Feuerwerk der Kreativität

Ständig neue Tattoo-Styles bieten immer mehr Möglichkeiten

Die Tattooszene war nie aufregender und spannender als jetzt; die Vielfalt der unterschiedlichsten Stile wird unablässig größer und vielfältiger und ist beinahe schon unüberschaubar. Ständig treten neue, kreative Künstler auf den Plan und überraschen mit interessanten und ungewohnten Stil-Ideen.

Manches davon wird zum Trend, der von weniger kreativen Tätowierern rasch aufgegriffen und kopiert wird, doch wer originale und originelle Tattookunst sucht, ist heute nicht mehr auf Kopisten und Trittbrettfahrer angewiesen – echte Tattoo-»Künstler« gibt es inzwischen in großer Zahl und bei vielen jungen Talenten sind Wartezeiten und Preise absolut im grünen Bereich. Davon abgesehen gibt es neben den zahlreichen neuen Ideen auch nach wie vor noch die Stil-Klassiker wie Traditional, Realistic oder Asia, die nie aus der Mode kommen werden.

In diesem zunehmend dichter werdenden Wald aus extrem fähigen Jungtätowierern und etablierten Künstlern noch die Bäume zu finden, fällt nicht nur Neueinsteigern in der Tattooszene schwer, auch alte Hasen kommen bei der rasanten Entwicklung kaum noch mit. Mit unserer neuesten Ausgabe von TätowierMagazin Motive geben wir Orientierungshilfe und zeigen euch, was inzwischen tattoomäßig alles möglich ist und wer die neuen Stile wirklich beherrscht!
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Covermodel/Fotograf: Kiri Nightingale / Vanessa Marie

Herbst/Winter 2016
Mandala von Mike Wolf (Geisslingen)
Pitch Black von Matteo Al Denti, Pechschwarz (Berlin)
Grafik und Kunst von Mo Mori, Signs and Wonders Tattoo (Berlin)
 
Die Grenze ist nur deine Fantasie …

Man hört öfter mal, dass beim Tätowieren inzwischen praktisch alles möglich ist und die Grenzen nur noch durch die Fantasie gesetzt sind. Es ist ganz klar: Wer Sternchen und Unendlichkeitsfedern für das Nonplusultra der Tattookunst hält und es nicht schafft, den eigenen Horizont etwas zu erweitern, dem wird die Welt der wirklich originellen, ästhetischen und künstlerisch anspruchsvollen Tätowierungen verschlossen bleiben. Wer mutig plant, ausgetretene Motivpfade verlässt und weiß, was er will, ist einen guten Schritt weiter, aber noch nicht am Ziel. Spezielle Motiv- und Stilwünsche brauchen spezielle Tätowierer. Wem ein Tiermotiv im spätmittelalterlichen Stil eines Kupferstichs von Albrecht Dürer in Kombination mit modernen grafisch-geometrischen Elementen vorschwebt, wird vermutlich einen geeigneten Künstler nicht gleich um die nächste Ecke finden. Wer aber eine angemessene Wartezeit und vielleicht auch eine längere Anfahrt zu einem Profi in Kauf nimmt, der über die technischen wie auch kreativen Möglichkeiten verfügt, so ein Projekt mit dem Kunden zusammen umzusetzen, der wird mit einem Tattoo belohnt, an dem er sein Leben lang Freude haben wird.
In TätowierMagazin Motive unterstützen wir euch nicht nur in der kreativen Vorarbeit zur Motiv- und Stilfindung, sondern stellen euch dazu auch die Künstler vor, die in dem jeweiligen Genre tonangebend sind, so dass ihr gleich Ansprechpartner für euer nächstes Projekt habt.
 

Text: Dirk-Boris Rödel
Coverfoto: Mia Scarcello

Frühling/Sommer 2016
New Black: Grafisch und farblich auf ein Minimum reduziert stehen die Tattoos mit maximalem Kontrast auf der Haut. Die Flächen sind satt Schwarz gefüllt, die Linien meist nur in einer Stärke gezogen. Harmonisierende Schattierungen sind selten, Struktur bekommen die Motive durch Schraffuren und an Dotwork erinnernde, sehr grob gesetzte Punkte. Tattoo: Calina Hain, Rabenschwarz Tätowierungen, Berlin
Spiritual: Mandalablüten, die Blume des Lebens, Ornamente und grafische Endlosmuster haben ihren Ursprung in der ornamentalen Kunst des Nahen Ostens und sind in der religiösen Praxis des Hinduismus und Buddhismus von Bedeutung. Auf der Haut können sie schön an Körperformen angepasst werden und bilden einen sowohl harmonischen als auch kraftvollen Kontrast zur Haut. Tattoo: Ari Akkerman, Anachrist Tattoo Collective, Heidelberg
Realistic: Die Darstellung eines Lebewesens oder Objektes so realistisch wie eine Fotografie ist der Anspruch an einen Realistic-Tätowierer. Darüber hinaus soll die Tätowierung auch noch auf dem lebendigen Medium Haut haltbar sein, was deutliche Kontraste erforderlich macht. Tattoo: Chris Block, Fallout Tattoo, Münzenberg
Aquarell: Tattoos haben keinen eigenen Duktus, sie weisen keine typischen Werkspuren auf, wie sie bei Ölmalerei, Radierungen, Kohleskizzen oder Farbdrucken entstehen. Aber man kann mit der Tattoonadel jede Art von Bildkunst kopieren; warum also nicht auch Aquarellmalerei? Wichtig ist nur, bei den Effekten von verlaufender Farbe mit genug Kontrast zu arbeiten, damit die Bilder auch über lange Zeit stabil in der Haut bleiben. Tattoo: Bob Mosquito, Anachrist Tattoo Collective, Heidelberg
Lineart: Ein Bild, nur aus Linien aufgebaut – das ist schon eine Herausforderung! Durch die reduzierte Darstellung wird ein Tattoo technisch keineswegs einfacher, es gibt hier es keine Möglichkeit, technische Unzulänglichkeiten zu verstecken. Doch wenn Meister am Werk sind, ist die Wirkung solcher Tätowierungen überwältigend! RO. Black Works, Stockholm, SE
Handlinien: Tattoos auf der Handfläche sehen wirklich spektakulär aus – zumindest, wenn sie frisch gestochen wurden. Leider hält die Farbe in der Hornhaut der Handflächen schlecht, das Motiv muss meist nachgestochen werden und sieht im abgeheilten Zustand oft schmuddelig aus. Tattoo: Okan Uckun, Golden Arrow Street Tattoo Studio, Istanbul
Asia: Wer ein zeitloses Tattoomotiv sucht, ist mit japanischen Designs gut beraten. Die Bilder von Drachen, Karpfen, Kriegern und Masken sind Klassiker, die nie aus der Mode kommen. Und mit Tieren, Geistern, Helden, Fabelwesen oder buddhistischen Motiven ist für jeden Geschmack etwas dabei! Tattoo: Henning, White Fox Gallery, Braunschweig
Dotwork: Zurück zu den Ursprüngen des Tätowierens, als mittels angespitzter Gegenstände Punkte unter die Haut gestochen wurden. Heute mit Maschine oder Handinstrumenten ausgeführt,mwerden Bilder und Ornamente entweder komplett gepunktet, oder es werden nur die Schattierungen mit fein aneinandergereihten Punkten gestochen. Tattoo: Daniel Meyer, Leitbild, Los Angeles, US
Minimalistic: Kleine, feine Hingucker, meist ornamental mit reduziertem Bildumfang und Linientechnik ausgeführt, und nicht selten als Singlespot-Tätowierung auf einem ganzen Arm oder Wade platziert, lassen diese Tattoos viel Raum für Haut und sorgen für neugierige Blicke. Tattoo: Tony Weingartner, Biribiri, Lyon, FR
Geometric: Die Auflösung eines Objektes in geometrische Formen oder die Kombination einer bildlichen Darstellung mit Rechtecken, Romben, Kreisen und Strichen geben Tattoobildern einen neuen Twist. Das künstlerische Geschick des Tätowierers ist gefragt, wenn er eindimensionale Formen mit den dreidimensionalen Motiven zusammenfügt beziehungsweise an den Körper anpasst. Tattoo: Mariusz Trubisz, Redberry Tattoo Studio, Breslau, PL
Hände: Tattoos auf den Handrücken waren vor ein paar Jahren noch das Ticket ins gesellschaftliche Aus. Heute geht da schon einiges; solange die Motive nicht anstößig oder zu makaber sind, erregt man auch mit Handtattoos nur noch selten Aufsehen. Und die Stelle ist auch einfach zu schön, um sie nicht zu tätowieren! Tattoo: Karl, Kreuzstich, Berlin
Carving: Spätmittelalterliche Kupferradierungen, Holzschnitte und alte Drucke eignen sich ganz hervorragend als Vorlagen für Tätowierungen. Manche alten Meisterwerke, wie Drucke von Albrecht Dürer, kann man eins zu eins als Tattoo umsetzen, oft werden historische Bilder aber auch mit modernen grafischen Elementen kombiniert. Tattoo: Sam Rulz, Vienna Electric Tattoo, Wien
Neue Schule: Katzen und Hunde mit lustigen Kopfbedeckungen, Wale mit Rucksack, Tierskelette, die sich in einer Bar im Stil der Roaring Twenties zuprosten; in der Neuen Schule ist einiges möglich. Technisch lässt sich dieses Genre nicht festlegen – Elemente aus der Oldschool sind ebenso zu finden wie Comic-Einflüsse. Tattoo: Millo, Marshmillo Tattoo, Ramstein
Neo-Traditional: Die modernere Variante des traditionellen Tätowierens bedient sich der formalen Vorgaben ihrer Vorbilder wie klarem, illustrativem Aufbau des Motivs und kräftigen Outlines, verschiebt aber die künstlerischen und technischen Grenzen der Oldtimer hin zu neuen Motiven und dynamisch wirkenden Tätowierungen. Tattoo: Daniela Sagel, Mint Club Tattoo Atelier, Salzburg
Köpfe: Wenn es heute überhaupt noch irgendeine Möglichkeit gibt, um mit Tattoos richtig aufzufallen, dann geht das mit Tätowierungen am Kopf. Wer sich den Schädel stechen lässt, der ist definitiv über den Status von Modetattoos hinaus, denn das gehört sicher zu den unangenehmsten Stellen, an denen man sich stechen lassen kann! Tattoo: Clemens Hahn, Electric Circus, Mannheim
Grafik: Dekonstruiert, verfremdet, aus Bruchstücken verschiedenster Stile zusammengesetzt; das Etikett »Grafik« fasst unterschiedlichste Designs zusammen, die sich kaum wirklich fassen und definieren lassen, die aber alle geprägt sind von einer be onderen Kreativität und einem Kunstgeschmack jenseits von Mainstream-Konventionen. Tattoo: Otto dAmbra, The White Elephant, London
Wer sich heute seine ersten Tattoos zulegen möchte, hat es schwer; man wird zurzeit geradezu visuell überschüttet mit Bildern belangloser 08/15-Tätowierungen, die eher an Massenware vom Grabbeltisch erinnern als an individuelle Hautbilder. Gleichzeitig tauchen aber auch überall neue Künstler auf, die mit viel Kreativität völlig neue Stile erschaffen und frischen Wind in die Tattooszene bringen - nur sind diese gerade für Tattooanfänger oft schwer zu finden. Sogar als »Insider« hat man es oft nicht leicht, über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben. Selbst wenn man seine Freizeit damit zubringt, ständig die neuesten Posts auf Instagram, Facebook und Tumblr zu verfolgen, kommt man da kaum noch mit. Andererseits sollte die Entscheidung für ein Tattoo, das man sein Leben lang auf der Haut tragen wird, wohl bedacht sein.

Wir wollen deshalb mit dem TätowierMagazin-Sonderband »Motive« einen Überblick geben über die Tätowierer und Studios, die derzeit stilistisch neue Wege gehen und Tätowierungen erschaffen, die man wirklich ein Leben lang mit Stolz und Freude tragen kann. Dabei wird sicher nicht jeder Stil jedem gefallen, aber das breite Spektrum unterschiedlicher Arten von Tattoos macht deutlich, dass inzwischen der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt sind und man sich heute nicht mehr mit einem Tattoo »von der Stange« zufrieden geben muss.
 

Herbst/Winter 2015
Neue Schule: Frische Motive, kontrastreiche Farbschattierungen, ausdrucksstarke Linien: die Neue Schule als Weiterentwicklung der Oldschool setzt auf Haltbarkeit der Tätowierungen, ohne sich stilistischen und motivischen Grenzen zu unterwerfen.
Mandala: Die sich auf den Bildmittelpunkt konzentrierenden Kreisformen haben ihren Ursprung im Hinduismus und Buddhismus, wo sie Meditationsobjekte sind. Bei Tätowierungen folgt der Aufbau des Mandalas häufig dem tibetischen Buddhismus: die nach außen weisenden Spitzen und Ornamente entsprechen dem Vielfachen von Vier. Diese Zahl bezieht sich auf die Grundlage des Buddhismus, die »Vier Edlen Wahrheiten«. Mandalas müssen nicht ausschließlich aus abstrakten Formen und Ornamenten bestehen, es sind beispielsweise auch Darstellungen von Tieren möglich.
Grafik: Porträts von Menschen und Tieren müssen nicht zwangsläufig realistisch dargestellt sein. Solche Darstellungen können auch mit geometrischen Grundformen wie Strichen, Linien, Kreisen und Farbflächen geschaffen werden.
Hände: Früher wählten zutätowierte alte Hasen diese Körperstelle, wenn sie ansonsten keinen Platz mehr hatten. Dass sich heute junge Volljährige bereits ihr Erstlingswerk auf den Handrücken, die Finger und Handinnenflächen tätowieren lassen, ist inzwischen keine Seltenheit mehr.
Aquarel: Halbtransparente und ineinander verlaufende Farben, wie aus Versehen hingeworfene Kleckse - wer jemals mit Wasserfarben gemalt hat, kennt diese Effekte. Tätowierungen im Aquarellstil imitieren diese Stilmittel des Malens mit Wasserfarben, heraus kommen bunt-luftige Tattoos, die besonders gut in der Kombination mit grafischen Elementen wirken.
Black-and-Gray: Black-and-Grey ist ein Dauerbrenner unter den Tattoostilen. Denn einerseits bietet er keinen Platz für farbmodische Extravaganzen und ist daher vollkommen zeitlos. Andererseits lässt sich in Schwarz und Grau so ziemlich jedes Motiv und jede grafische Spielart darstellen, was Tätowierern große Gestaltungsspielräume lässt.
Underboob: Die Platzierung einer Tätowierung unter den Brüsten einer Frau ist ein Trend, der immer mehr Anhängerinnen findet. Wie ein Schmuckstück wirkt die unterhalb der Brustlinie verlaufende Tätowierung, fokussiert den Blick auf die weiblichen Brüste. Sehr sexy, will aber wohl bedacht sein; bei großen Brüsten wird die Wirkung der Schwerkraft das tätowierte Kunstwerk womöglich verdecken.
Rechtecke, Romben, Kreise und Striche erscheinen auf den ersten Blick nicht geeignet, sich als Tattooelement den fließenden Körperformen anzupassen. Dem grafischen Gespür des Tätowierers ist es zu verdanken, wenn ein Bild geschaffen wird, das den Bogen zwischen Zweidimensionalität der Form und der Dreidimensionalität des menschlichen Körpers zu einem ästhetischen Tattoo bildet.
Exposed: Immer exponierter sind die Körperstellen, an denen Tattoos präsentiert werden. Das obere Ende der Platzierungsmöglichkeiten bildet der Kopf. Wer Tattoos im Gesicht oder auf dem Schädel trägt, sollte mit erstaunten Blicken leben können.
Line Art: Flach und unfertig sehen sie auf den ersten Blick aus, diese nur aus Outlines bestehenden Motive; als hätte man die Haut mit einer Plätzchenform gestempelt. Dreidimensionalität? Fehlanzeige. Das Motiv muss aus sich heraus wirken, das Tattoo steht und fällt mit der Motividee und deren sauberer Umsetzung. Reduktion ist eine Kunst.
New Black: Schwarz ist das neue Schwarz und unterstützt mit unverkennbarer Ironie ein Motivspektrum mit hohem morbidem Charme, der Tod und Vergänglichkeit ästhetisch-illustrativ auf der Haut verewigt.
Neck: Ob seitlich oder zentral über dem Kehlkopf, Tattoos auf dem Hals erregen Aufmerksamkeit und sollten perfekt platziert sein. Der Halsbereich von Schulter bis zum Haaransatz verlangt eine nach vorne gerichtete Gestaltung, die der Halslinie folgt. Gibt es bei seitlich platzierten Motiven keine Einschränkung, eignen sich bei mittig platzierten Tattoos symmetrische Motive oft besser.
Dotwork: Es braucht seitens des Tätowierers viel Akribie und Geduld, um lediglich mit Punkten Tattoos zu schaffen, die ein dreidimensionales Bild erzeugen. Ob mit der Maschine gestochen oder mit der Hand gepoked, die Schönheit und Leichtigkeit einer Dotwork-Tätowierung ergibt sich aus der Balance zwischen Haut und Tattoofarbe.
Unrealistic: Wild und abgedreht, fern von realen Vorbildern, die Fantasie des Tätowierers voll ausschöpfend manche Motive scheinen einem Rausch oder Traum entsprungen: sie sind grotesk und surreal, die Grenze zur Wirklichkeit haben sie hinter sich gelassen.
Dark Art: Antike Holzdrucke, Linolschnitte, Kupferstiche und skizzenhafte Illustrationen bilden die Inspiration für diese immer populärer werdende Stilrichtung, die so schwarz und düster daherkommt, wie viele der so umgesetzten Motive. Fette Linien, Whip Shading, Pseudo-Dotwork und ein hoher Anteil an schwarzen Flächen transformieren klassische, schwarze Traditionals in eine neue Dimension.
Realistic: Ist das ein Foto oder gemalt? Realistische Tätowierungen lösen heute beim unbedarften Betrachter ungläubiges Staunen aus. Bei keiner anderen Stilrichtung ist die technische Entwicklung in den letzten fünf Jahren so vorangeschritten wie bei realistischen Tätowierungen, egal, ob es sich um das Porträt des Kindes odes des Haustiers handelt.
Strukturen: Tattoos, die aus einem soliden Grundgerüst aus schwarzen Linien aufgebaut sind, werden mit unterschiedlichen Techniken wie Linework, Dotwork, Pseudo-Dotwork, Whip Shading oder auch klassischem Shading zu einem dreidimensionalen Bild verfeinert. Die dadurch erzielten Struktur-Illusionen lassen realistische Motive in Schwarz roh und ungeschliffen wirken.
Rough Style: Wenn die Putzfrau im Museum eine mit Heftpflaster und Mullbinden versehene Badewanne reinigt, dann paaren sich zum Schaden auch der Spott und die Bemerkung, dass »so was« ja eh keine Kunst sei und Jeder machen könne. Wenn die Tätowiertechnik aussieht, als hätte der Tätowierer zum ersten Mal die Maschine in der Hand gehabt, ist die Reaktion ähnlich. Diese radikale Anti-Ästhetik gefällt nicht jedem, das Tattoo entspricht aber dem Kriterium an eine Tätowierung: Es ist dauerhaft in der Haut.
Illustrativ: Illustrationen sind Zeichnungen, die eine Geschichte erahnen lassen oder deutlich machen. Auch auf der Haut regen sie den Betrachter an, die eigene Fantasie spielen zu lassen, ausgehend von den sehr persönlich und lebendig gestalteten Motiven.
Stand:23 February 2017 03:42:30/extras/tattoomotive/