    Herzenssache
Tätowiererin Caro Ley engagiert  sich für Viva con Agua

24    Kunst
Das Fünf-Minuten-Konzept: Kimono-Design von Gakkin


Tätowierer

28    Ich tätowiere fürs Altersheim            
Ilja Hummel von »Glaube Liebe Hoffnung« aus Essen

38    Jeder hat eine Familie
Samoanische Tribals aus dem Schwarzwald von Tomasi Suluape

46    Eine neue Adresse für Farbrealismus           
In Darmstadt eröffnet Marco Klose sein eigenes Studio                

54    Buntes Deutschland
In deiner Nähe: Zehn Tattoostudios im Kurzporträt             

61    Drei zu eins
Graphic-Style von Aka Kura, Caro Walch und Marta Lipinski


Szene

70     Battle of the Best    
TM-Nachwuchscontest: die Entscheidung zum Titel

74    »Impericon Never Say Die!«
Auch dieses Jahr bietet die INSD-Tour ein überbordendes Line-up
von Metalcore bis Hardcore-Punk

78    Gestochen scharf
Tattoos in der Identitätskrise

80    Tattoos in der Customszene
Mit Konzept bitte nur beim Motorradumbau: Customizer zeigen,
dass Tattoos auch einfach nur Spaß machen dürfen

90    Tattoo-Erotica-Model 
Social-Media-Managerin Riae


Service

94    Motivklassiker der Tattoogeschichte
Schmetterlinge

96    Gesunder Körper trotz Tattoos
Gift, Hautkrebs, Leistungsschwäche: Die Wahrheit über Tattoo-Märchen

102   Tattoo-Akademie
Popeyes Spinat und der Eiffelturm

104     Jobbörse


Veranstaltungen

108     Tattoomenta Kassel                
Erst oder schon? 10 Jahre Tattooconvention Kassel

112     Tattoo Expo Shanghai
Chinas renommierteste Convention

116    Termine


Outro

119   Galerie

124   Studios

128   Die Kippe danach

130   Vorschau/Impressum


Standards

3    Editorial

6    Bild des Monats

68    TattooZOOM

Editorial Januar 2018

Zweiradmechanikermeister Arno von Toxic Bikes gewann 2014 den »European Biker-Build-Off« bei der CUSTOMBIKE- SHOW. Seine Tattoos entstehen oft aus einer Laune heraus, etwa während einer Fährpassage nach Schweden mit Freunden …


Boris »Bobs« Glatthaar,
Chefredakteur

Wer öffentlich »Bullshit« verzapft, muss dafür auch öffentlich geradestehen. Zum Beispiel Dr. Ingo Froböse und das ARD-Morgenmagazin, in dem der Sportmediziner vor Wochen haltlose Horror-Märchen über Tattoos verbreiten durfte, ohne kritische Nachfragen des Moderators befürchten zu müssen. Erschreckend schwach ist das für einen Uni-Professor, von dem man nur hoffen kann, dass seine Arbeit in Wissenschaft und Lehre an der Deutschen Sporthochschule Köln deutlich fundierter ist. Erschreckend schwach aber auch für einen öffentlich-rechtlichen Sender, der nicht nur einen Bildungsauftrag hat, sondern die Einhaltung journalistischer Qualitätsstandards auch noch wie eine Fahne vor sich herträgt – fairerweise muss man sagen: meistens zu Recht. In diesem Fall aber hatte die Redaktion nach ihrem populärwissenschaftlichen Schiffbruch nicht mal die Klasse, auf kritische Nachfragen des TätowierMagazins zu antworten. Froböse ließ uns immerhin wissen, er habe jetzt keine Zeit. Weil ihr aber alles über Tattoos wissen sollt, was ihr wissen müsst, treten wir nun dem »Bullshit« entgegen.


Heide Heim,
Redakteurin

Auf YouTube geht gerade das Video von Amber, der »Zauberweberin«, viral, die »Soul Tattoos« (so auch der Titel des Filmchens) sticht. Es geht ihr beim Tätowieren um die Energieausrichtung zweier Wesen, die so dauerhaft sei wie die Tattoofarbe, sie lädt ihre Nadeln mit Kristallenergie auf und benutzt Eco-Stencils, sprich, das Blatt eines Baumes, als Vorlage … 
Der Bullshit geht zwei Minuten und ich gebe zu, ich zweifelte keine Sekunde daran, dass Amber das ernst meint. Bereits einen Tag später tauchte auf meiner FB-Timeline #Walisiwoman auf, und diesmal war ich clever und hab sie sofort als #fake entlarvt – und lag damit wieder falsch. Die Tätowiererin Ashley Glynn, so ihr richtiger Name, tätowiert wirklich »Soul Tattoos«, dank ihrer Verbindung zu Mutter Erde und ihres Wissens über Numerologie, Astrologie, Tarot (…) bietet sie als lizensierte Tätowiererin ihre Dienste inklusive Kräuterbehandlung, Tarotlesung und handgestochenen Tattoos an. Zugegeben, so ganz hab ich das auch nicht verstanden, eine Erkenntnis hab ich aber gewonnen: Satire wird nur von der Realität getoppt!  



Jula Reichard,
Redakteurin

Es gibt zwei Herangehensweisen, sich tätowieren zu lassen: Du hast ein Konzept, planst sorgfältig deinen Sleeve oder was auch immer und bleibst auch bei folgenden Tattoos einem Stil treu. Oder du bist ein Sammler, hast ständig Bock auf neue Motive und andere Tätowierer und kannst dich ohnehin nicht festlegen. Für unsere Titelstory habe ich auf der 
CUSTOMBIKE-SHOW die unterschiedlichsten und schillerndsten Menschen getroffen und mit ihnen über Individualität, Tattoos und Lebenslust gesprochen. So verschieden diese Jungs und Mädels waren, so haben sie eines gemeinsam: Sie lassen sich aus purer Laune tätowieren und pfeifen auf ein Konzept. Und wisst ihr was? Seitdem sehe ich es völlig gelassen, dass ich gleich von Beginn an vercheckt habe, mich an ein Tattookonzept zu halten und treu einem Stil zu folgen. Zugegeben, seit ich mir hier einen Ozzy und dort ein Underboob-Gelöt, da eine Rose und dort ein Kummerherz habe tätowieren lassen, dachte ich manchmal: Scheiße, das passt alles nicht zusammen! Doch lasst euch gesagt sein: Tattoos dürfen auch einfach nur Spaß machen. 
Stand:19 January 2018 18:29:44/magazin%2B_und_%2Bextras/heftarchiv/content-25592_40-25593_60.html