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07.03.2017  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: Achiv
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Motivklassiker: The Pharaoh’s Horses


Das Ölgemälde des Briten John Frederick Herring zeigte drei dreimal dasselbe Pferd, den Araberhengst Imaum. Es wurde so populär, dass das Motiv zu einem Motivklassiker wurde.


Das Motiv

»The Pharaoh’s Horses« zeigt drei Pferdeköpfe in der Seitenansicht, oft eingerahmt von Blüten, Blumenranken, Lassos oder Ähnlichem.

Der Ursprung

Das Tattoomotiv geht zurück auf das Ölgemälde »Pharaoh’s Chariot Horses« des britischen Künstlers John Frederick Herring aus dem Jahr 1848. Es zeigt dreimal dasselbe Pferd, den Araberhengst Imaum, der Queen Victoria gehörte, bevor der Künstler J. F. Herring ihn erwarb.

Verbreitung

Das Gemälde der drei Pferdeköpfe erfuhr in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts insbesondere in Amerika eine ähnlich starke Verbreitung wie bei uns beispielsweise Dürers »Betende Hände«; Kopien des Gemäldes fanden sich in vielen Haushalten.
Vermutlich Endes des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts sickerte das Motiv in die Tattoostudios ein, ob es aber zuerst Tätowierer waren, die das populäre Motiv anboten, oder ob Kunden Kopien des Kunstwerks in die Tattooshops trugen, lässt sich heute nicht mehr beantworten.
Eine der frühesten Tattoovorlagen mit diesem Motiv stammt vom US-amerikanischen Tätowierer Gus Wagner (1872-1941). Es zeigt erstmals den für das Tattoomotiv typischen Rahmen aus Blüten und Blättern. Wagners Kollege Percy Waters (1888-1952) druckte in den 1920ern eine Version des Motivs in einem Tattookatalog ab und verwendete das Motiv auch als Coverbild für eine Tattooanleitung in Buchform.

Eine moderne Variation des Themas: Nicht ein Pferd steht im Mittelpunkt, sondern Frauen; schwarzhaarig, blond und brünett von Xam, Seven Doors Tattoo, London (UK).

Rezeption

Als Tattoomotiv waren die »Pferde des Pharao« vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts extrem populär. Während viele Motivklassiker wie »Sailor’s Grave« einen klaren maritimen Bezug hatten, war das Bild der drei Pferde auch für Tattooliebhaber geeignet, die nichts mit der Seefahrt zu tun hatten. Zahlreiche Tätowierer wie Charlie Wagner, Captain Don Leslie, Max Bohm oder Sailor Carl hatten selbst eine tätowierte Version des Motivs und trugen damit ebenfalls zur Verbreitung bei.

Interessante Fakten

Im Jahr 1987 wurde auf einem Flohmarkt in Missouri ein Bild entdeckt, das genau dasselbe Motiv zeigt wie das von J. F. Herring, und das nach Ansicht einiger Kunstexperten einhundert Jahre älter sein könnte als das berühmte Bild des britischen Malers. Das würde bedeuten, dass Herring sein populäres Bild lediglich kopiert hätte, doch das Alter des unsignierten Flohmarktfundes konnte nie zweifelsfrei geklärt werden.J. F. Herrings Gemälde wurde 1986 bei einer Kunstauktion für 445 500 Dollar versteigert.

 

Text: Dirk-Boris
Bilder: Achiv

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