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23.06.2016  |  Text: Laure Siegel (Übersetzung: Armelle Boussidan, Julia Fähndrich)  |   Bilder: P-Mod

Tattoo-Revival auf Borneo

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In den Urwäldern Borneos pflegten zahlreiche Stämme wie die Iban und die Dayak über Jahrhunderte eine vielschichtige und weit entwickelte Tattookultur, die Ende des letzten Jahrhunderts bereits nahezu ausgestorben war. Durch den Enthusiasmus einiger Tattookünstler, die sich für den Erhalt dieser alten Kunst einsetzen, wie auch durch eine gute Portion Glück, ist die Tattookultur Borneos heute bekannter und beliebter als je zuvor.


Ernesto Kalum
Botschafter der Iban-Kultur


Vor fünfzehn Jahren hatte er das mittlerweile berühmte Tattoo auf dem Hals der Schweizer Tattoolegende Filip Leu nach Vorlage eines traditio­nellen Tattoomotivs aus Borneo tätowiert. Heute geht Ernesto Kalum seinen eigenen Weg zwischen internationalen Conventions und ethnologischer Forschung.

Von Borneo nach Birmingham

Der Beamtensohn Ernesto, der heute im Headhunters Tattoo Studio in Kuching auf Borneo arbeitet, begeisterte sich schon in seinen frühen Zwanzigern für Tattoos. »Ich wollte ein Tattoo, aber es gab nur einen Shop und der war auf Oldschool spezialisiert«, erzählt der 45-Jährige. »Mein erstes, selbstgestochenes Tattoo ist ein Superman-Logo auf meiner Wade.« Nach einigen Jahren Arbeit im Bankwesen in London und der Schifffahrtsindustrie in Singapur, eröffnete er 1998 sein eigenes Studio. »Tätowieren war aussichtslos. Jeden Tag betete ich darum, dass wenigstens ein Kunde die Tür hereinkäme und mir etwas zu tun geben würde. Also habe ich mein Land hinter mir gelassen, weil es keine Möglichkeiten gab.«

Nach nur zwei Monaten ging er also zurück nach England. Als Gastartist im Spikes Tattoo & Piercing in Wolverhampton, einer kleinen Stadt bei Birmingham, konnte er sein Talent zum Zeichnen endlich für sich nutzen und begann dort seine Karriere als Tätowierer. Seine mitgebrachten Arbeiten, die sich an den traditionellen Mustern des Stammes der Iban orientierten, zeugten von echtem Können. Er bewarb sich bei über 150 Conventions, aber Rückmeldung kam 1999 nur aus Lausanne in der Schweiz. »Dort habe ich sie alle getroffen: Tin-Tin, Paul Booth, die Leus … Filip hielt ich für einen Musiker, er sah aus wie der Gitarrist von Aerosmith.«


Rechts im Bild: Ernesto Kalum, Botschafter der Iban-Kultur.

Rechts im Bild: Ernesto Kalum, Botschafter der Iban-Kultur.
 


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