Motivklassiker: Rose Of No Man’s Land

26.02.2017  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Archiv
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Motivklassiker: Rose Of No Man’s Land
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Das Rose-Of-No-Man’s-Land-Motiv zählt seit dem 1. Weltkrieg zu den Motivklassikern. Die in den Kriegslazaretten arbeitende Rot-Kreuz-Krankenschwester steht für Menschlichkeit, wo ansonsten nur Schmerz und Tod vorherrschten.

Das Motiv

»Rose Of No Man’s Land« zeigt eine hübsche junge Frau in Schwesterntracht, bestehend aus Kleid, Schürze und Haube. Zusätzlich verdeutlicht meist auch ein Rotkreuz-Symbol auf der Haube ihren Beruf der Krankenschwester. Als Beiwerk finden sich Rosen, die für die unschuldige Liebe der Soldaten zu diesen Frauen stehen, die den Kriegsverletzten in ihrem Schmerz und ihrer Not aufopferungsvoll helfen. Der Ausdruck »No Man’s Land«, Niemandsland, bezeichnet das Land, das zwischen zwei Frontlinien liegt und steht im übertragenen Sinne für ein besonders karges und menschenunfreundliches Gebiet.
 
Diese Krankenschwester ist gar eine Mariener-scheinung: Tattoo von Eva Schatz vom Mint Club Tattoo Atelier in Salzburg.

Der Ursprung

Der Begriff »Rose Of No Man’s Land« als Bezeichnung für Lazarettkrankenschwestern tauchte erstmals in England im Ersten Weltkrieg auf. Zur großen Verbreitung des Ausdrucks verhalf das patriotische Lied »The Rose Of No Man’s Land« (1918) von Jack Caddigan und James Alexander Brennan, das der Arbeit der britischen Krankenschwestern in den Kriegslazaretten ein musikalisches Denkmal setzte.

Verbreitung

Tätowieren ließen sich das Motiv erstmals britische Soldaten während beziehungsweise nach dem Ersten Weltkrieg. Danach nahmen es auch US-amerikanische Tätowierer in ihr Repertoire auf. In einem Flashset des Tätowierers W.R. King, der in den 1930er Jahren in Chicago arbeitete, ist das »Rose Of No Man’s«-Motiv neben weiteren patriotischen Vorlagen für US-Soldaten abgebildet. Wiederentdeckt wurde es in den 2000er Jahren von den Rockabillys, heute gehört es zum Standardrepertoire, vor allem zu dem der Oldschool-Tätowierer.

Am Rande

Nicht nur einst verwundete Soldaten ließen sich das Motiv stechen; einer der berühmtesten Träger war der US-amerikanische Bankräuber »Pretty Boy« Floyd (1904 – 1934), obwohl der nie im Krieg und demzufolge auch nicht in einem Lazarett war. Auf einem Fahndungsplakat aus dem Jahr 1929 war unter dem Punkt Narben und Zeichen vermerkt, dass der Schwerkriminelle das Motiv »Nurse in Rose«, also das »Rose Of No Man’s Land«, trug. Gestochen hat es ihm wohl der legendäre Tätowierer Bert Grimm, der »grandfather of old school«, der auch Bonny und Clyde tätowiert hat.
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Stand:24 November 2017 15:29:46/blog/motivklassiker+rose+of+no+man%3Fs+land_172.html