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21.07.2016  |  Text: Lars Krutak, Übersetzung: Julia Fähndrich  |   Bilder: Lars Krutak

Tattoos der Tigerjäger und Krieger

Naga Ethno Tattoo Tattoos Tätowierungen Kultur Myanmar


Bei den verschiedenen Stämmen der Naga in Myanmar haben Kopfjägertattoos bis heute überdauert. Der Anthropologe Lars Krutak dokumentiert die Zeugnisse einer schwindenden Kultur.


In Khamti, einer Grenzstadt im Nordwesten von Myanmar, warteten wir an den Ufern des mächtigen Chindwin Rivers auf die Fähre, die uns über die wirbelnden, schlammigen Gewässer ans andere Ufer des Flusses bringen sollte, von wo aus eine Straße in die Berge und ins Gebiet der Yonkon Naga führt. Es ist noch keine zehn Jahre her, dass die Yonkon Naga in abgelegenen Dorfgemeinschaften nahe der Grenze zwischen Myanmar und Indien gelebt haben, doch fehlende Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und medizinische Versorgung zwangen viele von ihnen dazu, näher nach Khamti zu ziehen. 



Die Landschaft bei Khamti.
Die Landschaft bei Khamti.



Die Frauen der Yonkon tragen die charakteristischsten Tattoos unter den Nagavölkern in Myanmar. Die »Tränen« genannten Tätowierungen erstrecken sich von den Augen hinab zu den Mundwinkeln. Tätowiererinnen stechen die Nagatattoos in Handarbeit mit den Dornen heimischer Büsche, die Pigmente werden aus dem Saft des auch Götterbaum genannten Lackbaumes gewonnen. Tätowierte Ta’Kong erzählen, dass das Muster die Frauen vor bösen Geistern beschützen soll und als Erkennungsmerkmal für die Ahnen im Jenseits dient. 

Nach dem Treffen mit den Yonkon-Frauen ging die Reise weiter. Nach acht langen Stunden kamen wir in der Verwaltungshauptstadt Lahe am Fuß der Naga-Hügel an. Die Dorfbewohner erzählten mir, dass ich der erste Anthropologe sei, der etwas über ihre Tattootradition oder überhaupt irgendwas von ihnen lernen wollte.


 


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Stand:24 March 2017 15:02:29/kultur+und+szene/ethno/+tattoos+der+tigerjaeger+und+krieger_167.html