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26.02.2016  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Nele Niemann, Olli Plöger privat  

At least he tried


Er ist Musiker, Maler, Shopguy im Tattoostudio, Ausstellungsmacher, Fernseh- und Musikjournalist und Träger einer beeindruckenden Sammlung erstklassiger Tätowierungen. Olli Plöger (38) lebt viele Leidenschaften.


Olli Plöger liebt Köln-Ehrenfeld, weil er hier alles findet, was er liebt: Musik, Kunst und Tattoos. Olli Plöger liebt Köln-Ehrenfeld, weil er hier alles findet, was er liebt: Musik, Kunst und Tattoos.


Treffen mit Olli Plöger in Köln-Ehrenfeld.
Ein Tag mit reichlich Kaffee und noch mehr Infos über Tattoos, Kunst, Journalismus, Musik. Themen, die den Wahl-Köln-Ehrenfelder bewegen – sowohl im übertragenen als auch im wortwörtlichen Sinne. Als Journalist sei er im letzten Jahr 110 000 Kilometer geflogen: USA, Rumänien, Indien, Japan, Afrika – alles innerhalb von vier Monaten. Reisen für die ProSieben MAXX Reportage, für die er fesselnde Sextrends in Japan aufspürt, Prepper in den USA besucht (die ihre Freizeit darauf verwenden, sich auf nukleare Unfälle, Bürgerkriege und Naturkatastrophen vorzubereiten) und auch menschlich an seine Grenzen kommt, wenn er mit der Lebenssituation der Roma in einem Ghetto in Rumänien konfrontiert ist. »Die Grundidee ist, dass ich in eine besondere Situation reingehe und das, was ich erlebe, für die Zuschauer erfahrbar mache. ›Ein f*ck, hier stinkt es fürchterlich‹ funktioniert besser, als wenn eine seriöse Stimme aus dem Off über die Geruchsbelästigung auf der Elektromüllkippe in Ghana mit getragenen Worten referiert«, erklärt er das Format. Olli flucht, schwitzt, improvisiert, agiert, reagiert, lacht, leidet und rüttelt an der Komfortzone der Zuschauer vor dem Fernsehgerät.
Respekt zeigen gegenüber den Menschen, deren Leben er porträtiert, sei das Wichtigste. »Bei der ersten Begegnung mache ich mich bewusst klein und verschränke die Hände hinter dem Rücken«, erzählt er, »sonst kommt da für die Menschen so ein tätowierter Riese mit Bart an …«
 
Der Hardcore-Tattoosammler ist mittlerweile an den Händen und am Hals angekommen.
Der Hardcore-Tattoosammler ist mittlerweile an den Händen und am Hals angekommen.Der Hardcore-Tattoosammler ist mittlerweile an den Händen und am Hals angekommen.

 
Ollis linker Arm ist bis zum Handgelenk zugetackert, der rechte endet mit einem von einem Mandala umrahmten schwarzen Herz auf der Hand. Rechts auf dem Hals prangt eine weinende Oldschool-Lady begleitet vom Schriftzug: No More Tears. Auf dem Kehlkopf kam nach den Drehzeiten zu den Reportagen noch eine Lotosblüte dazu.
 


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Stand:22 February 2017 18:37:34/kultur+und+szene/at+least+he+tried_162.html