Lieber Besucher,

derzeit führen wir nötige Wartungsarbeiten an unserem Server durch. Unsere Kontaktformulare sind derzeit leider deaktiviert. Sollten Sie ein Anliegen haben, melden Sie sich bitte telefonisch bei der betreffenden Person direkt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Abo-Abteilung: 0621 48361 13

Beste Grüße,
Das Huber-Verlags Internet Team
Szeneshop-Angebote
24.02.2017  |  Text: Pascal Bagot, Übersetzung: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Pascal Bagot

Der Tätowierer, dem die Frauen vertrauten


Lyle Tuttle (84), ist einer der berühmtesten Tätowierer der Welt. Seine bevorzugten Motive: Schmetterlinge, Röschen, kleine Herzen.


»Vier oder fünf Jahre lang hab ich nur Schmetterlinge und Rosenblüten tätowiert«, erzählt Lyle Tuttle – aber auch damit kann man zu einem der berühmtesten Tätowierer der Welt werden.

»Vier oder fünf Jahre lang hab ich nur Schmetterlinge und Rosenblüten tätowiert«,
erzählt Lyle Tuttle – aber auch damit kann man zu einem der berühmtesten Tätowierer
der Welt werden.

Der Ausdruck von der lebenden Legende wird ja gern überstrapaziert, aber wenn er auf einen zutrifft, dann auf Lyle Tuttle. Der berühmte Tätowierer empfängt mich in seinem Apartment direkt über seinem Studio an der Columbus Avenue in San Francisco, das er schon seit Jahrzehnten genau hier betreibt, und verblüfft mich mit seiner Vitalität, seiner Lebensfreude – und seiner Vorliebe für Tequila mit Grapefruit. Er ist nicht nur unermüdlich im Erzählen von Geschichten, sondern auch im Reisen. Seit der inzwischen 84-Jährige nicht mehr selbst tätowiert, steigt er eigentlich nur noch von einem Flugzeug ins nächste, um auf allen möglichen Conventions Seminare zu halten. Wo er auch immer sehr gern Details zu seinem unglaublichen Erfolg preisgibt.

»Ich war vor allem die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort«, betont er immer wieder. Man hat den Eindruck, dass er es selbst jetzt noch nicht richtig fassen kann, wie ihm in den 60ern das Glück in den Schoß gefallen ist. San Francisco war zu jener Zeit das Epizentrum der Hippie-Bewegung, ein Gegenpol zum amerikanischen Puritanismus. Die sexuelle Befreiung und die Emanzipation der Frauen war ein großes Thema, Tattoos waren das geeignete Medium, um die neu gewonnene Freiheit nach außen zu demonstrieren. 
 
Lyle Tuttle war damals nicht der einzige Tätowierer in San Francisco, er war auch nicht der talentierteste, und in seinen Kraftausdrücken hätte er mit jedem Zementmischer mithalten können – dennoch war er für viele Frauen zu jener Zeit der Tätowierer der Wahl. Dadurch wurden auch viele Medien auf ihn aufmerksam, was ihm nicht nur zu raschem Ruhm verhalf. In der damals sehr konservativen und stark untereinander konkurrierenden Szene brachte es ihm auch ein ordentliches Maß an Missgunst und Ablehnung ein – vor allem von einer weiteren Legende des American Tattooing, nämlich von Sailor Jerry Collins. 

 

Kommentare zum Artikel





Aktuell am Kiosk: TätowierMagazin 4/17

Artikel aus der Ausgabe: 4/17

Karl »Kuddl« Finkes Tattoo-Nachlass
Karl »Kuddl« Finkes Tattoo-Nachlass
Motivklassiker Schwein und Hahn
Motivklassiker Schwein und Hahn
Unser Tattoo Starlet 2017 heißt Annitotheka
Unser Tattoo Starlet 2017 heißt Annitotheka
Copycats – nein Danke!
Copycats – nein Danke!

Ausgabe 5/17 erscheint am 21. April

Weitere, relevante Artikel
  • Tattoografie sticht Geografie

    Noch ’ne Convention? Warum nicht, wenn sie gut ist! Die 1. Kaiserstadt Tattoo Expo brachte die ganz große Tattoowelt ins beschauliche Aachen.

  • Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren

    Seit vielen Generationen tätowiert die Familie Razzouk christliche Pilgertattoos in Jerusalem. Wallfahrer lassen sich zur Bestätigung ihres Glaubens auch heute noch tätowieren.


Stand:24 March 2017 14:55:26/kultur+und+szene/menschen/der+taetowierer+dem+die+frauen+vertrauten_172.html